Review

MANDOWAR - Hellboys From Cow19.05.2015

MANDOWAR - Hellboys From Cow

MANDOWAR - Hellboys From Cow

verfasst von Kalle

Leute... jetzt müsst ihr stark sein und nicht lachen, wenn ihr die Platte in der Hand haltet. Denn was Mandowar spielen ist wirklich ernst gemeint und ich kann die Jungs nur feiern. Man ist das Scheiße.... Scheiße GEIL!!! Keine Panik, diese Platte wird von mir sicherlich nicht zerrissen, weil was Mandowar hier auf die Beine stellen, Leute das ist der Hammer. Vergesst alles was ihr bisher kennt und lasst euch auf die Musik ein. Man nehme: Mandoline, Ukulele und eine Gitarre und das wars. Mischt man diese drei Instrumente mit Klassikern der Musikgeschichte, dann bekommt ihr ein Sound, der einfach jeden Song den ihr bisher kanntet total neu erstrahlen lässt. Was da seit 2010 aus Wetzlar angeflogen kommt an guter Laune, das ist der absolute Hammer. Die Jungs sprühen mehr als nur vor Kreativtät.

Nils, Joe und Tom bringen auf dem Longplayer neun starke Stücke, die ihr kennt, aber so noch nie gehört habt. Es beginnt mit "Alexander Strack", was abgeleitet wurde von Thunder Struck, natürlich von AC/DC. Auch vor den harten Klängen von Rammstein´s "Engel" machen sie keinen Halt. Das ist so geil interpretiert hier, das man sich sogar den Spaß erlaubt Mission Impossible Töne mit einzubauen. Schon als ich die Platte zum ersten Mal gehört habe, musste ich mitschunkeln und immer wieder schmunzeln und je öfter ich das Werk höre umso mehr entdeckt man. Ich möchte gern mal wissen, wie viel Arbeit da drin gesteckt hat und wie viel Bier geflossen ist, um die Klassiker in dieses Gewand zu bringen. "(Ghost) Riders In The Sky" ist ja ein Klassiker von Johnny Cash und eigentlich noch viel viel älter. Jetzt wird er einer Verjüngerungskur unterzogen und klingt wieder einfach nur genial. "Hellboys From Cow" erinnert natürlich vom Namen her an den Klassiker von Pantera "Cowboys From Hell", aber irgendwie hat die Musik damit nichts zu tun. Also ich nehme an, das dürfte tatsächlich ein eigener Song sein, oder ich hab mal wieder nicht aufgepasst in der School Of Rock und erkenne den eigentlichen Track dahinter nicht. Soll ja mal vorkommen.

Den Song danach muss man aber einfach erkennen und wer das nicht tut, der gehört erschlagen. Ich finde es immer wieder mutig und echt beeindruckend, wenn sich Musiker an Songs von Dio wagen. Die Stimme von dem legänderem Herren war natürlich einzigartig und "Holy Diver" ist ein zeitloser Klassiker, den man erst einmal singen können muss. Aber Mandowar wären nicht Mandowar, wenn sie dafür nicht eine Lösung gefunden hätten. Einfach ein wenig das Tempo gedrosselt und dem Song ein neues Kleid verpasst. Mutig aber gelungen. Aber das ist nicht der einzige Track, wo ich meinen Hut vor den Jungs ziehe. Nachfolgend haben sie sich wirklich an "Kashmir" gewagt. Bei dem Track stelle ich mir Live ein sehr hohes Potential an Verspieler und falschen Tönen vor. Das ist ja so filigran gezupft, das man da in der Aufregung durchaus die falsche Saite erwischen könnte. Es ist auch erstaunlich, wie man auf dem Album das Schlagzeug nicht vermisst. Die drei genannten Instrumente und der Gesang reichen vollkommen aus, um diesen sehr geilen Sound zu produzieren. Aber wir sind ja noch nicht am Ende der Platte, denn drei Tracks warten noch auf euch und wegen mir könnten es noch ein paar mehr sein. Ich vermisse ja ein wenig Manowar auf der Platte, die kamen aber schon auf den bisherigen Vorgängerplatten zum Zuge. Jetzt bedient man sich an Metallica´s "Master Of Puppets". Das Bassspiel ist ganz cool, aber hier vermisst man doch die eigentliche Härte im Song. Auch die Stimme... hui... ich tue mich schwer mit dem Song, weil ich find Master Of Puppets wirklich so wie er ist im Original einen Song, den man nur schwer anders interpretieren kann. Es ist witzig, aber bleibt hier wirklich die Ausnahme auf der Platte, an Tracks die mir nicht ganz so zusagen, auch wenn das Solo in der Mitte so manch anfängliche Skepsis raus reist. Und was macht man mit einem Song, der praktisch auf einem Schlagzeug aufgebaut ist? Nun, man baut eine andere Melodie mit unter und heraus kommt eine sehr coole Version des Golden Earring Klassikers "Radar Love". Und die Melodie erinnert doch sehr stark an den Soundtrack aus "Der Pate". Sehr coole und witzige Entscheidung der drei Herren.

Und auf den letzten Song war ich nach dem Lesen der Trackliste beim ersten Hören sehr gespannt. Es ist ein Lied, wobei ich immer Gänsehaut bekomme, wenn ich ihn höre und der mir wirklich mehr als unter die Haut geht. Damit bin ich sicherlich nicht alleine, wenn ich sage, es handelt sich um den Pink Floyd Welthit "Wish You Were Here". Und jetzt muss ich Mandowar wirklich großen Respekt zollen und mehr als nur ein Lob aussprechen. Das gilt nicht nur für den Song, sondern für jeden einzelnen Track. Sie verarschen nicht die Bands und machen ihr komplett eigenes Ding daraus, sondern sie behandeln jeden Track mit dem nötigen Respekt des Ursprungs und Bedeutung dahinter. Sie geben ihre eigene und spezielle Note dazu und man spürt gerade beim letzten Track, wie sehr die Jungs die Musik wirklich leben und lieben müssen. Sie hätten aus der Nummer wirklich eine Clownsnummer machen können, aber mit wie viel Gefühl der Song hier gespielt und gesungen wird, das geht auch wieder unter die Haut. Ans Original wird und soll es natürlich nicht kommen, aber in der Version mit Manodline und Co. da muss ich sagen, ist es wirklich sehr gelungen und dafür beide Daumen mehr als nach Oben.

Mandowar sind für mich eine absolute Empfehlung an euch, wenn ihr mal die Songs, die Generationen bewegten und immernoch bewegen, neu interpretiert hören möchtet. Das macht Laune, das macht Spaß... das geht unter die Haut... hier ist auf "Hellboys From Cow" wirklich Alles geboten. Sehr genial und absolute Kaufempfehlung. Und live werde ich die Gelegenheit gerne nutzen und mir die Band mal geben. Da kommt sicherlich Stimmung auf.

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