Review

DEAD MEMORY - Cinderella30.09.2015

DEAD MEMORY - Cinderella

DEAD MEMORY - Cinderella

verfasst von Karla the Fox


Das vorliegende Album hat es geschafft, mich komplett zu verwirren. Dead Memory sind Frischlinge in der Musikwelt, die hiermit gerade erst ihr Debut rausbringen. Eine Band namens Cinderella gibt es allerdings schon länger und diese könnten bereits ihre Karriere Resumee passieren lassen mit einer Scheibe namens Dead Memory. So habe ich in die ersten Töne reingehört mit der Erwartung, es ginge um die Hairmetaller aus Philadelphia. Ähm, nope. Dead Memory sind kein wenig angestaubt, die nennen sich nur so, und haben ihr Album einer gewissen Cinderella gewidmet und sie kommen nicht aus den USA sondern aus unserem Ruhrpott. Das "Intro" zum Album hätte noch tatsächlich von der Band Cinderella oder jedem anderen Akteur der Rockmusik stammen können, da es sich nur um einen Spannungsaufbau handelt, der erstaunlich leise aus den Boxen kommt. Grund dafür könnte sein, dass man dann automatisch den Ton gleich höher dreht und vom richtigen Einsatz in "Ten Seconds To Hell" aus den Socken gehauen wird.

Der Sound hat mit Glamrock nicht viel gemeinsam, weswegen mir recht schnell bewusst wurde, dass ich es hier mit jemand Neuem zu tun hatte. Dead Memory spielen melodischen aber ungestylten harten Rock mit Einflüssen aus anderen sehr jugendlichen Stilrichtungen wie Punk und Alternative. "Lipstick on the Mirror" hat mich mit seiner emotionalen Kraft gleich gepackt. Bei "Black Valentine" sind es die Riffs und starken Gesänge, die gefallen. Es gibt auch unauffälligere Songs auf dem Album, von reinen Fillern würde ich aber nicht sprechen. Der Titelsong "Cinderella" kommt erst sehr spät, nämlich als drittletztes auf dem Album. Es ist ein liebevolles Lied an das Mädchen, die Hardrocker sind letztlich doch ganz weiche Seelen.
Die Energie auf dem Album steigt an und sinkt ab und mündet in einer perfekten Mischung aus leisen Tönen und später einsetzender Power mit dem Abschlusssong "Close To A Thin Line".

Das musikalische Spiel von David, Jo, Gerrit und Woodie ist reibungslos, rockig und dürfte noch stärker und experimentierfreudiger werden, sobald die Band sich sicher ist in dem, was sie tut. Gefallen könnte ihre Musik theoretisch jedem, man braucht keinen bestimmten Lifestyle um Zugang zu ihr zu finden. Eine Sache die stört, ist die wie von Watte umgebene Stimme des Sängers, zum Teil auch die Gitarren. Entweder das ist Absicht oder das Studio schwächelt. Es ist eben ein Album, das Gefühle berührt und Gedanken bewegt ohne sich aufzudrängen oder in den Pathos abzurutschen. Die Gesamtstimmung ist melancholisch bis nostalgisch - was bei einer Band namens Dead Memory Programm sein dürfte.

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