Review

RUINS OF ELYSIUM - Seeds Of Chaos And Serenity14.06.2017

RUINS OF ELYSIUM - Seeds Of Chaos And Serenity

RUINS OF ELYSIUM - Seeds Of Chaos And Serenity

verfasst von Zonic

Ruins Of Elysium ist eine Symphonic Metal-Band, die aus vielerlei Gründen interessant ist. Zunächst einmal besteht die Band aus nur drei Mitgliedern. Icaro Ravelo stammt aus Brasilien und spielt die Drums und Synthesizer. Vincenzo Avallone ist Italiener und bedient die Gitarren und den Bass. Drake Chrisdensen wiederum kommt aus Norwegen und ist der Sänger der Band. Hier liegt schon die nächste Besonderheit: Er ist Tenor. Selbstverständlich hat diese Tatsache großen Einfluss auf die Charakteristik der Musik. Schon allein der Stimme wegen, möchte man in der Beschreibung des Musikstils das Wort "episch" verwenden.

So, nun aber zur Musik. Wie es sich für ein Symphonic-Album gehört, wird es von einem Intro herbeigezaubert; in diesem Falle ist es orientalisch angehaucht. Selbstverständlich folgt darauf die ultimative Doublebass-Erfahrung mit Synthies, Streichern, Soli, Chören und einem Haufen schöner Melodien. ("Shadow Of The Colossus")

"Serpentarius" wird  von einem Chor mit Streichern unterlegt eingeleitet, bevor Drums, Bass, Gitarren und Keyboards einen Klangteppich bilden und anschließend in der Strophe Platz für den Gesang Drakes schaffen. Der Refrain besteht aus bereits erwähntem Klangteppich mit einem sanften "OOOOOOHHHH" von Drake darüber. Das setzt sich fest im Gehörgang.

Besonders zu beleuchten sind die Songs "Seeds Of Chaos And Serenity Arc1" - "{...} Arc5".  Insgesamt verfügt die fünfteilige zweite Hälfte des Albums über eine grobe Gesamtlänge von etwa 40 Minuten und hätte damit locker eine separate Platte werden können. Der erste Teil heißt "Seeds Of Chaos And Serenity Arc1 - Chrystal" und verfügt über ein zweieinhalbminütiges Intro, das vorrangig von Streichern (Synthies) und Chören lebt. Anschließend wird nach allen Regeln der Kunst losgedonnert und ein großer Chor in den Vordergrund geschoben, bevor auch Drake seinen Gesang zum Besten gibt.

Der zweite Teil hat den Beinamen "Black Moon"; beginnt ebenfalls ruhig, allerdings lediglich mit Synthieklängen, bis Drake (gemeinsam mit dem Bass) beginnt zu singen. Auch hier wird nach allen Regeln der Symphonic Metal Kunst gespielt. Der Übergang in den dritten Teil "Infinity" ist ebenso fließend, wie der erste Übergang. Hier bestimmen zunächst Drums und Gitarren den Sound; und zwar für volle drei Minuten. Dann erst setzt der Gesang ein und die Instrumente werden gedrosselt.  Bei ungefähr der Hälfte des Songs ist eine weibliche Stimme zu vernehmen, die als Duettpartnerin sehr gut zu Drake passt.

Die Teile 4 und 5 hören jeweils auf die klangvollen Namen "Dreams" und "Stars".
Der Hörer empfindet alle fünf Songs als einen einzigen, da die Übergänge nicht hörbar sind (falls nicht aus Versehen die CD springt). Mit diesem zweiten Teil der Platte haben die drei Jungs ein großartiges Epos geschaffen.

Meiner Meinung nach ist es sicherlich gewöhnungsbedürftig, einen Tenor an vorderster Front zu hören. Sopranistinnen an der Metalfront sind ja nun mittlerweile bekannt; nicht zuletzt dank Tarja Turunen, die als erste Sängerin bei Nightwish mit der Band den klassischen Gesang im Metal damals salonfähig gemacht hat. Klassische Tenöre jedoch sind mir im Metal noch nicht so oft begegnet.

Im Fall von RUINS OF ELYSIUM passt alles gut zusammen. Sie reihen sich nahtlos in die Liga des Power/Symphonic Metal ein und legen mit "Seeds Of Chaos And Serenity" eine Platte vor, die absolut empfehlenswert ist.


Alle CD Reviews

Treffer 1 bis 200 von 1033