Review

MAGISTER TEMPLI - Into Duat22.07.2015

MAGISTER TEMPLI - Into Duat

MAGISTER TEMPLI - Into Duat

verfasst von Oli

Mein nächstes Review handelt von einer Band aus Oslo. Die Jungs von Magister Templi machen Doom Metal, ein Genre, was ich erst vor kurzem für mich entdeckt habe, aber seitdem kann ich gar nicht mehr davon lassen. Umso mehr freute ich mich natürlich auf das Review. Bevor ich mich aber mit dem Album beschäftige, gibt es ein paar Infos zur Band. Magister Templi haben sich 2008 gegründet, 2013 haben sie ihr erstes, komplettes Album herausgebracht. Ihr zweites Album, Into Duat, erscheint Ende August 2015 und ich durfte vorher schon reinhören.
Was wird euch also erwarten:

Auf dem Album sind 8 Tracks, die alle mehr oder weniger von der Ägyptischen Mythologie handeln, den Titeln zu Folge von der Entstehung bis zum Untergang der Welt. Das ist mal etwas anderes als immer nur Wikinger oder Satanismus. Dazu wurde im Vorfeld angekündigt, dass das Album weniger Doom und mehr Heavy Metal enthalten soll - wollen wir mal sehen.

Das Album beginnt bombastisch mit dem Song "Creation", der den Hörer sofort die Stufen hinab in die Welt der Ägyptischen Götter führt. Das Tempo verführt zum gepflegten Kopfnicken und verät, dass es jetzt doomig wird. Der Song nimmt dann an Fahrt auf und zeigt schon sehr gut, wo das Album hinmöchte. Der Gesang, clean und mit viel Hall, hat etwas von einem Prediger mit oldschool Metal charakter. Das passt wirklich sehr gut. Auch im Verlauf des Albums wird uns auffallen, Abraxas d'Ruckus, der Sänger, weiß ganz genau was er tut. Und so geht es auch weiter. Doomige Riffs, treibende Drums, nichts, was man nicht schonmal gehört hat, aber auch nicht schlecht!

"Anubis" heißt der nächste Song, der mich richtig fesselte. Der Titel beginnt und wir finden uns auch sofort in einem von Anubis' Totenriten wieder. Ein super gelungener Anfang, der mich persönlich an eine Tropfsteinhöhle erinnert. Der Song im Allgemeinen erinnert an eine verzeifelte Flucht aus dem Totenreich. Leicht hysterischer Gesang, flotte double Base und gute Riffs erzeugen eine tolle Atmosphäre. Im Refrain ruft ein Chor den Namen des Gottes der Unterwelt "A-Nu-Bis". Dazu noch ein tolles Solo und ein knackiges Ende. Für mich gehört dieser Song zu den Highlights der Platte.

Nun zu dem Song, der mir sofort beim ersten mal Hören ins Ohr ging. Sein Name ist "Slaying Apophis" und der Grund für seine Eingängigkeit ist diese hymnenartige Gitarrenmelodie am Anfang, die im Refrain vom Chor nachgesungen wird. Das geht sofort ins Ohr. Dazu wieder tolle Riffs, eine dramatische Strophe als Kontrast zum Refrain und fertig ist mein persönliches, zweites Highlight der Platte. Die Variation der Melodie nach dem 2. Refrain und das superstarke Solo runden den Song dann ab.

Der letzte Titel der Platte heißt schlicht und einfach "Destruction". Er beginnt mit einem ägyptisch angehauchten Intro, das sehr stimmungsvoll ist. Leider ist es zu schnell vorüber. So etwas  gibt es selten, dass ein Teil zu kurz ist, aber hier tritt genau dieser Fall ein. Nach einem treibenden Anfangsteil kommt dann ein Basssolo. Hier fühlt man die leere nach der Zerstörung der Welt. Dazu kommt dann ein Chor und ein Gitarrensolo, alles ohne Schlagzeug, nur mit Bassbegleitung. Allgemein finde ich den Song sehr gelungen, super atmosphärisch, aber leider zu kurz. Der Anfang, das Bassolo, der Cho- Da hätte man mehr draus machen können! Schade, aber trotzdem ein guter, letzter Song, der auch zeigt, dass das Album jetzt vorbei ist.

Fazit:

Magister Templi machen sehr feinen Doom Metal der alten Schule. Besonders viel HEAVY Metal, wie anfangs angekündigt, fand ich in dem Album nicht, was mich persönlich aber auch nicht stört. Die Jungs erfinden den Doom nicht neu, aber das, was sie tun, können sie sehr gut. Im Album Into Duat findet man starke, genretypische Riffs, tolle Solos und atmosphärische Parts, die auch musikalisch die Geschichte des Albums voranbringen. Für mich ist es nicht DAS, aber ein sehr gutes Doom Metal Album. Fans des Genres und jeder, der sich dafür interessiert, sollten definitiv einmal in Into Duat reinhören.
Viel Spaß beim hören.

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