Review

DOOL - Here Now, Then There02.02.2017

DOOL - Here Now, Then There

DOOL - Here Now, Then There

Verfasst von Robert K.

Inmitten der Wintermonate ist man immer erfreut über eine gepflegte Dark Rock-Scheibe, die der allgemeinen Stimmung entspricht und diese in Klänge und Worte fasst. Heute haben wir nun Dool mit ihrem Album "Here Now, Then There". Anders als man anhand des Namens vermuten mag, handelt es sich nicht um die sächsische Version von Tool, sondern um eine niederländische Gruppe, die über das Label des guten Geschmacks - Prophecy - ihr Debütalbum herausbringen. Was die Platte so kann, werden wir hier näher beleuchten, aber nicht zu nah, denn das schadet den Augen!

Vom ersten Ton an bemerkt man, wie dicht Here Now, Then There ist. Erzeugt wird diese Atmosphäre durch eine hypnotisierende weibliche Stimme und gerade durch die exzellente Gitarrenarbeit, gepaart mit vielen musikalischen Details im Hintergrund. Obwohl es sich um Dark Rock handelt, verspürt man doch keine wahre Dunkelheit - es scheint eher, als ließe man sich langsam auf See von den Wogen tragen. Diese Apathie kann man wohl auch auf den Titel des Albums zurückführen. Neben den langsamen Wellen gibt es natürlich auch schnellere Stellen, die aber nicht aufgesetzt oder unpassend wirken, sondern passend eingesetzt werden. Jeder Anschlag wirkt gewollte und stärkt das aufgebaute Gerüst des jeweiligen Liedes. Wie es sich für ein Album, das unter Prophecy erscheint, ist die Produktion herausragend gut und man kann es sich kaum besser vorstellen. Natürlich kann man bei Dark Rock keinen meisterlichen Kompositionen, die jede Konvention neu erfinden, erwarten, aber das muss auch nicht sein. Durch die Verfolgbarkeit, die jedes Lied behält, die aber nicht vorhersehbar, sondern dich überraschend daher kommt, ist eine treibende Kraft, die der Aussage und Stimmung des Gesamtkonzeptes unterstützt. Winzige Details, wie der Hall des Gesanges, die Verzerrung einzelner Instrumente oder Verwednung eines Xylophons mit Bass- und Melodiesspur zeugen von großer Liebe zum Handwerk.

Ob man es beschwören will oder nicht - dieses Album verdient eine redliche Erwähnung. Here Now, Then There zeigt, wie man Dark Rock stimmig, kraftvoll und unterhaltsam in einem Paket vereint und dabei keine Einbußen machen muss. Wer nach einer leichteren Alternative zu Doom Metal mit gelegentlicher Hast sucht oder Rockfan, der vom Hard Rock-Allerlei gesättigt ist und neue Synapsenkitzler sucht, kann hier bedenkenlos zugreifen und wird nicht enttäuscht. Reinhören, für gut befinden und genießen!

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