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LUCA TURILLI'S RHAPSODY - Prometheus (Symphonia Ignis Divinus)21.06.2015

LUCA TURILLI'S RHAPSODY - Prometheus (Symphonia Ignis Divinus)

LUCA TURILLI'S RHAPSODY - Prometheus (Symphonia Ignis Divinus)

verfasst von Karla the Fox

Europa 19. Juni, UK 22. Juni, Japan 23. Juni, Amerika 29. Juni - Jepp, wir brauchen dringend einen einheitlichen Tag für Veröffentlichungen weltweit. Denn wie kann man es den armen Amerikanern zumuten, diese Symphonien erst 10 Tage später als unsereins hören zu dürfen?! Luca Turilli und seine Projektband Rhapsody haben Monate der Arbeit investiert um euch ihr zweites, ja man darf es so sagen, Meisterwerk zu präsentieren. Turilli ist kein Songwriter oder Metalmusiker, der Mann ist ein professioneller Komponist, der mehr als nur das Recht hat seinen Stücke als "Rhapsodien" zu bezeichnen. In un-nachspielbarer Weise werden hier grandiose Melodienverläufe mit emotionalen Leadstimmen, großflächigem Chorgesang und erstklassiger Studiotechnik miteinander verbunden zu einem Album, das es mit jedem Film Score unserer Äre aufnehmen kann.

Der Zauber währt über 70 Minuten und ich stelle mir eventuelle Liveauftritte nicht in Hallen, Zelten oder Stadien vor sondern auf der Opernbühne, mit einem richtigen Orchester und Kostümen. Die Behauptung, sie machten Filmmusik ist für Rhapsody nicht etwa eine abfällige Bemerkung, es ist das was sie im Sinn haben. Akzeptiere ich. Die Stücke sind aber eben genauso gut für Opern (sind ja sogar zum Teil in italienischer Sprache verfasst), melodramatische Musicals wie Les Miserables oder das Phantom der Opern wie für die Hinterlegung einen Monumentalfilms geeignet. Luca Turilli ist kurz gefasst der E-Gitarren spielende Bruder von Webber und Zimmer. Die inhaltlichen Themen der Kompositionen konnte ich bedauerlicherweise nicht immer entschlüsseln. Das liegt mitunter daran, dass mein Italienisch nicht das Beste ist, was, wie bei den großen Opern, den Hörgenuss nicht stört. Sehr eindeutig und zur Freude aller Herr der Ringe-Fans ist "One Ring To Rule Them All" ausgefallen. Mit Gollums Stimme und vielen Zitaten gespickt, dürfen sich die Tolkien-Fans überlegen, ob sie die Filme nicht noch mal neu mit Musik ausstatten wollen, dieses Mal eben von Rhapsody. "Anahata" überrascht mit orientalischen Klängen und das abschließende "Of Michael the Archangel and Lucifer's Fall" bietet eine komplette biblische Geschichte in mehereren Teilen. Warnung: bitte nicht fälschlich nach dem vorherigen Song "Yggdrasil" die Musik ausschalten, auch wenn es eine kleine Pause gibt, die das Ende der Platte suggeriert.

Die Band Rhapsody besteht an sich nur aus fünf Männern, das Team welches für dieses Album gebraucht wurde, war aber natürlich größer. Zahlreiche Vocalisten geben sich das Mikrofon in die Hand, Männer und Frauen, solche mit klassischer Ausbildung und solche, die aus dem Heavy Metal kommen, Solosänger, Duette, der Chor, nichts fehlt. Die Hollywood-taugliche Produktion ist auch nichts, was man mal kurz im eigenen Keller zusammen bastelt. Dafür waren Turilli und Co. lieber drei Monate lang in den Backyard Studios beschäftigt. Die Nähe zu Leuten wie dem Sänger von Primal Fear, dem Musikproduzenten von Michael Schenker und dem Artworkdesigner von Lindemann bringt den Metal in das sonst episch-symphonisch gehaltene Werk.

So gesehen ist nichts an Prometheus falsch, die Macher haben wahrlich Großes geleistet. Die einzige Hürde könnte sein, dass man diese Musik nicht nebenbei über Kopfhörer aufnehmen kann, ohne vollkommen davon eingesogen zu werden und alles andere außenrum ein bisschen auszublenden. Keine Musik zum Autofahren oder Hausaufgaben machen. Das ist der Unterschied zwischen Unterhaltung und Kunst.

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