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LYNCH MOB - Rebel14.08.2015

LYNCH MOB - Rebel

LYNCH MOB - Rebel

verfasst von Karla the Fox

Die ganzen neu entstehenden Richtungen und kaum befahrenen Trampelpfade der Musik sind euch zu viel? Dann seid ihr bei Lynch Mob richtig. Diese Herren spielen den good old Rock'n'Roll wie man ihn sich vorstellt. 4 Männer, 4 Instrumente, über Jahrzehnte aufgebaute Erfahrung, lange Haare, Sonnenbrillen, schwere Machinen, ein Hauch wilder Westen aber nicht zu hinterwäldlerisch... wer sich nach dieser Simplizität sehnt, der sollte mal ganz schnell das Album Rebel von George Lynch und Co. einlegen.

Das Albumcover ist nicht allzu anders als das was ausgerechnet Marteria mit Zurück in die Zukunft II in die Welt gesetzt hat. Ein noch nicht ausgewachsener Junge ist bereit für den Kampf und schaut grimmig in die Augen des Betrachters. Er ist der "Rebel". Als extrem rebellisch entpuppen sich Lynch Mob dann aber gar nicht. Ihre Songs von "Automatic Fix" bis "The Ledge" sind höchstens auf relaxte Weise grimmig und furchteinflößend. Es hat heutzutage halt kaum noch einer Angst vor den 'bösen Rockern', die da ihren Krach machen. Auch wenn der Closer "War" heißt, lassen Lynch und seine Bande ihn langsam ausklingen, keine Schüsse, keine Toten, kein Gefühl des Schreckens.

Oni Logan, der der Band seine Stimme leiht, singt die meiste Zeit ohne Unterstützung. Das macht die Songs roher und echter. Die Produktion ist trotzdem sauber und nebenbei recht fair unter den Einzelmitgliedern verteilt. Das Songwriting der Band geht spontan von statten, sie spielen einfach drauf los und dann setzt irgendwann der nächste ein. Das bewirkt, dass die Musik nie wirklich 'durchkomponiert' klingt und auch nicht so mega effektvoll ist. Dafür vermittelt sie Gefühl und Können. Riffs, die spontan fließen sind nicht schlechter als solche, die vorher niedergeschrieben wurden. Von elektronischer Verzerrung halten Lynch Mob nichts und ihre bisherige Laufbahn gibt den Jungs im Großen und Ganzen Recht in dem, was sie tun. Sie waren bei Whitesnake, Ozzy oder Dio dabei, das spricht doch eigentlich für sich und deswegen lasse ich jetzt das Testosteron sprechen. Im Klartext, ich halte die Klappe und lasse euch stattdessen die männliche Musik von Lynch Mob genießen.


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