Review

RAVEN - ExtermiNation19.05.2015

RAVEN - ExtermiNation

RAVEN - ExtermiNation

verfasst von Benno H.

RAVEN. Das ist keine Aufforderung für  unsere Freunde aus dem Elektrobereich... Bei jedem der ein wenig was in Sachen NWOBHM auf dem Sender hat sollte es hier "Klick" machen. Kaum eine Band hat einen so hochkarätigen Ruf als Vorreiter des britischen Thrash und Speedmetal inne. EXTERMINATION heißt die neue Scheibe des Trios, die unter anderem als grünes Gatefold auf den Ladentisch kommt. Die Gebrüder John und Mark Gallagher (Bass/Vox & Guitars) sind seit über dreißig Jahren  mit Joe Hasselvander an den Drums unterwegs. Die Band selber besteht seit über 40 Jahren und gehört damit zu den wenigen, die seither pausenlos unterwegs waren.

Mit DESTROY ALL MONSTERS geht es direkt richtig gut los. Der Track drückt ordentlich und hat einen gute Mischung aus Härte und Eingängigkeit. Besonders auffällig ist der kristallklare Sound, der jedes Mitglied der Band voll zur Geltung kommen lässt. TOMORROW hat ein wenig mehr Thrash Anteil und erinnert zu Recht an Bands wie Anthrax oder Metallica. (Denen Raven anno dazumal die ersten Tourneeshows verschafft haben).

Mit IT´S NOT WHAT YOU GOT geht es munter weiter. Die Nummer hat einen groovigen mid-Tempo Charakter und einen gesunden Mix aus Riff darunter pumpenden Bass. Hier machen die Jungs klare Linie zum Titel: "It´s not what you got, it´s the way that you do it!" Und das machen die verdammt gut!
Die erste Headbang-Nummer kommt mit FIGHT. Und der Song hat es echt in sich. Sehr straightes doubblebass drumming und 1A mitgröl Refrain á la Accept. Sehr coole Nummer um Stress abzulassen, den Nachbarn in den Wahnsinn zu treiben oder im herausragenden Solopart die Luftaxt zu schwingen.

Ein wenig verschachtelter wird es mit BATTLE MARCH TANK TREADS (THE BLOOD RUNS RED). Und während im Opener noch die Monster abgeschlachtet werden, geht "FEEDING THE MONSTER" in eine andere Richtung. Durch die unterlegten Gitarrenlicks bekommt der Song einen gewissen Streetrock Charakter und bleibt stark im Gehörgang hängen. John Gallagher zeigt sich, nebenbei erwähnt, von seiner absoluten Sonntagsseite. Die Vocals haben extrem viel Ausdruck, das nötige Bisschen Aggression und echt amtliche Höhen! FIRE BURNS WITHIN klingt ein wenig als hätte Chris von Grave Digger etwas an den Gesangsspuren getüftelt. Beim folgenden SCREAM wird im Intro weiter ein wenig getüftelt, bevor der Song einem gehörig in den Hintern tritt, das macht Laune!

ONE MORE DAY stampft sehr schön und hat eine erfrischende Abwechslung aus Aggressor Shouts in der Bridge und harmonischen Linien im Refrain (erinnert mich irgendwie an Boston). Im Anschluss verfrachten uns RAVEN nach Australien. THUNDER DOWN UNDER hat, und das ist mit Sicherheit kein Zufall, einen Touch von Rose Tattoo und AC/DC. Auf das krachende SURRENDER folgt (sehr überraschend) mit GOLDEN DAWN ein gefühlvolles Gitarrenintermezzo, dass den Weg für SILVER BULLET öffnet.

Wir nähern uns dem Ende der 15 Tracks der Scheibe, die es insgesamt auf unterhaltsame 62 Minuten bringen. RIVER OF NO RETURN kommt sehr melancholisch rüber und verbreitet knapp 6 Minuten schaurig-schöne Schwermütigkeit, bevor  mit MALICE IN GEORDIELAND, das von einem seltsamen Intro eingeleitet wird, ein krachender Schlusspunkt gesetzt wird. Hier kommt noch mal ein wenig Running Wild und Motörhead mit ins Spiel.

Es ist relativ klar zu sagen, dass EXTERMINATION jedem Freund der alten Schule gefallen wird. Allerdings bietet sich in diesem Album auch die Möglichkeit Thrash á la Tankard, Testament etc. in einem sehr verträglichen Soundgewand zu hören. Die Produktion ist wirklich blitzsauber und die Songs absolut massentauglich. Daher mit gutem Gewissen eine Hör-Empfehlung an alle, die ein wenig Härte gut abkönnen. 

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