Review

IGNEA - The Sign Of Faith16.03.2017

IGNEA - The Sign Of Faith

IGNEA - The Sign Of Faith

verfasst von Kalle

Nicht oft bekommt man Musik aus der Ukraine zu hören, die das Potential hat, in Deutschland und weiteren Ländern erfolgreich zu werden. Ignea bieten mit ihrem ersten Album alle besten Voraussetzungen für einen solchen Erfolg. Ihre Musik ist eine Mischung aus ordentlicher Metalhärte, mit sanften orientialischen Einflüssen. Kein Wunder also, dass sich das Genre der Band Modern Oriental Metal nennt. Die Platte kommt mit zehn Songs ordentlich in Fahrt, wenn man den Opener "Shaitanu Akbar" laut dreht.

Neben den klaren Vocals von Helle Bogdanova gibt es auch mächtige Growls und sogenannte Extreme Vocals. Das geht da schon gut zur Sache muss ich sagen. Gemischt werden die Sounds mit sehr harten Riffs und krachenden Drums. Und der orientalische Einfluss ist sofort zu erkennen. "Alexandria", der zweite Track, bringt direkt solch Klänge, die durch Keyboarder Evgeny Zhytnyuk gespielt werden. Der Gesang passt sich in der Melodie dem orientalischen an und erzeugt somit sofort eine ganz besondere Stimmung. Ich stelle mir jetzt gerade Bauchtänzerinnen vor, die mal so richtig satt headbangen. Man benutzt aber nicht nur das Keyboard für diese besonderen Klänge. Es gibt noch weitere Saiteninstrumente, die hier den Klang unterstreichen. Ich bin auch fast der Meinung, man hat hier für die Platte ein Orchester mit dazu geholt. Das könnte aber auch täuschen, weil es eben so machtvoll und voluminös klingt. "Petrichor" ist so ein Track, der mich da leicht in die Irre führte.

Die aus Kiev stammende Band exisitert seit 2011. Damals noch unter anderem Namen, entstanden erste EP´s und Auftritte. Die Band war damals schon bekannt für mächtige Tracks, aber sie können ebenso mit Gefühl arbeiten. Auf der Platte beweisen sie das u.a. mit dem sehr sanftem Stück "Theatre". Mit "Jahi" kommt wieder das ganz besondere orientalische Flair zum Ausdruck. Da steckt zudem noch eine Menge Folk mit drin, der aus der Ukraine stammt. Der Track ist zum größten Teil auch ein Instrumental. Als Fan von schönen Gitarrensolos komme ich bei "Halves Rapture" auf meine Kosten. Schön hohe Töne wurden hier gewählt. Gilt allerdings nicht für die Stimme. Die springt von Clear zu Growl und zurück. "Last Chosen By You" könnte fast aus der Feder von Arch Enemy stammen, wären da nicht diese Melodien aus 1000 und einer Nacht. Und das ein Orchester mit dabei ist, wird in "Alga" bestätigt. Solch Töne erzeugt man zwar auch am Computer aber bei guten Albumaufnahmen macht man es professionell. Hier gibt es nämlich ein sehr schönes Intro zum Track, bevor der dann in die Vollen geht. Ein Chor ist ebenso zu vernehmen.

Mit "How I Hate The Night" führen Ignea euch etwas aufs Glatteis. Man vermutet bei dem Track eine brachiale Nummer, die so vor Hass auf die Dunkelheit oder so strotzt. Stattdessen gibt es eine sehr sanftmütige und klassische Ballade. Allerdings sehr schön komponiert und fast Märchenhaft. Könnte aber aber auch was von Disney haben, wäre da nicht so der Text. Mit "Leviathan" wird dann noch einmal so richtig aufgedreht und alles auf eine Karte gesetzt. Ich hätte vielleicht mit dem Track davor getauscht und das Album nach all der geballten Kraft sanft ausklingen lassen. "Leviathan" bringt noch einmal aller beste Soundquali zu Tage und zeigt, das mit Ignea noch zu rechnen sein dürfte in Zukunft. Die Platte ist stark und das Genre so nicht oft genutzt. Eine Nische, die so manch Fan finden wird. Ich bin einer davon und empfehle euch die Platte sehr, auch wenn das Ende etwas zu plötzlich kommt. Der Sound drückt ordentlich, die Vocals überzeugen und dieser orientalische Touch in den Liedern ist nicht zu dominant, so dass hier eine tolle Mischung entstanden ist. Gerne mehr davon.

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