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HELDMASCHINE - Lügen21.08.2015

HELDMASCHINE - Lügen

HELDMASCHINE - Lügen

verfasst von Kalle


Heldmaschine machten erstmals von sich als Völkerball reden, eine Rammstein-Cover Band. Nachdem man aber eigene Stücke machen und sich neu präsentieren wollte entschied man sich für einen neuen Namen und eine etwas andere Musikausrichtung. Das der Hauch von Rammstein in Heldmaschine zu finden ist, das lässt sich nicht leugnen. Das merkt man speziell am Gesang von René, der sehr nach Till klingt. Aber genug der Vergleiche mit Rammstein - betrachten wir Heldmaschine als einer der Hoffnungen in der härteren Szene. Wie ich schon bei Stahlmann sagte, möcht ich den Begriff Neue Deutsche Härte ungerne verwenden, denn neu ist das nicht mehr. Sagen wir Deutsche Härte und kümmern uns jetzt um die Songs.

Mit zwölf Stücken kommen Heldmaschine daher und Jedes hat einen anderen Inhalt. Teils sehr kritische Texte, die aktuelle Probleme beleuchten wie Krieg und ihre Opfer. "Collateral" ist eine Erzählung über die vielen zivielen Opfer in Kriegsgebieten, die einfach hingenommen werden und als Begleitschaden abgestempelt werden. Niemand achtet auf sie, wenn es darum geht, das eigentliche Ziel zu treffen. Das Lied hat in der letzten Zeile der letzten Strophe eine tolle Zeile: "Ich tat nur, was man mir befahl." Damit kann man wirklich sagen - es wird keine Rücksicht mehr im Krieg genommen und man sollte ihn am Besten gleich beenden, bevor noch mehr Unschuldige zu Schaden kommen. Schaden ist auch das richtige Wort für den zweiten Song "Schwerelos". Wenn ich ihn richtig interpretiert habe, geht es hier um häusliche Gewalt und der Wunschsituation, wieder die Schmetterlinge im Bauch zu fühlen. Doch die Realität ist leider komplett anders und auch hier zeigen Heldmaschine wieder ihr Gespühr für den realen Wahnsinn in unserer Welt. Musikalisch geht der Auftakt der Platte mit viel Elektronischen Samples daher. Die harten Gitarren gehen ein klein wenig unter, aber die Töne treffen genau den Inhalt des Liedes. "Wir Danken Euch" ist eine große Danksagung an die Fans und Supporter in den letzten Jahren. Ob man den Song nicht als Abschluss auf die Platte hätte machen können, ist Ansichtssache, aber an dritter Stelle finde ich ihn persönlich etwas unpassend.

Das hat damit zu tun, dass ich finde der Song passt nicht so ganz in die anderen Themen rein. Zum Beispiel Track Nummer 4 " Wer Einmal Lügt", der mich ehrlich gesagt etwas verwirrt hat. Die Strophen in einer merkwürdigen Gesangsart, die mich an Stumpen von Knorkator erinnert, im Refrain gibt es einen Kinderchor, was auch super passt. Aber im Gesamten ist es etwas durcheinander und ich vermute für manch Hörer eine Überflutung an Eindrücken. "Ich Will Dein Bestes" lasse ich mal unkommentiert, denn bei dem Song bin ich verwirrt und kann ihn inhaltlich leider schwer einordnen. Im Song "Tränenblut" gibt es mit der Schulz und De Clerq ein wenig Unterstützung von Unzucht, bei "Ein Traum" singt Bele Verfürth mit und Teufel von Tanzwut singt bei "Der Hammer Fällt" ein paar Passagen. Ich tue mich auch nach mermaligen Hören mit der Platte etwas schwer. Liegt es an den vielen Samples die eingebracht werden oder weil irgendwann der Eindruck kommt, es klingt fast alles identisch? Die wirkliche Abwechslung hört man wenig. Die Gitarrenriffs wirken oft eintönig, die Stimme ist auch nach mehrmaligen Hören wenig kreativ. Man versucht zwar mit verschiedenen Gesangsarten ein wenig Abwechslung zu bringen. Aber so richtig der Funke will nicht überspringen.

Es sind halt diese kleinen Highlights, die das Album prägen. "Die Zeit Ist Reif" ist ein solcher Song, der mit einem überraschenden Effekt in den Refrains daher kommt. Aber verschiedene Schnelligkeiten in den Tracks fehlen mir ein wenig. Der Auftakt war vielversprechend... leider kann das aus meiner Sicht auf dem Album nicht gehalten werden. Heldmaschine sind eine Live Band. Da kommen die Tracks mit Licht und Pyro noch ein wenig anders rüber und wirken intensiver.

Fazit:
Ja es ist ein gutes Album... aber Keines was ich auf Dauerschleife hören würde. Inhaltlich gefallen mir ein Großteil der Texte sehr und perfekt gewählt. Die Linie wird größtenteils gehalten. Musikalsich wie erwähnt, zu viel Elektronik und Samles aus meiner Sicht. Das sorgt für extreme Reizüberflutung und nimmt ein wenig an der gewohnten Härte raus. Gesanglich darf gern etwas variiert werden, damit diese gewisse einschleichende Monotonie weg ist. Und was der Song "Roboter soll... bleibt mir ein Rätsel. Also... das Album wird spalten und seine Fans finden. Ich lass mich persönlich eher live von der Band begeistern, denn da weis ich... das können sie gut.

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