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JACKSON FIREBIRD - Shake the Breakdown09.09.2015

JACKSON FIREBIRD - Shake the Breakdown

JACKSON FIREBIRD - Shake the Breakdown

verfasst von Karla the Fox

Jackson Firebird sind nichts geringeres als eine 2 Mann-Band aus Australien, die rockt wie mindestens 5. Sie sind jung, sie sind kreativ und irgendwie schaffen sie, mit ganz wenigen Instrumenten und Extras beziehungsweise Manneskraft den vollen Flair einer Rock Band herzustellen und trotzdem auf jede noch so kleine Bühne zu passen.

Brendan Harvey spielt Gitarre und singt, Dale Hudak bespielt das Schlagzeug, eine 'Bottle Bin' (Mülleimer oder Kühltasche aus Plastik für Flaschen, so genau weiß ich das nicht) und singt auch mit. Ihr leichter Down Under Akzent verleiht ihren Liedern extra Charme und irgendwie denke ich, ihr Auftritt würde in einem kleinen Kunstcafé genauso gut ankommen wie auf großen Festivalbühnen.

Ihr Album haben die beiden motivierten Jungspunde Shake the Breakdown getauft. Keine Ahnung, wie sie das meinen, Cock Rockin, der Vorgänger, war einfacher zu interpretieren. Irgendwas wird jedenfalls geschüttelt und es geht aufs Ganze. Wenn es mit 'Mohawk Bang!' losgeht, meint man wirklich, eine ganze Band vom härtesten Schlag vor sich zu haben. Testosteron und viel schwarzes Leder und so. Manche Teile des Gesangs sind klassischer, grollender, tiefer und warmer Rock'n'Roll, andere Teile sind höher und abgehakter wie aus der Fraktion Limp Bizkit und Konsorten. Wenn so eine Rap Core/ Rock'n'Roll - Kombi sich findet, kann man innovative Cover von Motörhead oder den Beastie Boys erwarten - kaum einer würde aber Queen vermuten. Und dann auch noch 'Fat Bottomed Girl', der wohl niveauloseste Text dieser Elitevereinigung. Oder noch weniger: ein Kinderlied namens 'The Clapping Song', wo die Tiere lustige Dinge tun und solche Sachen. Mit gefühlvollen Balladen haben es Jackson Firebird nicht so, selbst der langsamste Song hat noch eine dunkle Kraft und Wut im Bauch, wie zum Beispiel 'Get Away'. Technisch kann ich nicht so viel über die Jungs sagen. Besonders dick aufgetragen ist ihr Sound nicht, geht auch schwer bei eben nur zwei Leuten, dafür ist er 100% echt, keine künstlichen Zusatzstoffe. Hhm, vielleicht ist hier und da die Gesangsstimme abgedämpft. Kurriose Soloausbrüche des Gitarristen darf man nicht erwarten. Jackson Firebird setzen das bestimmte Etwas lieber mit ihren Stimmen und Ideen auf die Musik drauf. Ich mag den modernen Einschlag der Vocals während der Soundteppich simple, fast primitiv bleibt.

Fazit: Habe bestimmt schon mitreißendere Musik gehört, künstlerisch hingegen ganz ganz großes Kino.

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