Review

HARPYIE - Anima17.03.2017

HARPYIE - Anima

HARPYIE - Anima

verfasst von Kalle

Never change a winning sound... so könnte man eine Kurzfassung zu Harpyie geben. Seit 2011 spielen die Folk-Metaller auf und werden von Jahr zu Jahr bekannter. Ihre Musik hat sich in dem Zeitraum viel entwickelt und doch gibt es ein Merkmal, das sie immer wieder herausstechen lässt. Es ist diese gewisse Härte in ihren Songs. Kein normaler Folk-Mittelalter-Sound und kein normaler Metal mit deutschen Texten. Harypie sind ein Mix aus Beidem und das können sie gut. In den letzten Alben ließen sie immer wieder verschiedene Einflüsse mit dazu kommen und erweiterten damit ihren Horizont. Doch die gewisse Grundhärte bleibt. Gut so! Doch ist es auch gefährlich wenn über die Jahre die Songaufbauten kaum Entwicklung zeigen. Ist das so bei Harpyie? Zum Teil leider schon. Ich habe mir vor dem neuen Album noch einmal ein paar ältere Platten angehört und kann so eine kleine Entwicklung verzeichnen. Beim Songaufbau ist es allerdings nur minimal. Dafür ist der Gesang auf der neuen Platte umso stärker. Mit Anima setzen Harypie auf die bisherigen Platten noch einen oben drauf. Gerade was die Soundquaität angeht.

Die dreizehn Tracks sind besser abgemischt und hier überstimmt niemand die anderen und hebt sich dadurch hervor. Das war mal ein Manko bei einem der Vorgänger. Auf Anima kracht alles gleich gut, ohne aber glatt gebügelt zu klingen. Schon zu Beginn erwartet euch eine Überraschung. Ohne es vorher gewusst zu haben, erkannte ich die Stimme des Erzählers. Dietmar Wischmeyer gibt sich die Ehre und führt euch in die Platte ein. Aus der Sicht eines Tieres spricht er wahre Worte, die sich Harypie zu Herzen nehmen. Auf der Platte geht es nämlich viel um Tier- und Naturschutz, was der Band sehr am Herzen liegt. Doch auch politische und moralische Themen werden bespielt. Das Ganze aber in Harypie-Manier gekonnt umschriebenn. Man kommt nicht immer sofort drauf. Das Intro gibt euch direkt einen Eindruck vom Sound, der die Platte füllt. "Ambra" ist dann als erster großer Track ein guter Opener. Es geht hier um Moby Dick und seine Jagd. Und da wird schon deutlich, was ich vorhin schrieb: Der Gesang hat sich extrem entwickelt. Das kommt allen Songs zu Gute.

Ich find es klasse wie Harypie die Themen die bewegen umsetzen in Musik. "Rasputin" interpretiere ich als eine Anspielung auf Putin. Es bedarf nur wenige Worte um Wirkung zu erzielen. Was mich auf der Platte begeistert ist, das man die früher mal genutzten Elektro- und Industrialeinflüsse weg gelassen hat und sich auf "normale" Klänge besinnt. Die Geige von Mechthild kommt gut zur Wirkung. Podargo hat an der Gitarre richtig zu tun, denn schnelle und flotte Riffs kommen hier nicht zu kurz. Drummer Kayran darf sich ebenso austoben und hier und da für den gewissen Extradruck sorgen. Für die Flöten und Dudelsackklänge holte man sich Verstärkung von Ben Metzner, besser bekannt als Prinz Hodenherz von Feuerschwanz. Für die Produktion des Albums ging man zu Simon Michael, dem Schlagzeuger von Subway To Sally. Die Songs nehmen mit zunehmder Dauer der Platte an Härte zu. Tracks wie "Dynamit" oder "Berserker" haben nur wenige Passagen, wo man mal Luft holen kann. Es kracht ein mächtiges Brett auf euch ein. Ihr könnt fleißig mitgröhlen und dabei eure Stimme verlieren.

Zeit zum Verschnaufen gibt es im ruhigerem Song "Schöne Neue Welt". Dort solltet ihr allerdings sehr auf den Text achten. Mit der letzten Nummer haben mich dann Harypie richtig überzeugt auf dem Album. Schön zu den Wurzeln des Mittelalter / Folk. Klassische Töne und Melodien in "Unter Geiern". Ein schöner Ausklang des Albums. Was bleibt als Fazit? Die Platte ist geil gemacht, allerdings ist der immer ähnliche Songaufbau mein Manko an Harpyie. Das wie bereits gesagt, ist nicht erst seit dem Album. Man weis immer kleine Details einzubauen und die Songs unterschiedlich klingen zu lassen, aber die Grundbasis wird selten verändert. Anima ist trotzdem das stärkste Album der Band aus NRW und somit... gute Arbeit.


Tracklist:

01. Anima
02. Ambra
03. Schneeblind
04. Flieg
05. Rasputin
06. Totem
07. Vom Alten Eisen
08. Dynamit
09. Jagdfieber
10. Berserker
11. Löwenherz
12. Schöne Neue Welt
13. Unter Geiern

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