Review

POWERWOLF - Blessed & Possessed03.07.2015

POWERWOLF - Blessed & Possessed

POWERWOLF - Blessed & Possessed

verfasst von Kalle

Seit nunmehr einigen Jahren gibt es wieder Wölfe im Land und diese besonderen Exemplare haben mehr als nur Power im Blut. Sie sind gesegnet mit viel Talent und besessen vom Heavy Metal. Das ist extrem praktisch, wie ich persönlich finde, denn so geht es mir auch. Umso erfreuter bin ich natürlich jetzt das neue Werk der Herren von Powerwolf in den Händen halten zu dürfen. Es ist seit ihrer Gründung 2003 das sechste Studioalbum und wird von vielen schon als ein Meisterwerk gehandelt. Stimmt das auch? Das muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden, aber ich persönlich bin schon seit Jahren sehr angetan von den Herren rund um Sänger Atilla Dorn.

Er gibt Powerwolf schon seit Jahren diese ganz besondere Stimme und auch auf dieser Platte ist sie stark wie eh und jeh. Bisher gab es in der Band nur Wandel am Schlagzeug und somit sind die Rhtmusfraktion und Co. mehr als eingespielt. Und dennoch hat dieses neue Album mehr... mehr Power wie ich beim ersten Hören schon feststellen durfe. Ihre Songs sind natürlich weiterhin sehr angehaucht an den bisherigen Kirchenthemen. Das untermalt die Orgel von Falk Maria Schlegel mehr als großartig. Das gibt diesen satten Sound der Wölfe die ganz besondere Würze. Erster große Empfehlung ist der Track "Dead Until Dark". Hohes Tempo trifft hier auf sehr viel melodische Klänge und man könnte meinen, hier wären Dragonforce und Stratovarius und Sonata Arctica mit eingemischt. Matthew Greywolf ist göttlich bei dem Gitarrensolo, welches ich in der Form selten bisher bei Powerwolf gehört habe. "Army Of The Night" wurde im Begleitschreiben als einer der besten Powerwolf Nummern der Historie betitelt. Dem kann ich mich nur bedingt anschließen, denn der Song ist dann doch zu sehr an die bisherigen Stücke von älteren Platten erninern und klingt dann doch eher nach gehobenen Mittelmaß. Aber das ist mein persönlicher Geschmack zu dem Track. Es gibt dann Songs, die fallen so einem beim ersten Hören gar nicht auf, beim zweiten Hören wecken sie Interesse und umso öfter man sie gehört hat, ist man sich sicher: Das könnte ne absolute Live-Granate werden. So ging es mir bei "Armata Strigoi". Der Song ist ein Song zum headbangen, mitklatschen und Luftgitarre zum glühen bringen.

"We Are The Wild" dürfte ebenso dazu gezählt werden. Das liegt hier aber mehr an den Mitsingchören, die natürlich ausgeprägt sind in den Stücken von Powerwolf. Allerdings handelt es sich hier eher um einen Song zum verschnaufen, da er doch im Verhältnis zu den bisherigen Stücken im recht sanften Tempo daher kommt. Ich möchte gerne mal bei einer Probe der Band dabei sein, denn wer Powerwolf kennt wird mir zustimmen, dass die Jungs immer Vollgas geben, über die Bühne flitzen und mehr als 100 Prozent geben. Geht bei den starken Songs auch nicht anders. Doch wie schaut es beim Songwriting aus, wie machen sie es im Proberaum... können sie da wirklich still stehen und spielen? Was mir besonders an der platte gefällt ist die starke Vielzahl an Einflüssen anderer Genre dieses Mal. Neben dem Power Metal gibt es feinsten Speed Metal bei "Christ & Combat". Hier wird die Schlagzahl für Drummer Roel van Helden ordentlich erhöht. Das hat schon mächtig Pfeffer. Und manch einer sagt Powerwolf ja nach, sie würden gleich klingen und wenig Abwechslung schaffen, was ihre Stücke angeht. Klar sie haben eine gewisse Linie in ihrem Klang, aber bitte hört euch dieses Album an und sagt noch einmal, da wäre keine Abwechslung drin. Selten hab ich Powerwolf so spielfreudig auf einer Platte erlebt. Ihre kleine Auszeit scheint den fünf Herren mehr als gut getan zu haben.

"Sacramental Sister" ist schon ein interessanter Songname und Powerwolf kommen hier mal in den Hard-Rock Bereich. Das hört man schon zu Beginn an den Riffs, die hier eine ganz andere Tonart und Tempo anschlagen. Auch Atilla kann hier ein wenig verschnaufen und hält sich mit seinen sonst sehr kraftvollen Screams zurück. Ein starker Track, der euch sehr viel Freude bereiten wird. Beim vorletzten Track musste ich etwas schmunzeln, denn "All You Can Bleed" finde ich als Namen für einen Song einfach genial gewählt. Wie der Song selbst ist, das überlasse ich mal als Überraschung und widme mich dem letzten Track, denn der hat noch einmal mehr als nur Gitarren, Bass, Schlagzeug und Orgel. Neben einen kleinen Marschrhythmus gibt es hier viel mehr zu entdecken. Der Titel mit Orchesterklängen gespickt. Ihr hört ihr optimal die Streicher raus, die den Track episch wirken lassen, auch wenn er sehr ruhig daher kommt. Für mich persönlich einer der stärksten Tracks auf der Platte, was vom Gitarrensolo noch einmal abgerundet wird.

Dieses Album lässt euch so schnell in jedem Fall nicht mehr los und bekommt meinen Segen in jedem Fall. Wieder einmal zeigt sich... man kommt an Powerwolf nicht vorbei und wer einmal gebissen wurde - der ist direkt besessen.

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