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KADAVAR - Berlin26.08.2015

KADAVAR - Berlin

KADAVAR - Berlin

verfasst von Jana W.

Gab es von KADAVAR zum ersten Mal vor drei Jahren, als sie 2012 ihr erstes Album veröffentlichten. Das Debüt, das den Namen der Band trug, war ein absoluter Volltreffer. Die Band lieferte feinsten Crossover aus Stoner und Rock ´n´ Roll ab, der für die Zukunft einiges versprach. Das zweite Album Abra Kadavar schlug in die gleiche Sparte, sodass KADAVAR die Latte nun wirklich hoch gesetzt haben für das nun vor einigen Tagen erschienene dritte Album Berlin. Und mit diesem kam ein Stilwechsel, der die Platte deutlich von ihren Vorgängern abhebt.

Mit dem Einsteiger in die Scheibe, Lord Of The Sky, verspricht die Band leichten, tanzbaren Retro- Boogie Rock aus vergangenen Jahrzehnten. Anstatt des schweren Sounds mit Einflüssen aus Doom und Stoner aus der vorherigen Alben ist diese Musik nun weniger schwer, elektronischer und klingt auch ein klein wenig moderner. Der Eingangsriff des ersten Songs ist simpel, geht aber direkt ins Ohr, und auch das Schlagzeug klingt zwar zur Musik stimmig, aber simpler und poppiger als auf vorherigen Aufnahmen. Last Living Dinosaur, das direkt auf den ersten Track folgt, hat etwas mehr von dem ursprünglichen Sound der Band. Es klingt etwas roher und minimalistischer, und auch der Gesang beruft sich zurück auf den alten Stil.

Spanish Wild Rose klingt dann wie eine Adaption eines Black Sabbath Songs aus den 70er Jahren, nur ein kleines Stück weniger beeinflusst vom Doom der damaligen Zeit. Der Riff des Songs könnte dagegen direkt aus der Feder Tony Iommis und Co. stammen. Generell scheint vieles von diesem Album schon bekannt, wenn auch nicht zwingend von KADAVAR selbst, aber auf dieser Platte scheint beim Hören kein Song genau wie der andere. Die Abwechslung ist gegeben, und ebenso das Flair der 70er Jahre - nur hat sich die Band entschieden, auf den Sound zu verzichten, und beruft sich nun auf modernere Klänge.

Der Bonus Track auf Berlin klingt dagegen, ohne eine Wertung abgeben zu wollen, klingt zuerst einmal schlicht und einfach falsch. Der Song hebt sich in jeder Hinsicht vom restlichen Album ab, sowohl in seinem psychedelischen und surrealistischen Klang, als auch in dem nun deutschen Gesang und dem Klang des Gesangs. Als Cover von einer Sängerin der 80er Jahre ist der Track aber dennoch ein originelles Stück, und definitiv für eine Überraschung gut.

Fazit:
Stört man sich nicht an dem allzu bekannten Sound und den scheinbaren Anlehnungen an zahlreiche Künstler aus den 70ern, dann ist dieses dritte Album von KADAVAR ein schönes Stück Musikgeschichte, bloß eben aus unserem Jahrhundert. Der Stil der Band ist und bleibt authentisch, auch wenn diese Platte eher weniger innovativ daherkommt als es sich einige wohl wünschen würden. Absolute Kaufempfehlung für musikalische Nostalgiker und Fans von tanzbarer Rockmusik.

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