Review

ENSIFERUM - Two Path18.09.2017

ENSIFERUM - Two Path

ENSIFERUM - Two Path

verfasst von Kalle

Was habe ich auf dieses Album hingefiebert... was habe ich die Tage gezählt... jede Neuigkeit zur Platte aufgesogen... jeden Vorabtitel genossen und dann war es endlich soweit... das Album lag mir komplett vor und es war wieder Zeit für einen Hochgenuss aus Finnland. Ensiferum, eine Band die es mir seit Jahren angetan hat und mittlerweile zu meinen Lieblingsbands zählt. Melodisch, kraftvoll und episch... so kann man ihre Musik kurz und knapp beschreiben und es trifft über die Jahre immer wieder zu. Selbst so manch Besetzungswechsel wirft die Band nicht nach hinten, sondern sie steigern sich danach umso mehr. Und nun kommt mit Two Path der nächste Meilenstein der Bandgeschichte.

Schon die erste Vorabsingle "For Those About To Fight For Metal" sorgte für einen musikalischen Höhepunkt bei Veröffentlichung. Jetzt auf der Platte ist es direkt der erste große Song nach dem Intro, was spannungsmäßig auf den Song hinarbeitet. Der knallt dann in alter Ensiferumanier mit einem Gitarrenintro in starke Riffs und epischen Melodien. Die Chöre sind wieder present und die Drums ein Donnerwetter. Das ist eine absolute Hymne und davor kann man wirklich nur salutieren. Schon jetzt lässt der Nacken sich gut anfühlen. "Way Of The Warrior" knüpft direkt an und nach dem dumpfen Drumtönen hauen euch die schnellen Elemente einfach nur vom Platz. Der Gesang zieht direkt nach und ihr schwebt auf der Metalwolke Sieben! Was ein Auftakt in das Album, welches hier und da ein paar Überraschungen bereit halten soll.

Denn schon im Song zur Platte "Two Path" überraschen Ensiferum mit einem klaren Gesang. Nix ist es mit satten Growls und kratziger Stimme, hier wird verhältnismäßig sanft gesungen, was beim ersten Mal anhören für etwas Verwirrung gesorgt hat. Je öfter man den guten Midtempotrack hört, umso mehr gefällt er. Denn er entwickelt sich dann noch richtig und das Gitarrensolo lässt euch schmelzen. Netta ist am Akkordeon hier ebenfalls stark mit von der Partie und hat ihr eigenes kleines Solo. Danach zeigt sich die zweite Seite des Liedes und die Finnen packen die klassischen Klänge und gewohnten Growls aus. Was ich an Ensiferum in all den Jahren so schätze ist: die Perfektion im Endprodukt. Jeder Ton sitzt und jedes Instrument ist so klar zu vernehmen. Egal wie schnell und pompös ein Track produziert ist, ihr nehmt jedes noch so kleine Detail wahr und fühlt was dahinter steckt. Beispiel dafür liefert "King Of Storm". Trotz dominanten Riffs und Drums vernehmt ihr so deutlich die Basspur und das Orchester usw. das ist einfach professionell und geil. Erlebt man nicht oft, dass mit solchem Herzblut und dem Hang zur Perfektion gearbeitet wird.

Netta überrascht, auf ihrem ersten Album gemeinsam mit Ensiferum, gesanglich. In "Feast With Valkyries" leiht sie zu Beginn des Tracks ihre Stimme. Sie ist eine große Bereicherung für die Band und spielt die neuen Songs super und überzeugte schon auf Tour mit dem älteren Material, welches sie auf ihrem Instrument super rüberbringt. "Don´t You Say" ist dann erneut ein Song, wo es mehr Clearvocals gibt und man hier und da das Gefühl bekommt, man hätte irische Einflüsse drin. Stellt man sich den Song mit Growls vor, würde er nicht wirken. Das Ensiferum einfach episch sind und Botschaften mit ihrer Musik transportieren wird bei einem Song wie "I Will Never Kneel" klar. Klassicher finnischer Folksound und finnische Texte kommen hier in dem sehr starken Track zum Ausdruck. Der wird euch umhauen der Track, obwohl er eine sehr ruhige Passage beinhaltet. Wenn Ensiferum aber eine Sache beherrschen, dann ist es eine Spannungskurve aufzubauen. Mehrfach werdet ihr auf diesem Album in den Genuss kommen.

Und dann kommt doch dieser eine Moment... es gibt eine Stelle auf der Platte, die mir nicht so ganz gefällt. In "God Is Dead" geht es zunächst im hohen Tempo durch den Track und so ist der Track echt gut aufgebaut... allerdings kommt dann ein Ende im Song, das mir so nicht gefallen mag. Egal wie oft ich diesen Song jetzt schon gehört habe... die Chöre, die schnellen Drums... das fetzt alles... nur dieses abgehackte Ende mag mir einfach nicht in den Gehörgang gehen. Schön find ich die gleich anknüpfende Orgelüberleitung zu "Hail To The Victor". Dies ist ein Song der sich von leicht schwerfällig dann sehr stark entwickelt und für Ensiferumverhältnisse glatt als Ballade durchgehen könnte. Dabei wirkt sie sehr düster und doch strotzend vor Kraft. Speziell diese sehr intensiven Growls haben es mir hier angetan. Und dann haben Ensiferum nach dem sanften Abschluss mit "Unettomaan Aikaan" noch eine weitere Überraschung eingepackt. Nicht jeder Fan wird auf die klaren Vocals in "God Is Dead" und "Don´t You Say" abfahren und somit gibt es zwei alternative Versionen zum Abschluss, die in den Strophen die geliebten Klänge enthalten.

Im Gesamten ist dieses Album eine verdammt starke Nummer und Kampfansage an die Nackenmuskeln. Wer die Songs einmal inhaliert und verinnerlicht hat, der wird auf Tour nicht drum herum kommen, seinen Kopf mehrfach pro Sekunde rotieren zu lassen. Diese teils großartigen Hymnen fesseln von der ersten bis zur letzten Note und die angesprochene Perfektion in der Produktion ist eine EINS PLUS mit großem Stern!! Grandioses Album der Finnen und mehr als nur eine Pflichtkaufempfehlung für jeden Metalhead.


Tracklist

01. Ajattomasta Unesta
02. For Those About To Fight For Metal
03. Way Of The Warrior
04. Two Paths
05. King Of Storms
06. Feast With Valkyries
07. Don´t You Say
08. I Will Never Kneel
09. God Is Dead
10. Hail To The Victor
11. Unettomaan Aikaan
12. God Is Dead (alternative version)
13. Don´t You Say (alternative version)

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