Review

LEAVES´ EYES - King Of Kings12.08.2015

LEAVES´ EYES - King Of Kings

LEAVES´ EYES - King Of Kings

verfasst von Kalle

Als ich das Cover und den dazugehörigen Albumnamen gehört habe, dachte ich erst eine neue Platte von Manowar, doch dann ging es um Leaves´ Eyes und ich war schon damals gespannt, was auf dem Silberling drauf sein wird. Jetzt liegt er vor mir und rotiert einige Male durch mein Gehör. Ich werde auch so schnell nicht aus machen, denn die Platte hat mich mal richtig in den Bann gezogen. Was ist den klugen Köpfen Liv Kristin und Alexander Krull da wieder gelungen? Ich kenne beide bereits persönlich und weis um ihre gewisse Genialität, aber hier überraschen sie mich wirklich mit dem Album.

Euch erwarten insgesamt elf epische Tracks und das ganze auf einem Konzeptalbum. Hier sind also nicht einfach so Tracks zusammengewürfelt, sondern euch wird eine Geschichte erzählt. Es geht um die Heimat von Liv, Norwegen, und ihre Geschichte. Ein gewisser Harald Halvdansson spielt dort eine große Rolle, denn als er geboren wurde, sprachen die Götter aus: Hier wurde ein König geboren. Ihr werdet hier somit auf die Geschichte von Harald in musikalischer Form mitgenommen, von der Geburt, über seine Eltern, bis hin zu seiner Zeit als König und seine Schlachten. Und ich persönlich bin ein großer Fan von solchen Geschichten, gerade wenn sie musikalisch übermittelt werden. Da hat man nicht die stupiden und einfachen Erzählungen, sondern bekommt die Geschichte musikalisch untermalt. Und da Liv eine begnadete Stimmfarbe und auch -vielfalt besitzt, könnt ihr euch schon jetzt sicher sein, dass ihr all ihr Können zu hören bekommt. Ob der klare Gesang oder das opernhafte Singen - es ist wirklich Alles mit dabei. Zudem wird sie beim Gesang von einigen Chören und natürlich vom Growlingmeister Alexander Krull begleitet.

Leaves´Eyes schaffen es wieder so viele Elemente in ein Album zu packen, ohne das es überfüllt klingt. Ich nutze gerne den Begriff episch, doch es stimmt halt auch. Beispiel dafür? Hört euch "Halvdan The Black" an. In dem Song geht es um den Vater von Harald, auch King Of Darkness genannt. Der Name verrät Kraft und Power und eine gewisse Düsterheit... perfekt umgesetzt fällt mir dazu nur ein. Kraft und Power kommen durch die Gitarren und Chöre und die Düsterheit durch die Growls. Die Band findet immer die perfekte Mischung zwischen dem Harten und dem Sanftmütigen. Das spiegelt sich perefkt in "The Walking Eye" wieder, wo es im hinterem Songabschnitt die düstere Stimme von Alex gibt und danach die zarte Klangfarbe von Liv. Man baut verschiedene Instrumente ein, so setzt man eben auch auf viele Mittelalterinstrumente wie Flöte oder Laier in den Songs. Aber man hat auch ein ganzes Orchester (White Russian Symphony Orchestra) hinter sich, welches die Band unterstützt. Auch so manch Gaststimme wurde auf die Platte gebannt. Simone Simons (Epica) oder auch Lindy-Fay (Hella / Wadruna) kommen zu Wort und tragen zu diesem bombastischen Hymnen bei.

Simone Simons hört ihr im Song "Edge Of Steel" und da treffen zwei Stimmgrößen aufeinander, die sich super ergänzen. Eine wirkliche Hymne die ihr dort zu hören bekommt. Es gibt aber nicht nur Bombast und epische Knaller, sondern auch atmosphärische Töne. "Haraldskvæði? ist ein solcher Track, der ein wenig für Ruhe sorgt und euch in die Welt von damals entführt. Hier ist Gänsehautstimmung angesagt. Man kann dieses gigantische Album eigentlich kaum beschreiben, weil es einen jedes Mal aufs Neue fesselt und Dinge hören lässt, die man davor vielleicht gar nicht hat wahrgenommen. Für mich eine Zeitreise in die damalige Zeit und der erneute Beweis: Metal + Geschichte gehören zusammen, sowie die Einbindung von Orchestern und grandiosen Stimmen einfach nur Gänsehaut verursachen. Dieses Album ist in meiner Favouritenliste ganz weit oben und wird noch so einige Mal durch die Boxen knallen. Solch epische Werke bekommt man nur allzu selten zu hören und daher ist das hier ein Werk, was von der gesamten Aufmachung her ein Knaller ist. Egal ob die Stimmen, die musikalischen Elemente oder einfach das gesamte Zusammenspiel von Allem... es ist ein Meisterwerk.. anders will und kann ich es nicht beschreiben.

Ich bedanke mich hier einfach bei Allen, die solch Musik geschaffen haben und so grandios produziert haben. Es hat sich mehr als gelohnt. Wenn man das gesamte Album am Stück auf die Bühne bringt und mit Darstellern diese Geschichte in einer Art Theater wiederspiegelt, dann wird das ein absoluter Knaller. Aber das ist jetzt nur meine Meinung... überzeugt euch einfach selbst und genießt diese Platte. Lasst euch mitreißen und zurückversetzen... Das wird schwer für andere Platten an das Niveau heran zu kommen.

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