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KING HEAVY - King Heavy03.08.2015

KING HEAVY - King Heavy

KING HEAVY - King Heavy

verfasst von Oli

Wenn man den Namen King Heavy hört, denkt man erst einmal an eine true Heavy Metal Band. Was man nicht erwartet ist Doom Metal aus Chile, der nicht besonders true, dafür experimentell ist. Die Platte, die ich euch vorstellen werde heißt genauso wie die Band - King Heavy und ist gleichzeitig ihr Debütalbum. Erscheinen wird es am 4. September beim italienischen Metal-Label Crus del Sur Music, welches jedem Fan des psychedelischen Schwermetall ein Begriff sein sollte.

Schon wenn man auf die Länge der Songs schaut wird man merken, das King Heavy eher etwas zum hören ist, als zum moshen oder abgehen. Auf dem Album sind gerade einmal 7 Songs, die aber jeweils zwischen 6 und 11 Minuten lang sind. Diese Vermutung bestätigt sich relativ schnell. Die Songs sind kaum geradlinig, haben teilweise progressive Parts und wechseln zwischen einem mittleren und sehr (!!!) langsamen Tempo. Ich könnte jetzt keinen einzelnen Song hervorheben, da sie alle irgendwie ineinander übergehen und so unterschiedliche Teile haben, dass man sich oft fragt: "Ist der Song jetzt vorbei oder noch der gleiche?" Auch die Riffs von Gitarrist Matias Aguirre sind relativ schnörkellos und konzentrieren sich aufs Wesentliche, so dass sie teilweise ähnlich klingen, so wie die Solos, die nicht primär darauf ausgerichtet sind das Talent des Gitarristen zu zeigen, sondern eher präzise eingesetzt werden um die Atmosphäre der Songs zu unterstreichen. Und so funktioniert das ganze Album - Bassist Daniel Pérez Saa spielt kaum mehr als benötigt wird um einen Song voranzubringen und auch Drummer Miguel Canessa weiß ganz genau, was er trommeln muss, damit die Songs zwar cool, aber nicht überlagert und hektisch wirken. Dazu kommt dann die kraftvolle Stimme von Luther Veldmark, die super zur Musik passt.

Beim Gesang würde ich mir ab und zu trotzdem ein wenig Abwechslung wünschen, denn so wirkt doch alles sehr monoton und gleich. Und dann ist das Album vorbei. Das leicht mantrisch angehauchte "He who Spoke in Tongues" lässt das ganze Werk langsam ausklingen und man fragt sich, wo die Zeit geblieben ist. Irgendwie wirkt alles beim hören monoton und gleich aber trotzdem interessant und anders. King Heavy schaffen es hier ein Doom Album zu schreiben, welches sich beim spielen verändert. Man muss es doch öfter hören um es ein wenig zu verstehen und sollte sich auch nicht davon täuschen lassen, dass einem nichts im Ohr hängen bleibt (außer die letzte Zeile des Gesangs "He has spoken, he has spoken,...").

Das Album ist eine durchaus interessante Erfahrung und für jeden, der mal einen Doom Trip erfahren möchte, durchaus empfehlenswert. Für das nächste Album würde ich mir aber doch die eine oder andere Hookline wünschen, um wenigstens einen oder zwei Songs aus dem psychedelischen Strudel hervorzuheben.

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