Review

EKTOMORF - Fury 01.03.2018

EKTOMORF - Fury

EKTOMORF - Fury

verfasst von Timoteus R.

Mit dem nunmehr 16. Studioalbum der Magyaren bekommen wir vor allem folgendes vor die Latz geknallt:

Einen etwas mehr als 33 Minuten andauernden, schnörkellosen, dreckigen und unkomplizierten Quickie, der vor allem den Hatebreed- und Machine Head-Anhängern unter den Metalheads gelegentlich ein mildes Lächeln auf den Lippen zaubert. Mild aus dem Grunde, weil uns hier keine Scheibe vorliegt, die uns musikalisch-vertracktete Highlights am laufenden Band liefert, sondern gelegentlich einfache, einprägsame Refrains und Breakdowns, garniert mit den immer druckvoll-preschenden Drums und der an die Wand spielenden E-Gitarre. Frontman und Vokalist Zoltán Farkas kennt von Track 1 bis 10 gesanglich ebenfalls nur eine Richtung: growling, growling, growling - durchgängig in derselben Stimmlage. Egal, welcher Track abgespielt wird (und das markiert für diejenigen, die der anspruchsvolleren und abwechslungsreicheren Musik wohlgesonnen sind): man wird den Eindruck nicht los, dass jedes Stück auf der Scheibe untereinander austauschbar ist. Denn egal, welchen Track man hört: jedes Stück ähnelt sich musikalisch. So, als ob die Jungs an einem Sonntagnachmittag beschlossen haben, spontan in ihr Studio zu gehen, um nach einem vorgefertigten Erfolgsrezept die Stücke einzuspielen - nach dem Motto "weniger ist mehr". Dabei beginnt der Opener "The Prophet of Doom" vielversprechend, indem uns dieselben Worte nach dem bemüht-catchy-wirkendem Geschreddere der Axt und der Drums vom Vokalisten in gegrowlter From nach einem Break vorgetragen wird, was vor allem für Hatebreed-Fans ein Schmaus ist. Die beiden darauffolgenden Tracks stechen durch dem im Cocktail aus Drum- und E-Gitarrensound eingebetteten Refrain hervor.

Musikalisch eingängig bleibt es dann auch bis zum Ende hin. Einzig und allein der Refrain von "Bullet In Your Head" und das im Refrain-Teil nach Machine Head-klingende "Blood For Blood" bieten nochmal musikalische Elemente, die nennenswert, aber nicht überzeugend "catchy" wirken. Um den Hörer musikalisch vollständig vom Hocker zu kicken, bedarf es nämlich etwas mehr als das mehrmalige Nachsingen des Titels im Refrain. "Fury" ist vor allem eines: Eine Scheibe, die man sich zügig nach dem Aufstehen am Montagmorgen nebenbei beim Frühstück reinzieht, bevor man dann, vollgepumpt mit den einfachen, eingängigen Songstrukturen, motiviert den wichtigen Termin am Arbeitsplatz einnehmen kann. Das Potential und die Basics für ein musikalisch-herausragendes Album bestehen. Mit etwas mehr Abwechslungsreichtum in der Arbeit mit Instrumenten (inklusive der Vocals) können Ektomorf in Zukunft überraschen. Aber auch ein dreckiger, schnörkelloser Quickie mit kleinen, aufregenden Höhepunkten kann befriedigen. Und das tut "Fury".

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