Review

PRAYING MANTIS - Legacy21.08.2015

PRAYING MANTIS - Legacy

PRAYING MANTIS - Legacy

verfasst von Karla The Fox

Die Praying Mantis gibt es, damals allerdings noch mit einem anderen Line-Up, seit den 70ern. Sie waren am Anfang recht einflussreich in ihrer Heimat Groß-Britannien, wurden dann aber mit der Zeit von anderen Bands, die heute in jedermanns Munde sind, überholt. Im Hintergrund blieben sie weiter gut und erfolgreich bis sie nun mit Legacy ihr 10. Studioalbum aufgenommen haben. Der Ruf der Band wird sich dadurch nicht großartig ändern. Wer drauf stößt, wird es mögen und mit stolz einsortieren. Der Rest wird es nicht unbedingt mitbekommen, das bringt aber keinen um. Sprechen wir lieber die an, die darauf gestoßen sind (und sei es durch exakt dieses Review).

Bevor ich ausschweife kurz gefasst: Bei Legacy stimmt alles, doch nichts ist übertrieben.

Über den kompletten Verlauf des Albums hinweg halten die Praying Mantis die Stange und somit das Niveau sehr hoch. Da sind lang trainierte Vollprofis am Werk. Sie spielen ihren Heavy Metal noch so, wie sie ihn aus ihrer Jugend kennen. Es ist formal NWOBHM, es fehlen aber jegliche Thrash-Gedanken, denn diese werden erfolgreich von dem Charakter des AOR ersetzt. Dabei ist es ganz gleich, ob es sich um eine Ballade handelt oder eine Midtemponummer. So richtige Softies und Highspeed-Jagden gibt es gar nicht. Alles dazwischen schon, abwechslungsreich, dennoch perfekt zusammen passend wie makellos geschliffene Puzzleteile.

Mit einer netten Dosis Dramatik besingt Neugzugang John Cuijpers seine vielseitigen Themen. Er wird gestützt durch eine tolle Band, in denen sich zwei Gitarristen befinden. Die ganze Twin Guitar-Geschichte wird von den Praying Mantis relativ weit in den Hintergrund gerückt. Sie sind zwar da und beide tragen konstruktiv zum Sound bei, da gibt es aber hitzigere Geschwisterpaare in der Metalwelt. Johns Stimme, um noch einmal auf ihn zurück zu kommen, ist eins zu eins das, was man sich für diese Art von Musik wünscht und vorstellt. Eventuell deswegen sogar verwechselbar und doch so perfekt geeignet.

Meine Abspieltipps hier liegen alle direkt hintereinander. Es sind "Believable", "Tokyo" und "Better Man". Diese werden höchsten getoppt vom grandiosen Opener "Fight For Your Honour". Tolle Aussage, noch bessere Umsetzung, von vorne herein ein Statement dazu, was die Band vorhat. Nicht ganz so mein Fall ist "The Runner", welches mit seiner Hektik aus der Harmonie des restlichen Albums achtlos herausschleudert. Legacy ist des Weiteren ein Album, das zwar alle Möglichkeiten wie z.B. Synths verwertet, den Fokus aber auf das Songwriting und die Performance seiner menschlichen Mitglieder legt.

Gäbe bei einem Punktesystem, bekämen Praying Mantis 9 von 10 Sternen; den einen Abzug dafür, dass mir etwas Unvergleichbares in ihrem Werk fehlt.

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