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IMPLEXI - Safest Shelter09.08.2015

IMPLEXI - Safest Shelter

IMPLEXI - Safest Shelter

von Oli

Freunde des melodischen Metals aufgepasst! Was hier auf euch zukommt ist die erste EP der brasilianischen Band Implexi. "Safest Shelter" heißt die Platte und erschien irgendwann diesen Sommer. Wann genau, kann ich aber leider nicht wirklich herausfinden, da das Album nur über die Band vertrieben wird und die einzigen Quellen die  Facebook- und Bandcampseite von Implexi sind, auf denen News nur auf Portugiesisch veröffentlicht werden.

Die Band beschreibt ihren Musikstil selbst als progressive Power Metal. Dahinter steckt aber gleichzeitig mehr und weniger. Wer Blind Guardian kennt, der weiß, wie  schwer es ist deren Stil zu beschreiben. Auf der EP Safest Shelter finden sich 5 Songs voller Metal mit aufwendig arrangierten Streicher-, Klavier- und Flötenspuren, die schon teilweise überladen wirken. Aber eben auch nur teilweise. Die Songs sind größtenteils sehr gelungen und technisch super anspruchsvoll. Hier ist speziell die Bass- und Schlagzeugarbeit hervorzuheben. Die Gitarrenriffs sind nichts Besonderes, sondern eher als Begleitung gedacht, was aber nicht weiter stört, da die Ryhtmusfraktion und die Orchesterspuren schon genug Abwechselung bieten. Wenn die Sechssaiter dann mal loslegen gibt es stimmige Melodien auf die Ohren und manchmal auch einen Ausflug in schon fast jazzige Gefilde, an die man sich erst einmal gewöhnen muss. Trotz des hohen Anspruchs der Titel sind die Songs gut hörbar und nicht  anstrengend, was mir persönlich sehr gut gefällt. Erst recht der Song "Anguish" hat schon fast Musicalcharakter, ist toll arrangiert und gespielt. Allgemein kann man bei Implexi den Begriff Musical Metal gut verwenden! Dazu kommt dann, dass der Sänger viel Gefühl in seine Stimme bringt, was immer besser wird, je länger man ihm zuhört. Als Kontrast wird dann das ein oder andere Mal gutturaler Gesang eingesetzt. Das kommt unerwartet bringt aber Frische und Abwechslung in die Songs und macht sie somit noch interessanter.

Das letzte Stück der Platte ist ein Instrumentalstück und zeigt noch mal, dass die Jungs spieltechnisch und kompositorisch durchaus etwas draufhaben. Hier konnte sich jedes Bandmitglied mal austoben, denn man findet Solos von Gitarre, Bass und Klavier und dazu eine feine Schlagzeugspur, die nicht zuletzt den Song sehr interessant macht. Die 5 Titel sind meiner Meinung nach viel zu schnell vorbei. Die leicht nachdenkliche, aber irgendwie schöne Stimmung des Albums bleibt aber.

Leider ist die Aufnahmequalität und Abmischung der Platte nur mittelmäßig. Der Gesang könnte teilweise etwas lauter sein, die Streicher manchmal etwas leiser (was vielleicht auch teilweise das Überladene erklären könnte). Diese Punkte weisen auf ein relativ niedriges Aufnahmebudget hin, was aber die Songs an sich aber nicht schlechter macht!

Fazit:
Mehr davon! Die 5 Songs sind leider viel zu schnell vorbei aber vermitteln ein großes potential, was mir persönlich Lust auf mehr macht. Hoffen wir, dass das Niveau  gehalten und die Aufnahmequalität vielleicht sogar verbessert werden können. Jeder, der melodischen Metal á la Blind Guardian mag, sollte hier mal reinhören.

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