Review

JOTNAR - Connected / Condemned08.05.2017

JOTNAR - Connected / Condemned

JOTNAR - Connected / Condemned

verfasst von Sebastian

Was ich vor diesem Review über diese Band wusste, war das Herkunftsland aus dem die Mitglieder von Jotnar stammen und der Musikstil der mich grob erwartet. Bei ersterem handelt es sich um das idyllische Spanien, genauer gesagt um die kanarischen Inseln. Was den zweiten Punkt, den Musikstil, angeht kann man alles idyllische und Schöne was man mit Spanien verbindet gleich vergessen. Hier geht es nicht um kleine Küstenstädte wo man bei einem Glas Wein auf das Meer schauen kann, und auch nicht um Partymetropolen wo die typischen Ballermannstars auf der Bühne stehen. Jotnar holen volle Kanne mit der Melodic Death Metalkeule aus und schlagen damit auch gnadenlos zu. Allerdings bietet Jotnar wesentlich mehr als stupides Gedresche und Gebrülle, obwohl sie auch von manchen Menschen dem Agressive Metal zugeordnet werden. Als der erste Track Connected/Condemned startete war mein erster Gedanke, dass die ersten Noten extrem gut abgemischt und kraftvoll klingen. Und das gleich bei der Debutplatte einer Band ist nicht immer Gang und Gäbe aber hier einfach perfekt gelöst worden. Aber Moment. Debutplatte? Gründungsdatum 2008? Korrekt! Seit langen neun Jahren existiert diese Band nun und seit fast so langer Zeit ist es auch sehr still um eben diese. Unterbrochen wurde die Stille lediglich im Jahr 2012 als die EP mit dem Namen Giants released wurde. Trotz mangelnder Tonträger die seitens der Band auf den Mart geschmissen wurden kann sie trotzdem auf viele Liveerfahrungen seit der Gründung zurückblicken. Nach vielen Besetzungswechseln, die wohl auch einen Schuld daran haben, dass man Jahre nichts hörte, wurde ein Vertrag bei Murdered Music unterschrieben. Mit Connected / Condemned liegt nun aber das erste komplette Album vor mir. Und wie schon am Anfang angedeutet ist die Platte eine pure Freude, wenn man das denn so bei Death Metal sagen darf. Alleine der perfekte Sound, egal ob Instrumente oder die Vocalparts, lassen erahnen was für Qualitätsansprüche an sich selbst gestellt worden sind. Unterbrochen werden diese Ansprüche für mich persönlich allerdings nur durch den Song Say It Right. Das liegt allerdings nicht daran das es sich um ein Cover von Nelly Furtado handelt, sondern das der Song einfach nicht ins Album passt. Speziell der cleane Gesang wirkt einfach sehr fehl am Platz im Vergleich zu den restlichen 13 Tracks. Aber von 14 Songs nur einer an dem ich was auszusetzen habe ist doch ein wirklich guter Schnitt. Der Rest jedenfalls besticht durch ein wanhsinnig tolles Songwriting. Auch wenn die Band der Death Metal zuzurordnen ist, wird in jedem Stück so viel Abwechslung geboten. Es hagelt harte Riffs in jedem Moment und doch schwingt im Hintergrund immer eine schöne Melodie mit die das ganze sehr auflockert. Wenn dann die Growls durch den Cleangesang unterbrochen werden bemerkt man erst die ganzen Facetten von Jotnar. Am Schluss entlässt einen das Stück The Portrait, für das als Gastsängerin Jennie Nord dazu geholt wurde, aus dem Album. Den Song erwähne ich noch da er trotz der anfänglichen Härte einer der gefühlvollsten und ruhigsten des ganzen Albums ist und als Rausschmeißer perfekt platziert ist. Wo ich gerade die Gastsängerin erwähnt habe. Jotnar haben auch mit denen nicht gegeizt und unter anderem noch Björn "Speed" Strick von Soilwork mit an Bord. Als Fazit kann ich nur jedem empfehlen der Band mal ein Ohr zu leihen. Manchem Death Metal Anhänger könnte der Stil etwas zu lasch ein, aber ich denke das man von Jotnar in Zukunft bestimmt einiges hören wird. Da die Festivalsaison ja gerade beginnt werden sie sich mit dem Album einige Fans erspielen können! Von mir einen Daumen nach oben!

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