Review

DYING HUMANITY - Deadened18.06.2015

DYING HUMANITY - Deadened

DYING HUMANITY - Deadened

verfasst von Jana

Seit 2006 existieren DYING HUMANITY bereits, die sich mit jedem Album aufs Neue von ihrer härtesten Seite präsentieren. Mit ihrer neuesten Scheibe Deadened gibt es nun puren Death Metal auf die Ohren, mit einerseits melodischen Variationen und Kompositionen, andererseits mit klaren Einflüssen aus dem Metalcore. Dieses vierte Album der Band ist bereits seit einiger Zeit auf dem Markt, aber wer die Band noch nicht für sich entdeckt hat darf hier rausfinden, ob er das dringend tun sollte.
Den Einstieg in das Album bietet Deadened, mit einem fast schon klischeehaften Fade- In als Intro; allerdings haben sich Klischees meist nicht umsonst bewährt, denn immerhin macht es Lust auf mehr.

Es folgt ein Drumrhythmus der klingt, als sei das Schlagzeug in ein Maschinengewehr verwandelt worden- alles in Allem Geschmackssache, allerdings klingen die Drums in Kombination mit der vielseitig Komponierten Leadgitarre nicht wirklich stimmig. Während in Sachen Gitarre auf einprägsame Riffs und melodische Komposition gesetzt wurde, erscheint das Schlagzeug im Vergleich etwas uninspiriert. In diesem ersten Song weisen die Melodien zugegebenermaßen etwas weniger an Raffinesse auf, von dieser Schachstelle ist aber auf den folgenden Tracks nicht mehr viel zu hören.

Beyond Redemption beweist das Definitiv, und die Melodie zu Beginn des Songs zeugt von einem Songwriterischen Talent, das seinen Weg in die Drums leider nicht gefunden zu haben scheint. Ein weiterer Schwachpunkt manifestiert sich hier in den Vocals, die ebenfalls mit ihrer betonten Härte und dem sehr rauen Klang nicht wirklich stimmig mit dem Versuch erscheinen, die Musik so betont melodisch zu schreiben. Insgesamt gehört dieser Vocalist zudem nicht wirklich zu der Spitzenklasse des Genres- Keine große gesangliche Meisterleistung, allerdings gibt es definitiv auch schlechtere Shouter als ihn. 

Highlight der Scheibe ist Oblivion, das klanglich absolut aus der Reihe tanzt. Ein rein instrumentales Stück, das bis zur Hälfte ausschließlich mit einer klaren Gitarrenmelodie glänzt. Auch das Schlagzeug hält sich hier vornehm im Hintergrund, und diese Abwechslung ist auf der ansonsten doch sehr schnellen und harten Scheibe eine sehr willkommene Variation. Der zweite Teil des Songs kehrt dann zurück zum gewohnten Klang des restlichen Albums, wobei Elemente der vorherigen Melodie nun von verzerrten Gitarren übernommen werden. Besonders dieser Song lässt einiges an Konzept durchblicken, die in den Kompositionen stecken.

Abgesehen von Oblivion gibt es aber auf dem Album nur wenig Abwechslung, der Aufbau der Songs ist mitunter sehr repetitiv. Das Schlagzeug wird beinahe durchgehend an seine Grenzen gebracht, während der Vocalist der Band seine aggressiven Growls, Screams und Shouts beigibt. Das Highlight jedes einzelnen Songs sind dabei die Kompositionen der Riffs und Melodien, die nach einem kleinen Schwachpunkt im ersten Song des Albums immer stark konzipiert und auf den Punkt gebracht sind. Dabei sind vor Allem die Riffs sehr einprägsam, teils scheint eine Inspiration durch Children Of Bodom sich ihren Weg in den Vordergrund zu bahnen; in den Vocals und Drums ist davon aber wenig zu spüren.

Fazit:
Das Schlagzeug und die Vocals sind mir bei der ganzen Sache ein echtes Haar in der Suppe. Es gibt definitiv schlechtere Sänger (Shouter), das muss gesagt sein, aber eben auch bessere. Die Drums scheinen eher uninspiriert komponiert zu sein, und das pure auf- die Fresse verträgt sich stellenweise nicht wirklich gut mit den Riffs und Melodien, die dagegen teils meisterlich komponiert sind Im Großen und Ganzen wurde hier eine Menge gutes Material mit einigem Ausbaufähigen kombiniert. Im Grunde steckt in diesem Album eine Menge Potential, das gern ausgelebt werden darf.

Alle CD Reviews

Treffer 1 bis 200 von 1032