Review

RUSSKAJA - Peace, Love & Russian Roll03.07.2015

RUSSKAJA - Peace, Love & Russian Roll

RUSSKAJA - Peace, Love & Russian Roll

verfasst von Kalle

Es ist Sommer in Europa und irgendwie schafft es die Band aus Wien genau dann ein perfekten Sound für solch Temperaturen zu liefern. Russian Turbo Polka aus Österreich kommt auch auf dem neuen Werk durch die Boxen. Man könnte auch sagen... Gute Laune Metal Ska... aber Russian Turbo Polka klingt einfach geiler und passt. Und als Nachfolger von "Energia" passt der Titel "Peace, Love & Russian Roll" natürlich optimal. Die Marschrichtung der zwölf neuen Hits von Russkaja ist somit gelegt.

Und es geht direkt mit viel Rock´n´Roll los in "Rock´n´Roll Today". Vollgas Rock mit Pauken und Trompeten möchte man fast sagen, aber die Pauken sind hierbei die Drums - Trompeten stimmt aber. Hinzu kommt aber die Violine und jede Menge Gitarre. Ein Auftakt wie man ihn sich von Russkaja wünscht. "Slap Your Face" hat für mich den Eindruck, als wenn da eine komplette Big Band hinter stehen würde, so genial klingt der Track. Ich bin ja bekennender Fan der Band, denn gerade bei Liveauftritten lässt die Band keinen Stein auf dem Anderen und bringt jede noch so sture Masse vom ersten Ton an zu Bewegungsexplosionen. Dafür sorgen die verschiedenen Einflüsse: egal ob Polka, Ska, Metal, Rock´n´Roll. Durch die Gesangsstimme, welche diesen ganz besonderen russischen Akzent besitzt, bekommt diese Musik diesen Beat und Touch. Das ist Spiel- und Lebensfreude in Einem. Wer also bei "Hometown Polka" still sitzt - der sollte sich überlegen mit der Musik hören zu stoppen.

Etwas nachdenklich und ruhiger geht natürlich auch. Das beweisen Russkaja in "There Was A Time". Eine sehr schöne ruhige Nummer, die sogar hier und da einen kleinen Countrykick hat. Russkaja sind halt sehr überraschend und lassen keine Möglichkeit aus, euch damit zu erfreuen. Die Band stellt zudem gerne ihr Temprament dar. Beweis dafür bekommt ihr in "El Pueblo Unido", einem sehr feurigen Track, der so manch Tanzfläche erobern dürfte. Zum Schmunzeln kommt ihr in jedem Fall bei dem Album, denn der Titel der Platte bezieht sich doch sehr auf die Songnamen. Zu nennen wäre da "Lovegorod" oder eben auch der Opener. Eben genannter Song plätschert leider nur so vorrüber und hat für mich persönlich keinen so großen Eindruck hinterlassen. Und "Parachute" lässt so ein wenig die Mentalität vom Albumnamen durchklingen und nimmt euch mit auf eine sehr Reise mit Reggaeklängen. Hier empfehle ich einfach nur zu lauschen und sich treiben zu lassen. Aber genug mit Erholung... jetzt wird gemeinsam gestorben in einem sehr dramatogischem Song, der nur so vor Liebe strotzt: "Let´s Die Together (Mon Amour)". Ein Song mit vielen Tempo- und Instrumentenwechseln. Mal hat die Geige, mal die Gitarre und mal die Trompeten die Oberhand. Die Drums sind sehr schlicht gehalten, aber der Unterhaltungswert der Nummer stimmt in jedem Fall. "Sailty Rain" ist ebenso ein sehr ruhiger und gefühlvoller Song. Überraschend, wie viele ruhige Songs auf der Platte vertreten sind. Ob das am Albumname liegt?

Ich weis nicht wie Russkaja es schaffen, doch sie packen es in jedem Song eine gewisse Note zu packen. Bei "You Are The Revolution" muss ich beim erklingen der Melodien sofort irgendwie an Kuba denken. Selbst die Stimme passt irgendwie dazu. Vielleicht die eine oder andere Zigarre zuviel? Eigentlich nicht, denn die Stimme ist ja mit das größte Aushängeschild einer Band. Russkaja könnten aber, und das ist ein Lob an alle Musiker in der Band, durchaus Instrumental bestehen. Der vorletzte Track erinnert mich zu Beginn an eine kleine Mischung von Jonny Cash und Elvis. Fragt mich bitte nicht, wie ich darauf gekommen bin. Ich hätte sogar noch ein wenig Bob Marley untergemischt und das ganze mit einem russischen Akzent versehen. Jetzt habt ihr eine ungefähre Vorstellung wie der Song vom Gesang her klingt. Musikalisch treffen hier Country, bissel Schnulze und Jamaika aufeinander. Für mich ist das einer der genialsten Tracks von Russkaja bisher, weil er eben so komplett anders ist. Der letzte Track trägt den Albumnamen und das ist Russkaja, wie man es gewohnt ist. Trompete, Gitarre und ein Rhythmus, wo es schon zu Beginn im Bein zuckt.

Fazit: Es sind erstaunlich viele ruhige Stücke auf dem Album und damit eine Bereicherung in der großen Vielfalt die Russkaja mitbringen. Im Gesamten macht das Album einen sehr guten Eindruck und besticht gerade durch diese verschiedenen Stile die ihrem eigentlichen Stil untergemischt wurden. Hier könnt ihr eure Sorgen mal gepflegt über Board werfen, an die nächste Strandbar gehen, CD einwerfen und dann sehen was passiert. Still sitzen bleiben können dann nur die, die nicht mehr aufstehen können. Gelungen und eine absolute Kaufempfehlung.

Alle CD Reviews

Treffer 1 bis 200 von 1058