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KYNESIS - Pandora20.05.2017

KYNESIS - Pandora

KYNESIS - Pandora

Verfasst von Robert K.

Heute geht es, passend zu den Temperaturen, in südlichere Gefilde - die Band Kynesis kommt nämlich aus Turin, Italien. Sie haben uns etwas mitgebracht: ihr zweites Album namens "Pandora". Thematisch hält sich das Ganze an griechischer Mythologie mit Bezug auf die heutige Zeit, also Sozialkritik pur - vermutlich. In welche Richtung geht es nun? Post Metal, angelehnt an Bands wie Mogwai, Isis und Cult of Luna, von denen man sich prompt Gitarristen und Perkussionist Magnus Lindberg für das Mastering ausgeliehen hat. Dann hören wir doch mal rein.

Hach ja, Post Metal ist so eine vielfältige Richtung, dass man gar nicht weiß, was auf einen zukommt. Wenn man sich dabei aber vor Augen hält, welche Bands Vorbild standen, dann verwundert die komplexe Komposition und das allgemeine Feeling der Platte kaum. An vielen Stellen fühlte ich mich an Cult of Luna erinnert - viele Momente, an denen man in den Himmel gucken und sich einfach fallen lassen möchte, Riffs, die Gänsehaut errgend sind und die sich ein Mitwippen des ganzen Körpers hervorrufen. Da die Songs auch alle länger als fünf Minuten sind, kann man durchaus von einem gewissen Aufbau innerhalb dieser reden, denn ein Spannungsbogen ist durchgängig vertreten. Anfangs kann es härter sein und zwischenzeitlich doch fast still - und es wirkt! Märchenhaft werden Gedanken über den Gehörgang gewoben und man beginnt Bilder zu malen - ein herrliches Gefühl. Das mag sich alles so lesen, als wäre das ganze Album voll von irgendwelchem Geseiere, aber das ist es nicht. Es ist hart und dabei unglaublich komplex. Als Liveact könnte das womöglich viele Menschen begeistern.
Auf dem Album selbst liegt ein großer Fokus auf den Gitarren, aber diese sind nicht übermäßig in den Vordergrund gerückt, sondern sie harmonisieren mit den anderen Instrumenten - gerade das Keyboard spielt eine große Rolle in der Untermalung. Umso besser für den Hörer, dass alles glasklar und absolut rein ist, aber nicht alkoholhaltig. Der Gesang lässt sich als Mischung aus Cleangesang, welcher sehr ausschweifend wirkt und harscher Gesang mit Megaphoneffekt beschreiben - passt zu der Instrumentalisierung und bildet seine solide Kombination.

Wer sich die lange Suche nach einem guten Post Metal sparen möchte und eine kleine, vielleicht sogar aufstrebende Band unterstützen möchte, macht bei Pandora von Kynesis keinen Fehlgriff. Alles wirkt aus einem Guss - organisch und fair trade. Begeistert habe ich es immer wieder gehört und man kann davon ausgehen, das es auch weiterhin so kommen kann. Kurzweilig, mitreißend und voller Kraft präsentiert die Band, was sie kann und gewährt einen Ausblick auf neue Ideen, die man vielleicht fokussierter in einer neuen Scheibe verarbeiten kann. Großartig!

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