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DIE APOKALYPTISCHEN REITER - Der Rote Reiter28.09.2017

DIE APOKALYPTISCHEN REITER - Der Rote Reiter

DIE APOKALYPTISCHEN REITER - Der Rote Reiter

Verfasst von Robert K.

Drei Jahre sind seit "Tief" vergangen, doch dieses Jahr melden sich die Apokalyptischen Reiter endlich wieder mit einem neuen Album, das den klangvollen Namen "Der Rote Reiter" trägt. Wer die Band bereits länger kennt, weiß um ihren Hang, den Stil drastisch innerhalb des Albums, aber auch in der gesamten Diskografie, zu ändern. Dennoch bleiben die Reiter durchgehend auf hohem Niveau - eine hohe Erwartungshaltung. Ob sie erneut abliefern können?

Zunächst wird man durchaus überrascht, denn die Reiter sind deutlich härter zurückgekehrt, was sich durch das ganze Album zieht. Sowohl gutturaler als auch klarer Gesang kommen zum Einsatz, wobei es herrlich ist, mal wieder ein paar tiefere Klänge und Gekrächze von den Reitern ist. Stimmlich passt sich alles perfekt der Stimmung an und untermalt den aktuellen Ton der Songs - von zart bis hart oder episch bis direkt wird dem Hörer eine Komplette Palette entgegen geworfen. Wer Fan von Alben ist, in denen instrumental wie gesanglich viele Kombinationen abgedeckt werden, hat hier definitiv seine Freude.

Die einzelnen Tracks kommen teils mitreißend, fast schon an Metal Pop anmutend wie "Freiheit ist eine Pflicht" oder auch ins Gesicht wie der Titeltrack "Der Rote Reiter" daher. Erstaunlich dabei, wie jeder Song seinen Platz hat und zu begeistern weiß, wenn man sich darauf einlässt. Durch die Produktion, die mal wieder auf dem Punkt ist, hat man keine Wahl, als sich gehen zu lassen und den Klang in voller Pracht zu spüren. Wer sich an den Texten orientieren mag, wird festellen, dass auch hier wieder Freiheit und Humanismus ein vorherrschendes Thema sind. Für eine Band, die sich nach einer biblischen Geschichte über Vernichtung benennt, mag das unglaubwürdig scheinen, doch wer die Reiter kennt, weiß um den Standpunkt. Auch auf diesem Album wird zu einem Miteinander aufgerufen, welches für jeden erstrebenswert sein sollte.

Die Reiter haben es, wie schon so oft, geschafft, ein durchweg berauschendes Album zu kreieren, das eine gute Zusammenfassung der Bandgeschichte darstellt, indem man von jedem Album einen kleinen Teil genommen hat und alles vermengt zu einer Art Allstar-Album. Dass man dabei keinen neuen Klang erschaffen hat, sondern sich gleichzeitig dem Fortschritt der Band widmet und dabei nicht die Wurzeln zurücklässt, ist mehr als bemerkenswert. Diese Platte ist, wie immer, auf hohem Niveau und sollte von jedem Metalfan mindestens einmal gehört werden - no pressure. Absolut empfehlenswert!


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