Review

HEIDEVOLK - Velua16.03.2015

HEIDEVOLK - Velua

Heidevolk - Velua

von Karla the Fox

Heidevolk machen nicht unbedingt ein Geheimnis daraus, welche Metalrichtung sie spielen: Pagan, also Heidnischen Metal. Das heißt, dass ihr Spiel irgendwo zwischen Thrash und Black angeordnet ist, die Texte jedoch auf rein heidnische Themen, also die Natur, den Kampf und die Mythologie aufbauen.

Jeder einzelne Song erzählt eine Geschichte, und die Geschichten des am 20.März erscheinenden "Velua" stammen alle aus der ländlichen Region "Veluwe" mitten in den Niederlanden. Das Gebiet scheint reich an Stoff zu sein, denn Heidevolk schaffen es, damit 12 Songs zu füllen, deren Inhalte abwechslungsreicher nicht sein könnten.

Die Lyrics sind auf Niederländisch (Dutch) geschrieben. Trotzdem versteht man zum einen natürlich einige Wörter, die im Deutschen fast genauso lauten. Zweitens schafft der Sänger es, die Texte wie ein guter Vorleser vorzutragen. Man mag nicht unbedingt verstehen, was er wortwörtlich sagt. Trotzdem kann man, nachdem man sich einmal angeschaut hat, wovon die jeweilige Lyrics handeln, sofort erkennen, welchen Teil der Sage Heidvolk gerade besingen.

Besingen im Plural, denn es gibt mehr als genug Passagen, fast schon so etwas wie das Trademark der Band, an denen mindestens zwei Stimmen im Duett miteinander singen, dem ganzen somit mehr Dichte verleien und von Gruppen-Chants noch den Deckel aufgesetzt bekommen. Da wird es beim bierlaunigen Metalfolk auf den Festivals hoch hergehen. Konstant und doch unauffällig wie Irrrlichter schleichen sich Streicher über das Konzeptalbum.

Ihr meint nun sicher, mindestens eine der heidnischen Mythen Veluas rankt sich um den berüchtigten Fliegenden Holländer. Könnte man meinen, ist aber nicht so. Heidevolk waren kreativer. Die bereits ausgekoppelte Single "Winter Woede" etwa behandelt die ehrlosen, wild gewordenen Männer, die sich nach dem Krieg alleine im Wald am Leben halten müssen. Den zweiten Song finde ich inhaltlich noch interessanter, da geht es um einen Mann, der aus Eifersucht auf die Frau seines eigenen Bruders dessen Haus in Flammen aufgehen lässt und seitdem jede Nacht selbst in Flammen stehen muss, als Strafe von den Göttern. Mythische Schöpfergeister, die ewige Jagd nach der eigenen Heimat, Drinkgelage und herumirrende Seelen - Heidevolk machen vor nichts Halt. Ebenso wenig mit ihrer Musik, die atmosphärisch und kraftvoll jeden mit auf die Reise nimmt, der sich auf sie einlässt.

Ein sehr männliches, sehr düsteres, sehr gut geschriebenes und umgesetztes Album. Kann man eigentlich nur empfehlen.

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