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MR. BIG - Defying Gravity10.08.2017

MR. BIG - Defying Gravity

MR. BIG - Defying Gravity

verfasst von Karla the Fox

'Defying Gravity' ist schon seit etwa einem Monat auf dem Markt. Seitdem haben Mr. Big viele Fans davon überzeugen können, dass sie es noch immer drauf haben. Die eigentlich vierköpfige Supergroup tritt in diesem Falle sogar zu fünft auf und bricht damit Prinzipien wie feste Bandgefüge auf. Warum? Nun, das ist so: Schlagzeuger Pat Torpey erkrankte leider an Parkinson, hat jedoch noch immer Lust auf die Musik. Live wurde er von Matt Starr ersetzt, doch auf 'Defying Gravity' spielen beide Drummer ihre Parts ein. Im Video zu "Everybody Needs A Little Trouble" sitzen sie sich an ihren Schlagwerken gegenüber als wäre es das Normalste auf der Welt. Super sympatische Nummer und wohl das Beste, was sie in dieser Situation machen können.

Was treibt die Hard Rock Gruppe sonst so, wenn sie angeblich der Schwerkraft widersteht? Sie spielen groovige, eingängige Songs, die einen dazu zwingen, mit irgendeinem Körperteil mitzuwippen. Auf eine gewisse Weise widerstreben sie der Erdanziehung damit sogar wörtlich. Den Opener "Open Your Eyes" halte ich abgesehen vom Titel für gar nicht so passend. Da gibt es bessere, energetischer Songs auf dem Album. Der nachfolgende Titeltrack hat schon mehr Biss. So scheppern Mr. Big durch ihre Songs bis zu "Damn I'm In Love Again". Bei der konsequenten Akustikballade geht dir das Herz auf. Ja, auch rockende Männer können sanfte Gefühle haben. "Mean To Me" klingt irgendwie anders, sticht heraus. Es ist ausgeklügelt und gleichzeitig prägnant. Manche Songs des Albums wiederum könnten sogar von einem Musical stammen. Die helle warme Stimme von Eric Martin und seine im Chor antwortenden Bandkollegen machen das möglich. Gegen Ende des Albums klingen die Songs manchmal etwas zu vertraut (beispielsweise "She's All Coming Back To Me Now"), doch das gesamte Feeling bleibt stark und man merkt Mr. Big an, dass sie ihren Spaß hatten. In "1992" erzählen sie von ihrer eigenen Vergangenheit als sie noch jünger und vielleicht noch etwas wilder waren.

Insgesamt ein schönes, unbeschwertes Album. Klingt ein bisschen wie Deep Purple in Sommerabendlaune. Angeblich wurde das komplette Werk in sechs Tagen eingespielt, immer alle Musiker gleichzeitig. Wenn das stimmt, Hut ab. Die Produktion ist aber recht einfach. Könnte also tatsächlich "live" sein.

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