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NASHVILLE PUSSY - 10 Years of Pussy26.07.2015

NASHVILLE PUSSY - 10 Years of Pussy

NASHVILLE PUSSY - 10 Years of Pussy

verfasst von Karla the Fox

Guten Tag liebe Leute, begrüßt mit mir die 'besten Freunde von Steel Panther': Nashville Pussy mit ihrem wunderbaren Jubiläumsprojekt. 10 Jahre Pussy, wer würde das nicht feiern wollen?!

Nashville Pussy ist eine vierköpfige Rock'n'Roll Band, die wie bei ABBA aus zwei Männern und zwei Frauen zusammen gesetzt ist. Coolerweise stehen die Damen aber nicht am Mikro sondern halten den Bass und die Gitarre in ihren gar nicht mal so zarten Händen. Wer von den Kerlen auf so was steht, dem werde die Augen und Ohren ausfallen. Ruyter und Bonnie, so heißen die beiden, haben nämlich echt was auf dem Kasten. Ihre männlichen Mitstreiter Blaine (Gesang) und Jeremy (Schlagzeug) natürlich auch, aber die sind.. wie soll man sagen.. typischer.

Überhaupt sehen Nashville Pussy auf den ersten Blick aus wie die lustigen Bekannten, die man immer in der Metalkneipe an der Ecke trifft, cool und drollig gleichzeitig. Hinter diesen scheinbar so normalen Zeitgenossen verbergen sich jedoch wahrlich talentierte Künstler, die sicher jede Kneipe in der sie sich auf die Bühne stellen, zum kochen bringen. Geballte Frauenpower und kompromisfreie Rockklänge machen es möglich. Blaine wird in der Bandbeschreibung nicht umsonst als der Bon Scott unsere Zeit tituliert. Zu einem Weltruhm wie dieser tragische Held hat er es nicht geschafft. Gemeinsam haben sie aber eine Stimme, die überhaupt nicht geschult oder variabel klingt und trotzdem mega Kraft hat und dafür sorgt, dass die Leute ihre Ärsche bewegen. Wären Nashville Pussy, gerade hierzulande, bekannter, könnten einige ihrer Songs tatsächlich zu denen gehören, bei denen die Menschen "Woooooohh!!" rufen sobald bei einer Party die ersten Töne aus den Boxen kommen. Das müssen die den Kollegen überlassen, aber Nashville bleibt eben Nashville. Viel gute Qualität, viel noch bessere Stimmung aber letztlich doch Provinz.

10 Years of Pussy hat keinen einzigen neuen, extra für diese Veröffentlichung geschriebenen Song. Das gesamte Material stammt aus dem Backcatalogue der Band, die bestimmt auch mal mit Covern angefangen hat (das weiß ich aber nicht sicher). 16 Songs beinhaltet der "Best Of"-Teil der Doppel-CD, 6 Stück sind es bei dem Livemitschnitt aus Nottingham. Durch die Nummerierung spielt mein Computer die Songs so ab, dass immer eine Studioversion kommt und dann ein Teil der live Performance, immer im Wechsel. Zwar hätte ich das durch Umbennung der Songs oder Aufteilung in Ordner verhindern können - doch ganz ehrlich, es verleiht der Performance erst recht Charme. Die Pussies sind eine Liveband, das merkt man sofort. Gepaart mit sauber gemischtem Sound macht das Doppelalbum doppelt Spaß. Es ist zwar eine harte aber trotzdem fantastisch leichte Kost, die den Hals runter geht wie Whiskey. Macht Kopfschmerzen aber fühlt sich gut an. Ich liebe ja alleine die Songtitel, wegen der Selbstironie und dem 'Lokalkolorit'. Da hätten wir zum Beispiel "The South's Too Fat To Rise Again"... (kurz nachdenken, verhalten schmunzeln, weil's schon ein bisschen assi ist..), "Pillbilly" und "Ain't Your Business" (für diesen Titel muss man da gewesen sein, das ist einfach so ein Südstaatenausdruck).  Musikalisch ist "Before The Drugs Wear Off" am ungefiltertsten, vom Text her vielleicht "Go, Mutherfucker Go". Was soll man dazu sagen? Man nimmt auf dem Land halt nicht gerne ein Blatt vor den Mund.

Wegen Bon Scott noch einmal: Was er mit AC/DC mit Blaine und Nashville Pussy gemein hat, ist das Talent, bei jedem Mist gleich zu klingen ohne zu langweilen. So wirkliche Längen hat 10 Years of Pussy nur weil es eben so lange dauert. Ist halt nicht einfach, aus 10 Jahren das Beste rauszusuchen ohne das Publikum zu erzürnen weil ihr Lieblingssong ausgelassen wurde oder sie die frechen Sprüche der Band bei ihren Auftritten vermissen.

Also Cheers Leute, holt euch ein Budweiser (aber bitte kein Light), hockt euch auf die Ladefläche eures Pick Up Trucks und beobachtet die Ochsen auf der Wiese. Die passende Musik dazu habt ihr ja jetzt.

Oh nein, fast hätte ich vergessen, es zu erwähnen: Lemmy macht bei der Platte mit!!! Genau gesagt bei "Lazy Jesus". Track 13 auf dem Best Of. Viel Spaß!

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