Review

KALEDON - Carnagus - Emperor Of The Darkness 17.04.2017

KALEDON - Carnagus - Emperor Of The Darkness

KALEDON - Carnagus - Emperor Of The Darkness

verfasst von Ben S

Ein Windhauch durchbricht die Stille, ein Chor kündigt die Ankunft der Dunkelheit an und ehe man sich versieht, befindet sich der geneigte Zuhörer schon in einer neuer Erzählung aus dem sagenumwobenen Land Kaledon der gleichnamigen italienischen Band.

Italienischer Power Metal? Hm, hat hier gerade jemand Rhapsody (Of Fire) gerufen? Ja und warum auch nicht, die Jungs von KALDEON verstehen ihr Handwerk und auch wenn sie nicht unbedingt mit den genannten Genre-Kollegen mithalten können, kann man sie sich doch sehr gut als einen Opening-Act für Rhapsody vorstellen. KALEDON existiert seit 1998 und relativ fleißig waren die Jungs aus Rom in dieser Zeit ebenfalls. "Carnagus - Emperor Of The Darkness" stellt nunmehr ihr 9. Studioalbum dar und erzählt natürlich wieder eine epische Geschichte aus der eigens erdachten Fantasy-Welt.

Dies kommt selbstverständlich nicht ohne die gängigen Euro Power Metal-Klischees aus. Gut gegen Böse, Held gegen Schurke, Weiß gegen Schwarz. So weit, so gut, so bekannt und damit leider auch ein wenig unauffällig und innovationslos. Dieses spezielle Genre macht es Innovatoren aber auch wahrhaft nicht leicht, neue Aspekte in ihre Musik zu einzuweben. Als eine der wenigen Bands, denen dies gelingt, wäre hier mal "Gloryhammer" genannt, die ich gerade eh für DIE Power Metal-Könige halte. Aber gut, hier geht es nicht um die Abenteuer von Angus McFife im Köngreich Dundee, sondern um das Erwachen eines (anderen) ach so bösen Herrschers und deshalb finde ich es sinnlos, über all die wiederkehrenden Klischees zu urteilen.

Nach dem Intro ballert gleich der erste Track "The Beginning Of The Night" durch die Boxen und was ich da höre, ist härter als erwartet. Die Gitarrenarbeit ist recht rau und kernig, die Drums werden ordentlich beackert, den Bass höre ich zwar kaum raus, was aber auch nicht sonderlich stört. Auch Michele Guaitoli weiß seine Stimme gut einzusetzen, singt er doch abwechslungsreich und nicht permanent in den höchsten Tonlagen. Natürlich gibt es auch große Melodien und viel Keyboard-Konfetti, aber das ist genretypisch passend, stimmig und spielt sich nicht in den Vordergrund. Damit macht sich selbiges auch nicht wichtiger als es ist. Die Produktion ist recht dynamisch und ausgewogen geworden.

Was mir aber auffiel ist, dass es gleich schon im ersten Song, nach 22 Sekunden, ein wenig holpert. Dies fängt sich aber ganz schnell wieder und die Jungs finden zurück in ihren Takt. Unverständlich bleibt mir dies aber trotzdem. Das Intro von "Trapped On The Throne" erinnert stark an Iron Maiden gemixt mit Manowar, was ich für ich für eine sehr amüsante Kombination halte. Einzig allein die typischen Samples von Schlachten, Schwertern und sonstigem Fantasy-Kram hätten sich KALDEON sparen können. Diese wirken zum Großteil sehr abgehackt und damit unmotiviert, zudem bringen sie keinen Song weiter und erzeugen auch nicht unbedingt Stimmung. Hätte man diese besser und ausgewogener in die dargebotenen Stücke implementiert, würde sich das wahrscheinlich anders anhören.

Alles in allem kann man sich  "Carnagus - Emperor Of The Darkness" geben. Auch wenn die Jungs noch einen weiten Weg vor sich haben, um in der ersten Liga zu spielen, ist Potenzial zum späteren Aufstieg vorhanden. Zudem kann und muss man ja auch nicht täglich Steak essen, manchmal tut es auch ein gut zubereiteter Burger.

Tracks:


01 Tenebrae Venture Sunt
02 The Beginning Of The Night
03 Eyes Without Life
04 The Evil Witch
05 Dark Reality
06 The Two Bailouts
07 Trapped On The Throne
08 Telepatic Messages
09 Evil Beheaded
10 The End Of The Undead

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