Review

HEVILAN - The End of Time12.07.2015

HEVILAN - The End of Time

HEVILAN - The End of Time

verfasst von Karla the Fox

Das exotische Brasilien hält mehrere nicht-Samba-Bands bereit als der von Vorurteilen verklärte Normalmensch glaubt. Ein gutes Beispiel dafür ist das junge Trio Hevilan. Auf eigene Faust haben sie vor wenigen Jahren eine nur 3 Tracks lange EP aufgenommen und wenig später das Debut 'The End of Time'. Mit diesem Album wurden sie die erste brasilianische Band, die bei Massacre einen Vertrag unterschrieb. Nun bringt das Label das Album in Neuauflage und weltweit raus. So weit die Fakten.

Ich würde gerne sagen, 'weniger greifbar und geradlining als ihr Werdgang ist der Sound der drei', doch das stimmt nicht ganz. Ihre Töne sind nämlich sehr griffig und auf Verwässerung oder allzu viele Schnörkel wird verzichtet, deshalb sind sie in gewisser Weise durchaus geradlinig. Hevilan spielen einerseits einen gewohnten Mix aus Power, Melodic und thrashigem Heavy Metal, den Bands spielen, die noch nach ihrem Stil suchen. Jeder will  zeigen was er kann, man kann emotional und doch hart sein, ein beliebtes Gebiet. Für ein Debut ist die ganze Nummer andererseits ziemlich aufwendig aufgenommen, mit drei Produzenten, Streichern, Chören und solchen Sachen. Diese Elemente geben Hevilan viele Pluspunkte. Ihr Album wird unterm Strich, auch wenn nichts davon irgendetwas revolutioniert, nicht langweilig.

Sänger Alex Pasqualle gibt sein Bestes um nach erfahrenem Metalshouter zu klingen. Diese hohen langen Schreie sind gesangstechnisch gar nicht so schwierig zu kriegen wie viele denken... egal, es wirkt cool und Alex hat sie wirklich drauf. Für Gitarrist Johnny und Basser Biek ist der Stil wie bereits erwähnt eine Goldgrube, gibt er ihnen doch viel Freiheit sowie die Möglichkeit zu improvisieren und sich gegenseitig zu jagen. Da die Band keinen festen Drummer hat, wurde Aquiles Priester für diesen Job engagiert, den man bereits mit Primal Fear hören darf.

'The End of Time' ist natürlich maßlos dramatisch, allein das Coverbild ist an Weltuntergangskitsch kaum zu überbieten. Wen juckts, die Menschen stehen auf sowas. Horroszenarien sind voll im Trend, Hevilan kosten das inhaltlich aus. Ihre Darbietung ist aber kein Horrorszenario. Das Trio beziehungweise Quartett (plus weitere Gastsänger Vitor Rodriguez und Warrel Dane) legt ein ordentliches erstes Album ab. Das gibt beim Hören das Gefühl, die ganze Welt erobern zu können.

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