Review

ISVIND - Gud02.07.2015

ISVIND - Gud

ISVIND - Gud

Verfasst von Jana W.

In der Black Metal Szene, und besonders in der norwegischen, sind ISVIND (zu Deutsch Eiswind) längst kein Geheimtipp mehr, und als Neuling auf dem Markt ist die 1992 gegründete Band auch nicht zu bezeichnen. Und wenn man ihrem neuesten, vor einigen Tagen erschienenen Album Beachtung schenkt scheint nun der Zeitpunkt für die Norweger gekommen zu sein, in ihren stilistischen Experimenten das ein oder andere Risiko einzugehen.

Der erste Song des Albums, Flommen, beginnt zugleich überraschend und vielversprechend. Anstatt eines möglichst schnellen, harten Einstiegs in die Platte wird begonnen mit einer weiblichen, choralen Gesangsstimme. Gitarren, Schlagzeug und vor Allem die für den Black Metal sonst so charakteristische Verzerrung der Gitarren verhalten sich auch im späteren Verlauf des ersten Songs eher zurückhaltend. Insgesamt besitzt dieses Stück eine sehr angenehme Klangfarbe, und verzichtet weitestgehend auf die üblichen Black Metal Klischees aus extremem Tempo, penetranten Doublebass und starker Verzerrung. Die Stimmung im zweiten Track Ordet wird dann um einiges düsterer und frostiger. Das Riff wirkt dabei ein Wenig, als sei er aus Bauklötzen zusammengewürfelt- plastisch, linear, und sehr simpel. Was nicht immer schlecht sein muss, aber in diesem Fall verfehlt es seine Wirkung. Zudem ist die erste Hälfte des Songs eher stumpf komponiert, bis dann etwa auf der Mitte die Stimmung komplett umschlägt. Danach wird es abwechslungsreicher und klanglich um einiges ansprechender, bis zum Ende hin dann wieder zum anfänglichen Stil gewechselt wird.

Ein kleines Highlight des Albums ist DåRen, in dem die Stimmung noch einmal völlig umschlägt. Komplett untypisch sowohl für die Band als auch für das Genre sind hier beinahe fröhliche, unbeschwerte Kompositionen zu hören. Mit klaren Einschlägen aus dem Rock´n´Roll Bereich schaffen ISVIND hier einen besonderen Akzent von dem man meinen könnte, er passe nicht zum Black Metal, allerdings kreiert sich die Band hier eine durchaus interessante Stilkombination.

Fazit:
Neben dem klassischen norwegischen Black Metal sind hier einige Überraschungen zu hören, wie choraler Gesang, verhältnismäßig klare Gitarrensounds und einige deutlich hervorstechende Elemente des Rock´n´Roll und klassischen Metals. Allerdings sind auch diese durchaus überraschenden Elemente des Albums eher repetitiv. Es liegt der Verdacht nahe, dass es einer norwegischen Black Metal Band einfach nicht möglich ist, ein schlechtes Album zu produzieren. Ebenso ist das hier aber nicht die Spitze des Könnens der Norweger. Das Album hat Höhen und Tiefen, stellenweise ist es sehr stimmungsvoll, dann wird diese Stimmung aber durch kleinere Ungereimtheiten ins Wanken gebracht; alles in Allem überwiegt aber das Positive. ISVIND haben hier also eine solide Leistung abgeliefert, deren Anschaffung im Endeffekt kein Black Metal Fan bereuen sollte.

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