Review

GRAVEYARD SHIFTERS - High Heels & Broken Bones14.05.2015

GRAVEYARD SHIFTERS - High Heels & Broken Bones

GRAVEYARD SHIFTERS - High Heels & Broken Bones

verfasst von Karla the Fox

Yeah, yeah, yeeeaaaaaah! PUNK´N´ROLL!!!!!!!! Okay, ist wieder gut. Keine Angst, ich drehe nicht durch, ich tu nur so. Therapie für die verzweifelte, verärgerte oder gestresste Seele: diese Band und dieses Album.

Graveyard Shifters haben bereits ein Album veröffentlicht, "Brainwashed by Moonshine", welches in Deutschland um Umgebung schon ziemlich gute Bewertungen bekam aber nie bekannt wurde. "High Heels & Broken Bones" dürfte das zweite sein mit dem sie es nun erneut versuchen und dem man wirklich eine Chance geben sollte. Die Friedhofsumgräber (wenn ich das mal frei so übersetzen darf), behaupten, aus dem Weltall zu kommen und die Menschheit ummodeln zu wollen. Na gut, sei ihnen gegönnt. Ich muss gestehen, dass ich die Texte nicht allzu intensiv studiert habe (kann zum Teil auch nicht, da Sänger J. Matilainen gut und gerne growlt), aber allein die Namen zeugen von lyrischer Kreativität: "Tearvomitor", eine Wortneuschöpfung, "Pocket Puppet Show", "Beerserker",...
Das letzte heißt "Kyynelyökkönen" und dazu hat noch nicht mal das Finnisch-Wörterbuch was gefunden...ich kann nur leider nicht sagen, ob es dieses Wort gibt oder nicht.

Man merkt vielleicht, dass dieses Review hier nicht ganz normal ist. Aber das sind Graveyard Shifters auch nicht. Welche andere Band würde ein altes Gemälde, das eine Szene einer Finnischen Volkssage (so in etwa wie bei uns die Nibelungen) spiegelverkehrt und in Comic-Optik wiedergibt, als Artwork verwenden? Nein, das ist mir nicht von selbst aufgefallen, das steht in deren Selbstvorstellung. Und wie viele Bands spielen astreinen Punk´n´Roll mit Groove und Metal und Hardcore und allem möglichen anderen drin, ohne wiederum nach nix Bestimmten zu klingen? Ich liebe beispielsweise "Love On The Rocks", welches auch Rockabillys hinterm Sofa hervorlocken könnte. Oder das überraschende Ende von "Pocket Puppet Show". Der Leadgitarrist H. Kansonen legt eine ordentliche Show hin, von seinen Kumpanen gepusht, die alle miteinander Backing Vocals liefern und damit ihre aufgewirbelte Punkseele rausbrüllen können.

Ich weiß jetzt nicht, ob sich die Anhänger manchen Musikstils auf den Schlips getreten fühlen, weil diese finnischen Jungs einen trockenen Pups auf Genregrenzen geben aber sei´s drum. Wer gerne im Pit rumtobt, wird schon irgendwie glücklich werden.Da steckt Speed drin ("Buy Low, Sell High") und Party und Spielfreude. Ich denke nicht, dass Graveyard Shifters die Welt verändern werden. Aber ich glaube, sie sind ein gutes Ventil für alle, die danach streben.

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