Review

Lothlöryen - Principles Of A Past Tomorrow02.07.2015

Lothlöryen - Principles Of A Past Tomorrow

Lothlöryen - Principles Of A Past Tomorrow

verfasst von Kalle

Mal ehrlich: Ihr würdet doch bei diesem Bandnamen direkt an eine nordische Formation denken oder? Eine Band die aus Schweden, Finnland oder Norwegen kommt. Doch jetzt haltet euch bitte mal fest, denn die Band kommt aus Brasilien. Die Südamerikaner beschäftigen sich tatsächlich mit einem Genre, was normalerweise nach Skandinavien gehört. Ich gebe zu, das hätte ich denen nicht zugetraut und dabei gibt es die sechs Musiker bereits seit 2002 und sie veröffentlichen jetzt ihr fünftes Album, haben bereits in ihrem Land zahlreiche Preise abgegriffen und tourten mit eben jener Bands, die man dort mehr einordnen würde (Korpiklaanioder / Symphony X).

Lothlöryen bezeichnen ihr Genre als Power / Folk / Prog Metal und das hört man. Zwei Gitarren (Leko Soares / Tim Alen), ein Bass (Marcelo Godde), ein Drummer (Marcelo Benelli), ein Keyboard (Léo Godde) und ein Sänger (Daniel Felipe) bilden zusammen die Band. Jetzt an den Namen erkennt man auch die Herkunft ein wenig. Musikalisch merkt man diesen südamerikanischen Einfluss nur ein wenig, weil der Gesang doch mit einem gewissen Akzent behaftet ist. Musikalisch bringen die Herren wirklich viel mit. Sie haben mit ihrer Genrebeschreibung nicht daneben gegriffen. Sie mischen wirklich die gesamten Einflüsse zu einem sehr eigenen Sound in den nun neuen 12 Stücken. Auch wenn mich manche Passagen, wie in "God Is Many", ein wenig an Rage gemischt mit Powerwolf erinnern. Und Folk muss nicht immer nordisch klingen. Beweis dafür ist die recht gute Midtemponummer "Time Will Tell", wo Akustikgitarre und Bongos und Percussion eine Rolle spielen. Ich bin sehr angetan von dieser Mischung von sehr melodischen Powermetalsolos und diesen leichten Progeinflüssen, wie in "Manipulative Waves". Dort bekommt ihr zu Beginn einen Sound der einen Hauch Deep Purple durchschimmern lässt und dann wieder ein Solo fast wie Dragonforce klingend, nur etwas langsamer.

"Night Is Calling" ist hingegen ein sehr konfuser Track. Die Struktur darin zu erkennen dürfte für den Ersthörer sehr schwer sein, denn hier prallen so viele Sounds auf euch ein, das man schon dezent den Überblick verlieren kann, ob das jetzt Gitarre, Keyboard oder gar noch was ganz Anderes ist. Mich persönlich hat "The Quest Is On" gepackt. Der Song bringt mächtig Power mit sich und die Mehrstimmigkeit tut dem Album sehr gut. Manch passagen haben mich ein wenig an Alestorm erinnert. Ab und an findet ihr auf dem Album auch kleine zwischenspiele, die euch so ein wenig auf die folgenden Tracks einleiten. Ein weiterer Anspieltipp ist "The Law & The Insider", denn hier geht es sehr kraftvoll zur Sache. Ein optimaler Headbangersong. Wer es etwas verspielt und gefühlvoll mag, dem dürfte "Wavery Time" gefallen, das gleichzeitig auch das Schlusslied ist.

Als kurzes Fazit... ich bin überrascht über die Mischung der Genre und angetan von der sehr guten Gesangsstimme. Mehr noch bekommen haben mich die teilweise grandiosen Gitarrensolos. Im Gesamten ist mir das Album dann aber doch leider etwas zu durcheinander, was das Hörvergnügen nicht trübt, sondern eher als Herausforderung zu sehen ist. Blickt man bei all den verschiedenen Klängen durch oder verliert man doch den Überblick. Am einfachsten ist es für euch, ihr findet es selbst heraus.

Alle CD Reviews

Treffer 1 bis 200 von 1057