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LIV SIN - Follow Me17.06.2017

LIV SIN - Follow Me

LIV SIN - Follow Me

verfasst von Kalle

Ich hab mir schon oft die Frage gestellt, wie würden Accept wohl in weiblicher Form klingen. Heute habe ich eine Antwort gefunden, wobei man sicher noch eine Prise Huntress mit hinzufügen müsste, doch dann käme man ungefähr auf den Klang von Liv Sin. Die Frontfrau und Erschafferin der Band ist keine Unbekannte, spielte Liv Jagrell über mehr als ein Jahrzehnt bei Sister Sin mit. Die Schwedin wollte nach dem Ende von Sister Sin aber nicht einfach aufhören und der Musik fernbleiben. Sie hatte mehr vor und das setzt sie jetzt in der neuen Band LIV SIN um.

Satte elf Stücke mit purem Metal warten auf euch. Produziert wurde die Scheibe von Stefan Kaufmann und Fitty Wienhold. Daher ahnt ihr schon, wie ich auf den Vergleich mit Accept kommt. Stefan spielte bei Accept und Fitty bei U.D.O. (Udo Dirkschneider - ehemaliger Sänger bei Accept). Der Sound erinnert stark an die Riffs und Melodien von Accept, wobei sich das eher auf die neuere Ära bezieht, die etwas dynamischer und stärker wirkt. Stimmlich erinnert mich das Ganze mehr so an Huntress, da Liv viel schreit und dabei ihre Stimme leicht kratzig klingen lässt.

Mit von der Partie sind Patrick Ankemark (Lead Gitarre), Per Bjelovuk (Drums), Tommie Winther (Bass) und Chris Bertzell (Gitarre). Die Musikerfraktion hat ein paar schön klassische Riffs neuen Anstrich verpasst. So klingt die Scheibe im Gesamten sehr düster. Wundert ehrlich gesagt nicht, lädt das Cover mit schwarzen Augen, Kuttenmäntel und einem sehr unheilichen Blick ein. Ob die Photoshoprauchfäden hätten sein müssen oder man nicht lieber richtigen Rauch hätte nehmen können, das ist Geschmackssache. In jedem Fall schaffen es Liv und ihre Männer dem Albumtitel gerecht zu werden.

Man folgt ihr von Anfang bis Ende, denn das Tempo ist recht hoch, die Songs sehr eingängig und somit ein netter kleiner Metalhappen. Ob einem auf Dauer die hohen Screams auf den Trichter gehen, das muss jeder für sich herausfinden. Ich finde die Verschmelzung vieler Genre sehr interessant, denn hier und da bekommt man u.a. Thrash Metal Einflüsse geboten. Ruhige Töne sind auf dem Album ebenfalls vertreten, wenn auch selten. Lasst euch auf die Platte ein und lauscht den Klängen. Ob es für einen Dauerbrenner reicht, bin ich mir nicht sicher. Für Zwischendurch aber eine gute und solide Abwechslung.


Tracklist:

01. The Fall
02. Hypocrite
03. Let Me Out
04. Black Souls
05. Godless Utopia
06. Endless Roads
07. Killing Ourselves To Live
08. I´m Your Sin
09. Emperor Of Chaos
10. Immortal Sin
11. The Beast Inside

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