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EDGEDOWN - Statues Fall28.04.2014

EDGEDOWN - Statues Fall

Edgedown - Statues Fall

verfasst von Karla the Fox

Edgedown? Wie jedes Mal, wenn ich das Album einer Band zugeschickt bekomme, die ich zuvor nicht kannte, wird zuerst der Name in die Suchzeile eingegeben. Erste Gedanke: "OMG! Der Schriftzug der Band ist genau derselbe wie bei SixxSense!"

Ich hätte zwar meinen Kopf auf die Tischplatte hauen können, aber von diesem Augenblick an waren mir Edgedown schon sympathisch. Die Vermutung sollte sich bestätigen. Doch bis auf vielleicht noch den Inhalt ihres Songs "Rising" hat die Band sonst überhaupt nichts mit Mr.Sixx gemeinsam.

Sie sind eine Größe für sich, auch wenn das noch nicht bei jedem angekommen zu sein scheint. Die Jungs von Edgedown verzichten auf Künstlernamen, auffällige Outfits oder Showeffekte - sie drücken sich allein durch ihre Musik aus. Und die hat es allemal in sich.

Vom Genre fallen Edgedown in den Melodic Heavy Metal, so in Richtung Iron Maiden. Die Stimme des Sängers Andreas Meixner ist wie für diese Musik gemacht, wo anders würde sie kaum reinpassen, hierfür ist sie perfekt. Er und seine Bandkollegen wirken, als wären sie schon in vielen Metal-Kneipen gewesen, hätten viele verschiedene Bands gehört und es irgendwann nicht mehr ausgehalten, nur zuzuhören. Sie wollten ihre eigenen Ideen auf die Bühne bringen. BOOK US!!!, schreiben sie auf ihrer Facebook-Seite. Diese Jungs wollen echt nur spielen.

Das wollen sie, und das können sie auch.

Im Intro ihres Albums "Statues Fall" leisten sie sich ein kleines Intro, in welchem eine Stimme wie durch einen Lautsprecher wichtige Ansagen macht. Es hört sich an wie direkt aus einer amerikanisch-patriotischen Ansprache, wie aus einem Film. Die Stimme spricht über den Sieg des Landes über die kalten, steifen, veralteten Statuen, die fallen werden. Sie leitet dieses Gefecht ein.

Mit einem nahtlosen Übergang kommt dann der Titelsong "Statues Fall", der gleich wunderbar beweist, dass zwei Gitarren doch besser sind als eine.

Nicht nur in "In A Dream" erlauben sich Edgedown ein paar technische Effekte, doch die sind so unscheinbar eingebaut, dass die Musik durch sie keineswegs künstlich wird. Wie fast alle Nummern auf dem Album ist der Song genial zum Headbangen. Vieles andere wird man darauf aber nicht tanzen können. Für Luftgitarren sind die meisten fast schon zu wild. An schönen Kompositionen mangelt es dennoch nicht. Immer wieder verstreut zeigen Edgedown, was sie in Sachen Songwriting drauf haben. "Like a phoenix rising", ist eine Message, die man eindeutig versteht, die direkt aus den Gedanken der Band zu springen scheint. "Shot In The Dark" klingt ganz ähnlich wie das Lied zuvor, bevor "Wasting Time" als Ballade, die Andreas´ Stimme perfekt zur Geltung bringt, den großen Kontrast bildet. Die Metal-Party geht sofort mit "Live Together Or Die Alone? und "No One Plays" weiter. Mittlerweile hat man auch erkannt, dass Andreas es liebt, seinen Gesang wie einen gespannten Bogen bei den langen Silben immer mal wieder schwingen zu lassen. "No One Plays" könnte wirklich in der Liga der großen Metal-Bands mitspielen, ebenso "Fate". Hier jagen der Bass und der Beat wie eine tickende Uhr auf Speed. Das Leben rennt uns davon, dass ist unser aller Schicksal, wollen Edgedown wohl sagen. Sie zeigen auch, dass man ohne Hilfe der Computertechnik hammer Soundeffekte einbauen kann. Hört es euch einfach an. In einen Song wie "Fate" würden auch gut Improvisationen passen.

Zu guter Letzt noch "Flames", das mit einem angenehmen Gewitterschauer beginnt und endet, das Herzen schmelzen lässt und wieder einmal klar macht, warum Mädchen Gitarren lieben.

Weiter so, Jungs, dann kommt sicher bald euer großer Ruhm.

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