Review

METALMIND - Destiny25.11.2015

METALMIND - Destiny

METALMIND - Destiny

verfasst von Karla the Fox

Ein junger Musiker namens André Siekman gibt sich selbst den für einen Hartmetaller erstaunlich freundlichen Namen Siggi Brause und komponiert seine eigenen Songs. Er ist fasziniert von den Powermetalbands wie Hammerfall und Judas Priest. Von ihnen klaubt er sich seine Einflüsse und Ideen, mischt und wirft sie ein bisschen durcheinander und bringt dann seine eigenen Gedanken rein, um das selbstbetitelte beziehungsweise namenlose Album Metalmind zu produzieren. Da es alleine im Studio aber zu langweilig ist, sucht er sich über die Jahre hinweg einen Trupp von Musikern zusammen, die gut genug sind, um bei diesen Geschwindigkeiten immer noch ordentlichen Metal zu spielen. Gefunden hat er sie in Christof Ciolek (Bass, Backings), Marek Pepperkorn (Gitarre, Backings) und Alexander Feher (Schlagzeug). Siggis Fokus im Songwriting liegt im Feld der klaren, hymnenhaften Musik, mit gut Bass und begrenzten Ausflüchten der Gitarre. Die Stimme ist relativ hoch und ganz genau so, wie man sie sich im Kopf vorstellt. James Hetfield von Metallica wird als weiteres Vorbild genannt. Ja, in die Richtung geht die Stimme grob. Hin und wieder ist eine Silbe am Ende mehr verschluckt als sie bei einem Hetfield würden. Der ist aber eine Ikone und deswegen wäre das ein sehr sehr hoher Maßstab.

Ich finde es fast lustig, wie akurat Destiny genau das ist, was man als Metal versteht. Das Genre steckt im Namen, das Coverdesign ist schwarz mit ein wenig Feuer und Eisenkettenringen und die Themen drehen sich auf breit auslegbare Weise um Untergangsszenarien, innere Kämpfe, den Blick nach vorne, dunkle Nächte und helle Flammen. Jeder einzelne Ton ist (Power)Metal pur, ohne eine Abweichung. Im Instrumentalstück "Awakening" werden die Bandinstrumente von der Violinistin Hannah Blomeier unterstützt. Diese ist dezent, geht vielleicht ein Stück in die Folk und Mittelalterrichtung, aber auch das passt so perfekt, dass ich wirklich fast lachen muss. Jungs, ihr habt da eine Bilderbuchvorlage geschaffen! Ein kleiner Auszug aus den Lyrics ("Until The Day"): "A battle against the dark/ Smash sorrow and pain away/ You must stand tall/ a mission day by day". Herrlich! Lustigerweise singt Siggi nicht nur fünfmal davon, wie er gegen die Dunkelheit kämpft, er tut es auch wirklich, denn statt Doom gibt es eben Power und alle eigene Dunkelheit ist wie weggeblasen. Mega geil und eine totale  Überraschung: in der letzten Nummer "World Of Darkness" gibt niemand Geringeres als Ralf Scheepers einen Gastauftritt. Füchsin sagt: coole Aktion. Ist auch ein sehr schön geschriebener Song.

Mein schmunzeldes Fazit:
Ist das das Trueste, was ich je gehört habe, oder ist das Metal-Synthetik? Gibt es das überhaupt?? So erstaunlich das auch ist, aber genau aus diesem Grund ist das Album wieder was ganz Einzigartiges. Reife Leistung!
 

Alle CD Reviews

Treffer 1 bis 200 von 1095