Review

NOMANS Land - Last Crusade24.04.2015

NOMANS Land - Last Crusade

NOMANS Land - Last Crusade

verfasst von Kalle

Nach meinem Aufenthalt in Finnland bin ich ja ein großer Freund des Viking und Pagan Metals geworden. Diese Musik passt in den kühlen Norden. Aber diese Art von Musik muss nicht nur aus Skandinavien kommen. Das wissen wir nicht erst seit Bands wie Arkona. Nun erscheint über Massacre Records ein Album einer Band aus Russland. Nomans Land nennen sich die vier Herren. Die Band existiert bereits seit 1996. Komisch das sie an mir vorbei gegangen sind. Vielleicht lag es daran, dass sie zu Beginn ihrer Karriere eher im Doom Metal zu finden waren. Doch schon drei Jahre später ging es auf die Viking Metal Schiene. Gute Entscheidung Jungs.  

Es ist bereits ihre fünfte Veröffentlichung, die nun auf den Markt kommt und aus meiner Sicht wird sie hier in Deutschland extrem gut einschlagen. Die Musik weis von Beginn an zu überzeugen, ebenso der Gesang. Ich hab mich direkt an eine Mischung von Amon Amarth, Ensiferum und Turisas erinnert gefühlt. Packt man jetzt noch ein Schluck Heidevolk dazu, dann hat man die perfekte Erklärung, wie man Nomans Land einzuordnen hat. Genau für Fans dieser Musik ist die Platte gemacht. Sie geht gut 40 Minuten lang und aus meiner Sicht viel zu kurz. Da hätte man locker noch 20 Minuten oder mehr drauf packen können, denn die Platte wird auch nach dem X-ten Mal anhören nicht langweilig. Im Gegenteil... man entdeckt immer wieder neue Feinheiten. Die Riffs und Melodien wirken auf dem ersten Blick recht einfach gehalten, doch im Zusammenspiel entfalten sie eine Komplexität, die man so ohne Weiteres nicht erkennt. Hier hat man sich wirklich einige Gedanken gemacht, wie man komplizierte Arrangements in einfacher Form darstellen kann. Viking Metal ist ja sehr mit dem Death Metal verbunden, unterscheidet sich aber doch durch die teilweise sehr melodiösen Parts. Davon gibt es hier auf der Platte so Einige zu hören. Und das ist verdammt gut so! Schon der Opener "Right To Luck" hat eine Melodie an sich, die mich ein klein wenig an den Film "Zurück In Die Zukunft" erinnert. Wenn ihr das zum ersten Mal hört, ihr werdet mir zustimmen. Danach kommen die sehr rauhen Stimmen von Sänger und Bassist Hjervard. Im Refrain hört man dann klaren Gesang im Chor, der von Sigurd und Alex gesungen wird. Es fügt sich ein Baustein in den Nächsten und ergibt einen flotten Opener.

"Sons Of The Nord" feuert schon zu Beginn ein ordentlich Riffgeballer um die Ohren. Aufdrehen, headbangen und genießen. Mit der richtigen Anlage wird man hier eine Menge Spaß haben und die Nachbarn gleich mit. Gut eine Minute gibt es Riffs vom Feinsten. Ein Tempo nimmt man beim Gitarrensolo raus. Das hätte ich mir durchaus Zweistimmig gut vorstellen können. Aber auch so, kann es gut überzeugen. "Victory Horns", ich hab so ein wenig eine Zelda Melodie im Ohr, als ich den Track zum ersten Mal hörte. Erinnert ihr euch noch an das Spiel? Spielt jetzt keine Rolle, es geht ja um die Musik. Donnernde Drums und schöne hohe Gitarrenklänge lassen hier das Vikingerherz höher schlagen. Bei "Strain At The Oars" kommen im Solo die erhofften zwei Gitarren im Solo... mjam mjam... für Luftgitarristen wie mich, genau das Richtige. Ein guter Midtempo-Track, der etwas gemütlich daher kommt und ein wenig Verschnaufpause lässt. Die ist auch nötig, denn bei "Dragons" bekommt ihr ein flotten Track, der als Geschichte daher kommt, über die Fabelwesen. Die Mischung der klaren Stimmen mit der Rauhen funktioniert super. Auch die Tempowechsel sind sehr angenehm. "Last Crusade" ist einer der Songs, die doch etwas schwächer auf der Brust sind. Da geht mir ein wenig die Stimme zu sehr unter, in den doch hohen Gitarrentönen. Die hätte man durchaus ein zwei Tonarten tiefer ansetzen können. Wie das geht beweist der vorletzte Song "Warrior´s Path". Der letzte Track der Platte ist ein russischer Folkloresong mit dem Namen "Bereza". Das hört man auch am Gesang, der nun statt auf Englisch in Russisch daher kommt. Man konzentriert sich aber mehr auf die instrumentalen Parts und nur zwei Mal im Song ertönt Gesang. Ein toller Abschluss.

Fazit:
Die Platte knallt einfach! Sobald sie durchgelaufen ist, drückt man automatisch noch einmal auf Play und lässt sich das Riffgewitter um die Ohren schlagen. Headbanger aufgepasst - hier kommt ein Nackenbrecher mit Suchtpotential. Eine tolle Produktion der Songs... super Mix... das können sie die Finnen, denn in den Madmix Studios wurde die Platte aufgenommen und von Jaakko Viitalhähde gemastert. Man kann den Jungs nur sagen: Geiles Teil!!

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