Review

FALLEN MANKIND - Bleak Ocean19.06.2017

FALLEN MANKIND - Bleak Ocean

FALLEN MANKIND - Bleak Ocean

verfasst von Ben S.

Schweden... Schweden ist nicht nur ein Königreich in Skandinavien aus dem das bekannte Einrichtungsunternehmen Ikea stammt. Nein, jeder auch nur halbwegs an Rock und Metal interessierte Musikfan weiß, dass gerade Schweden eine absolute Hochburg von Stromgitarrenmusik der härteren Art darstellt. So ist es also weder verwunderlich, noch mittlerweile sonderlich aufregend, wenn man von unseren nördlichen Nachbarn immer wieder neue Exporte serviert bekommt.

Aber gut, warum sich neuem Talent gegenüber verbohrt und zugeschlossen zeigen. Jeder hat eine Chance verdient und soll diese auch bekommen. Wenn man sich ein wenig im Internet umschaut, bekommen die Jungs von "Fallen Mankind" auch gleich von Anfang an ziemlichen Rückenwind und werden mit ordentlichen und wohlwollenden Reviews zu ihrem Debütalbum "Bleak Ocean" beglückt. Sie scheinen mit ihrem düsteren und dystopischen Power-Metal also schon mal einige Fans und Anhänger gefunden zu haben. So weit so gut, doch inwiefern konnte mich ihre erste Scheibe von ihren musikalischen Qualitäten überzeugen?

Um ehrlich zu sein, ich halte meine Füße still, nicke zwar mit dem Kopf und winke das Album als technisch gekonnten und gut produzierten Power-Metal durch, umgehauen hat mich "Bleak Ocean" aber nicht. Wie gesagt, die Songs werden technisch einwandfrei dargeboten, nur fehlt dem ganzen Ding irgendwie eine eigene Richtung, wenn nicht gar eine Seele. Vieles wirkt viel zu bekannt und dadurch, es tut mir ja leid, leider langweilig und austauschbar. Was mir gar nicht gefallen wollte, war der Gesang von Mads Hedfors. Damit meine ich nicht unbedingt stimmlich, auch wenn ich seine Stimme nicht zwingend für prägnant, aber zumindest versiert erachte. Vielmehr stören mich die Gesangsmelodien, die für meinen Geschmack, fast alle austauschbar klingen. Fast jeder Song bekommt für mich gefühlt den selben Layer an Melodie verpasst und verliert so leider absolut an Wiedererkennungswert und Eigenständigkeit. Zeitweise nervten mich die auch eher aufgezählt und abgehakten Texte sogar so sehr, dass ich eine kleine Pause bei der Hörprobe benötigte.

Wie dem auch sei, ein Glück ist alles Geschmackssache. Wenn "Fallen Mankind" ein wenig an ihrem Songwriting feilen und sich mehr Mühe mit den von mir angesprochenen Kritikpunkten geben, dann kann hieraus noch was interessantes entstehen.

So wie es jetzt ist, verhält es sich wie mit Möbeln von Ikea: Jeder hat sie, jeder kennt sie und jeder Besitzer opfert mit ihnen einen Teil seiner Individualität. Nett, mehr aber auch nicht.


Tracks:

01. Bleak Ocean
02. Pheonix Rise
03. Murder She Screamed
04. Freedom Calls
05. By My Side
06. Shine
07. Obliteration
08. Bury Me Alive
09. Liars And Snakes
10. Unknown




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