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NICKELBACK - Feed The Machines24.06.2017

NICKELBACK - Feed The Machines

NICKELBACK - Feed The Machines

verfasst von Kalle

Drei Jahre ist das letzte Album her und das scheint ihr Lieblingsrythmus zu sein. Denn vor 2014 gab es Alben im Jahr 2011, 2008 und 2005. Davor waren die Abstände zwischen den Veröffentlichungen etwas geringer, man versuchte aber auch dort erst den Durchbruch zu schaffen. Das haben Nickelback nun nicht mehr nötig, denn sie zählen zu den Größen in der Rockmusik. Regelmäßig ausverkaufte Konzerte, Chartplatzierungen unter den Top 5 sind ebenfalls keine Seltenheit und so überrascht es nicht, das nun das neue Werk "Feed The Machine" ebenfalls steil geht. Zu Recht?

Nickelback haben ihren ganz eigenen Sound und mit Chad Kroeger einen sehr coolen Sänger, dessen Stimme einen hohen Wiedererkennungswert hat. Das spricht klar für die Band, die seit 1995 den Rock aus Kanada heraus bringen. Die Platte bringt jetzt elf neue Tracks heraus und jeder hat so seine gewisse Note. Der Opener ist zeitgleich der Titeltrack zum Album und hört, wie könnte es anders sein, auf den Namen "Feed The Machines". Der Track ist eine kleine Abrechnung an all die, die wohl immer für das System arbeiten und mal nicht von der normalen Linie abweichen. So würde ich den Text interpretieren. Kann damit natürlich auch komplett falsch liegen. Es geht direkt im typischen harten Sound los. Allerdings gefällt mir der Refrain vom Aufbau des Gesangs nicht so ganz. Es wirkt mir nicht so flüssig und mehr abgehakt. Liegt aber vielleicht daran, das Maschinen auch ab und an abgehakt arbeiten.

Der nächste Song "Coin For The Ferryman" ist ein ordentlicher Kracher, der mit starken Riffs überzeugt. Die Stimmverzerrungen, im letzten Drittel des Tracks, sind ebenfalls sehr cool geworden. Der Refrain geht gut runter und der Countdown mit 3... 2... 1... fetzt. "Song On Fire" nimmt dann die Power vom Beginn etwas raus und präsentiert die zarte Seite von Chad seiner Stimme. Und ich persönlich finde, das gerade solch Songs ihm besonders gut liegen. Leichte Schnulzen mit einer gewissen Härte, die seine rauchige Stimme noch unterstützen. Ich weis nicht, ob dieser Song seiner damaligen Liebe Avril Lavigne gewidmet ist, oder ob der Song einer neuen Flamme gewidmet ist, dennoch geht es hier ordentlich um Herzschmerz.

"Must Be Nice" ist eine, aus meiner Sicht, Abrechnung mit all den Menschen, die immer Alles richtig machen und sich dann vielleicht wohl fühlen im Paradies. Das Chad und seine Mannen das nicht wollen, scheinen sie mit dem Song zum Ausdruck bringen zu wollen. Cool finde ich den Takt im Song. Als würden alle in einer Reihe das Gleiche tun und man nach Vorschrift arbeiten. Hat was von Maschinen - wen wunderts. "After The Rain" ist dann erneut eine schöne gemütliche Nummer, die textlich sehr tiefgründig ist. Da solltet ihr genau lauschen. In "For The River" singt Chad kaum, macht mehr einen auf Sprechgesang und an manchen Stellen verschluckt er Wörter einfach, wo man dann einfach sich das Booklet schnappen muss, um überhaupt zu wissen, was er dort eigentlich sagen wollte. Der Song hat was Spezielles, aber so richtig fließen will er bei mir nicht, der Fluss :D

Etwas trauriger geht es in "Home" zu. Die Hoffnung nach Hause zu kommen und jemand wartet dort auf einen und wenn diese Sehnsucht nicht erfüllt wird und man sich leer wie ein Geist fühlt - sehr emotionaler Track, wie man an der Melodie erkennt. Das was im Song zuvor recht sanft war, holen Nickelback jetzt an Aggression nach und das im Song "The Betrayl (Act III). Es ist einer der mit härtesten Songs der Platte, der zum Ende eine kleine sanfte Stelle bietet. Eine typische Radionummer ist aus meiner Sicht dann "Silent Majority". Klassisch stark beginnend, eingängig und mit einer kleinen Spannungskurve aufgebaut. Ganz anständig gemacht. Der letzte Song mit Gesang ist dann "Every Time We´re Together". Hier kommt die Akustikgitarre viel zum Einsatz und man hört hier und da ein paar Sandrasseln durchschimmern. Ein interessanter Abschluss der Platte. Den offiziellen Finalpart übernimmt das Instrumental "The Betrayl (Act I). Die Komposition gefällt mir sehr gut und sie schließt das Album gemütlich ab.

Ein Album, das aus meiner Sicht gut ist, aber nicht als Überflieger taugt. Musikalisch haben die Vier viel drauf. Die Produktion der Platte ist gut, gar keine Frage. Was mir nicht gefällt sind die zahlreichen Refrainwiederholungen. Selten ist mir aufgefallen, wie oft ein Refrain wiederholt wird, nur um die Songlänge hinzubekommen. In manchen Liedern hätten an dieser Stelle noch zwei sinnvolle Strophen gepasst. Die Songaufbauten sind oftmals gleich und so bleibt eine ganz große Überraschung leider aus. Es ist guter Rock und er ist klar für die allgemeine Masse zugeschnitten. Mir fehlt aber so ein wenig das ganz Besondere, neben der großartigen Stimme von Chad. Würde es für das Album Punkte geben, wären es 7 von 10. Es hält sich an den Namen und die Songs klingen oft wie Maschinen. Aber Maschinen sind meist für Massenproduktionen gedacht und Nickelback ... ich möcht nicht sagen, das sie nur noch Massenware wären, weil das wäre ungerecht. Da steckt mehr dahinter und würde man Nickelback nicht gewisse Auflagen stellen, ich könnte mir durchaus einen ganz anderen Songstil bei den Jungs vorstellen.

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