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MICHAEL JESSEN - Memories17.12.2014

MICHAEL JESSEN - Memories

Michael Jessen - Memories

verfasst von Karla The Fox

Michael Jessen ist ein junger Gitarrist aus Dänemark, der seit seiner Jugend in diversen Bands und Projekten gespielt hat. Er schrieb die meisten Songs, musste sie aber immer an den Geschmack seiner Mitspieler anpassen. Irgendwann war ihm das zu einschränkend, also hat er sich aus seinem Repertoire diejenigen rausgepickt, mit denen er ein Soloalbum aufnehmen kann. Damit kann er sich endlich künstlerisch voll ausleben. 

Ergebnis ist ein 10 Tracks langes Album von dessen Vorderseite Jessen allein in die Welt blickt. Ist ganz witzig wenn man den jungen Herrn so beim Posen betrachtet. Da muss er noch ein wenig üben, wirkt auf manchen Fotos noch zu gestellt.

Musikalisch kann sich Jessens Werk sehen, entschuldigt bitte, hören lassen. Die Songs knallen alle nach klassischer Hardrockmanier rein, mit teils mehr teils weniger eingängigen Melodien. Das Line-Up sieht wie folgt aus: Michael Jessen selbst an der Gitarre (nicht am Mikro, aber dazu kommen wir noch), Ex-Yngwie Malmsteen-Stimme Göran Edwan als Sänger, Christoffer Hoaas am Bass (meinten die vielleicht Hoås?) und ein gewisser Mads Grunnet an den Drums.

Interessanter dürfte jedoch derjenige sein, der das Gitarrensolo zum Song Blackwater eingespielt hat, nämlich niemand geringeres als Europe-Gitarrist John Norum. Düdüdüüüdüü düdüdüttüdüü - Mir geht da gleich die alte Leier Final Countdown durch den Kopf. Ist ja auch bald wieder Silverster?. Naja, wie dem auch sei. Was Jessen da geschrieben hat bringt statt eines einzigen potentiellen Klassikers eine ganze Reihe grandioser Songs hervor. Thematischt bleibt alles ebenso typisch Hardrock, zum Beispiel befindet Jessen sich seine Geliebte als "Prisoner" im seinem Herzen gefangen. Bei dieser ruhigen Ballade sitzt Jessens Landmann Morten Dybro am Piano. 

Die andere Ballade des Albums ist The Rose. Auch hier geht es um die Schmerzen der Liebe. Nichts Neues in dieser Richtung also.

Aufgenommen und gemischt in den CB Studios in Dänemark hat das Album einen Sound, der nicht ganz glatt geschliffen ist. Macht den Sound echter, andererseits ist Jessen nicht mal immer gut rauszuhören. Ich gehe mal davon aus, dass er wirklich der Hauptsongwriter war, denn ansonsten hätten wir es zwar mit einem starken Debutsolo zu tun, aber nicht unbedingt mit dem Soloalbum eines Gitarristen. Edwans Stimme ist von vorne bis hinten das vorderste Element der Songs. Gut also dass Jessen mit seiner Gitarre abgebildet ist, damit auch jeder weiß, dass der Schaffer dieses Albums eben nicht der Sänger ist. Zu Jessens Verteidigung kann man aber auch sagen, dass gerade die Gitarrensolos selbst sehr gelungen sind, und gerade bei The Rose) spielt er sich gekonnt in den Vordergrund und mit Freefall hat er sich ein Instrumentalstück gegönnt.

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