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ELUVEITIE - Evocation II - Pantheon16.08.2017

ELUVEITIE - Evocation II - Pantheon

ELUVEITIE - Evocation II - Pantheon

verfasst von Kalle

Ist das wirklich schon über acht Jahre her, das es die erste Version von Evocation gab? Wie die Zeit doch so schnell vergehen kann. Damals hatten Chrigel und seine Band Eluveitie die Idee gehabt, die elektronischen Instrumente bei Seite zu legen und sich den akustischen Klängen zu widmen. Das kam sehr gut bei den Fans an und so war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis es eine Fortsetzung davon gibt. Diese kommt nun und sie ist fantastisch!

Evocation II - Pantheon entführt euch in eine Welt der Götter. Jeder Song ist nach einer keltischen Gottheit benannt und spiegelt musikalisch ihre Tätigkeit zur damaligen Zeit wieder. Und ich bin ehrlich... keine andere Band hätte sich musikalisch dem Thema so annehmen können, wie es Eluveitie auf dem Album machen. Durch diese ganz besondere musikalische Note, die Eluveitie haben, schaffen sie ganz besondere Stimmungen mit ihren Songs. Egal ob es dabei kracht, wie auf noramlen Alben oder eben durch wohl durchdachte Melodien und Akzente in den akustischen Liedern.

Es ist das erste Album mit den neuen Mitgliedern Jonas (Gitarre), Fabienne (Gesang / keltische Harfe / Mandoal) und Alain (Schlagzeug). Die drei Musiker fügen sich sehr gut in die Band ein und speziell Fabienne kann mit ihrem Gesang überzeugen. Das zeigt bereits der erste richtige Song der Platte "Epona". In gallischer Sprache gesungen ist der Song als Auftakt zum Album sehr gelungen. Schon hier zeichnen sich die tollen Melodien ab, die Eluveitie so besonders klingen lassen. Ich tauche hier direkt wieder in eine andere Welt ab. Zwischen den längeren Stücken gibt es immer wieder kleine Tonsequenzen als Überleitung. Das Album wurde sehr stimmig gestaltet und entführt euch in die Welt der besagten keltischen Götter.

Manch Lied bekommt ihr nur als Instrumental geboten, was euch viel Freiraum gibt, die Geschichte dahinter sich selbst vorzustellen. Ihr werdet hier und da auf sehr bekannte Melodien stoßen wie z.B. beim Lied "Lvgvs" (Lugus), wo es um eine Hauptgottheit im Keltentum geht. Danach habt ihr erst einmal einen kleine Ohrwurm von der Melodie. Kleiner Hinweis von wo ihr die Melodie her kennen könntet: Was wollen trinken.. sieben Tage lang. Bekommt man zum Beginn fast nur die weiblichen Stimmen zu hören, so steigt Chrigel mit seiner sehr rauchigen und tiefen Stimme später dazu. In "Catvrix", dem Song um eine Kriegs- und Stammesgottheit, hört man ihn erstmalig richtig raus. Zwischendurch hatte er ein paar kleine Passagen.

"Artio", der Song zu einer Jagd- und Bärengöttin, ist mit etwas mehr als fünf Minuten der längste Track des Albums, gleichzeitig aber auch das Lied, mit den wenigstens Instrumenten. Begleitet von einer Leier, wenig Flöte und dezenten Regenschauergeräuschen ist dieser Song ein Garant für viel Gänsehaut. Ganz großes Können wird hier im Gesang gezeigt. Dieses Spiel mit den Tonhöhen und diesen verwittern klingenden Passagen ist atemberaubend. Eluveitie schaffen es wirklich jede Gottheit ideal zu präsentieren. So ist im Song "Aventia" viel Freude und Sprudelhaftigkeit zu spühren. Die Göttin ist eine Quellgöttin und so passt das ideal. Im darauf folgendem "Ogmios" werdet ihr etwas irritiert sein. Die Melodie stammt nämlich von einem großem Hit von Eluveitie "Inis Mona".

Jeder der Musiker hat in mindestens einen Song einen ganz besonderen Auftritt. So ist z.B. "Taranis" der Song für das Schlagzeug, obwohl hier viel Flöte drin vorkommt, haben die Drums hier die Oberhand. Warum? Nun... der Song dreht sich um eine Donnergottheit. Das drückt man natürlich mit starken und kräftigen Tönen aus, und da passen nunmal die Drums dazu.

Ich bin persönlich sehr begeistert von dem Album und der Gesamtproduktion. Das Chrigel auf Perfektion abfährt, ist mir bereits bekannt und das mag ich so sehr an ihm. Er achtet genau, das wirklich jede Note sitzt und jeder Ton sich in das Gesamtbild einpasst. Ohne Zweifel... das hat er in diesem besonderem Album wieder geschafft. Von Anfang bis Ende ein tolles Hörerlebnis und eine Reise in die Welt der Gottheiten, die ihr in jedem Song, in jeder Note wirklich glaubt und euch entführen lassen könnt. Dieses Album ist ein wahrliches Geschenk an die Musikwelt! Danke dafür!


Tracklist

1. Dvressu
2. Epona
3. Svcellos II (Sequel)
4. Nantosvelta
5. Tovtatis
6. Lvgvs
7. Grannos
8. Cernvnnos
9. Catvrix
10. Artio
11. Aventia
12. Ogmios
13. Esvs
14. Antvmnos
15. Tarvos II (Sequel)
16. Belenos
17. Taranis
18. Nemeton

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