Review

ROCKENBOLLE - Alles Kann Nichts Muss22.02.2017

ROCKENBOLLE - Alles Kann Nichts Muss

ROCKENBOLLE - Alles Kann Nichts Muss

verfasst von Kalle

Wenn ihr an Hamburg denkt, dann kommen euch erst die Gedanken an Hafen, Fischmarkt, Miniaturwunderland und Sankt Pauli in den Kopf. Musikalisch hat die Stadt aber ebenso jede Menge zu bieten und das nicht nur auf dem ganz hohem Level und Bekanntheitsgrad. Es darf auch gerne etwas dreckig und Underground sein. Es darf aber auch gerne aus der Hölle sein. Denn da kommen die selbsternannten Cowboys von Rockenbolle nämlich her, wenn man ihr er Beschreibung Glauben schenken darf. Seit 2005 machen die Herren bereits Musik, doch es sollte elf Jahre dauern, bis sie ihr erstes großes Album fertig gebracht haben. Hat sich das lange Warten gelohnt? Kann die Platte was? Sie sagen ja selbst: Alles kann - Nicht Muss. Sie kann gut sein... muss aber nicht.

Doch... sie kann eine ganze Menge. Erst hatte ich Angst, das mir hier dreckiger Garagenrock von ein paar Amateuren um die Ohren fliegt. Doch ich hab die Platte dann immer und immer wieder gehört und sie wurde von Mal zu Mal besser. Man bekommt ein Gefühl dafür, was die Band ausmacht und was ihre Mentalität ist. Vollgas Rock´n´Roll! Der Name der Band ist Programm. Ein paar Jungs die ein oder zwei Bierchen in fünf Minuten killen und in jeder noch so rauchigen Spilunke zocken würden. Das könnte man meinen, doch die Musik ist tiefgründiger und steckt voller interessante Inhalte. Das verraten schon Liednamen wie "Nichts Ist Für die Ewigkeit", ein Song - so interpretiere ich ihn - über eine Trennung, wo der Mann ein Tattoo mit dem Namen seiner Liebsten behält, auch wenn sie längst mit dem Nächsten in der Kiste ist. Bei "Cowboys Aus Der Hölle" hatte ich erst gedacht, noch beim lesen des Songnamens, ob hier eine Art Pantera auf mich zu kommt. Zum Glück nicht! Ich kann mit Pantera nicht so viel anfangen. "Zeit Ist Gold", "Lieblingsmensch", "Mieses Karma" oder auch "Ich Gegen Mich", sind weitere Stücke der Platte.

Musikalisch gibt es von drei Herren satte Riffs, tolles Tempo und wenig Langeweile. Es gibt aber ein kleines Manko, was aber Nörgeln auf höherem Niveau ist. Mir geht nämlich ab einer gewissen Dauer der Platte der Gesang auf den Sack. Ganz speziell dann, wenn die zweite Stimme ins Spiel kommt und beide nicht so ganz in meinem Gehör harmonieren wollen. Das ist speziell in den Refrains der Fall, wenn dazu noch ordentlich ins Micro geschrien wird. Das zerstört ein wenig das Gesamtbild der Platte, passt aber im Umkehrschluss gut zu dem Sound im Gesamten, weil es eben dreckiger Rock ist. Man versucht nicht zu kopieren und zieht sein eigenes Ding mächtig gut durch. Eine Platte die Spass macht, die abgeht und durchaus Qualität hat. Live stell ich mir die Jungs allerdings besser vor, weil sie die Power auf der Bühne sicher besser umsetzen können, als wie es auf einem Album der Fall ist. Also... Rockenbolle... ab auf die Bühne.

        
1. Alles kann nichts muss
2. Nie genug
3. Cowboys aus der Hölle
4. Nichts ist für die Ewigkeit
5. Kugelfang
6. Lieblingsmensch
7. Zeit ist Gold
8. Blender
9. Mieses Karma
10. Ich gegen mich
11. Kopfnicker
12. Pik As
13. Kolumbus

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