Review

KITTY IN A CASKET - Rise!30.08.2017

KITTY IN A CASKET - Rise!

KITTY IN A CASKET - RISE!

verfasst von Ben S.

Ein Jahr nach ihrem erfolgreichen Album "Kiss & Hell", einer Support-Tour für "Psychopunch" und "V8", einer eigenen US-Tour und diversen Clubshows melden sich die Mannen rund um Frontfrau Kitty Casket aka Katharina Langheiter mit ihrem neuen Output "RISE!" nach einem mehr als geschäftigen Jahr zurück. Man könnte also sagen, die Katze lässt das Mausen nicht. Doch was birgt das neue Album des österreichischen Quintetts? Hat die Katze das Kratzen und Beißen noch drauf, oder liegt sie nun doch endgültig verstorben und mumifiziert in einer hölzernen Kiste?

"Kitty In A Casket" scheinen sich nicht wiederholen zu wollen und schnell wird klar, dass die Band aus ihren alten Schubladen und Grenzen ausbrechen will. Abgezeichnet hat sich das bereits beim vorherigen Album. Doch in welchen Fächern der Kommode hat sich einst das neugierige Kätzchen breit gemacht? Was damals noch in die Psychobilly-Nische mit Horrorpunk-Anleihen kategorisiert werden konnte, ist heute - sorry - seichtem und fast schon belanglosem Punkrock gewichen. Ok gut, ich bin ja selber ein Freund von Progression und eine Band, die sich seit Jahren nur auf der Stelle bewegt, langweilt auch mehr als sie unterhält. Das Bestreben und die Ambitionen von "KIAC" möchte ich also eindeutig als positiv hervorheben. Doch mir geht so leider der Wiedererkennungswert flöten.

Was damals noch rau und brachialer war, mit Power und Attitüde herübergebracht wurde, ist heute eher ein recht generischer Vortrag von netter Musik, die niemandem wirklich weh tut und nicht stört, aber auch einfach keinen Eindruck hinterlassen möchte. Ein paar nette Anspielungen auf die damalige Szenen-Zugehörigkeit von "KIAC" gibt es durchaus noch zu entdecken. Ein paar coole Rockabilly-Beats und -Takte darf der geneigte Hörer zwar vernehmen, doch leider sind diese Stellen wirklich nur kleine Hinweise und recht selten vorhanden.
Weiter empfinde ich auch die Produktion als leider mehr als unterdurchschnittlich. Den Anfang macht gleich erst mal ein "wundervolles" Rauschen, gefolgt von recht drucklosen Instrumenten und einer - zugegeben netten - Stimme, die auf Grund besagter Produktion aber auch leider nicht glänzen und sich komplett präsentieren und entfalten kann.

Viele der Songs wurden von der Band live im Studio eingespielt, was ja an für sich eine gute Ambition ist und für ehrliche und handgemachte Musik bürgt und steht. Aber Punkrock muss im Jahre 2017 wirklich nicht mehr rauschen und dumpf vor sich hin dümpeln. Mit einer vernünftigen und zeitgemäßen Produktion wäre hier eindeutig mehr drin gewesen.

Weder beißt noch kratzt diese Katze. Vielmehr schnuppert sie an einer hingehaltenen Hand, dreht sich dreimal im Kreis, nur um sich dann in einer Ecke zum Schlafen zu legen. Trotzdem denke ich, dass "Kitty In A Casket" mit ihrer neuen Ausrichtung viele neue Hörer finden wird. Für mich heißt es aber: Sorry "KIAC", ich weiß ihr könnt mehr. Wir hören uns zum nächsten Album.


Tracks:

01. Twenty17
02. Lights Out
03. Cold Black Heart
04. Sweet Love
05. White Lies
06. F.U.
07. Oh Johnny
08. Up With You
09. Love Me Thrill Me
10. Kiss My Ass
11. Dead Inside
12. Open Waters

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