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DAYLIGHT ROBBERY - Falling Back To Earth12.10.2015

DAYLIGHT ROBBERY - Falling Back To Earth

DAYLIGHT ROBBERY - Falling Back To Earth

verfasst von Robert K.

Du bist auf einem Spaziergang durch eine befüllte Innenstadt mit einer Einkaufsmeile. Du kommst an einigen großen Kettenmärkten und kleineren Ramschläden vorbei. Die Blätter wehen leicht im Wind und der Himmel ist leicht bewölkt - grau auf blau. Kein Mensch um dich herum bemerkt dich - ein Untertauchen in der Masse. Du gehst ungehindert weiter und vor dir verschwimmt das Sein. Dein Blick ist, wie ein Tunnel, in eine Richtung gerichtet. Du kannst es nicht ändern und es verändert dich ebenso wenig. Die Zeit vergeht, doch ist sie trivial. Der matte Schleier vor deinen Augen trägt dich nach Hause. Du wachst auf und findest dich in deinem Bett wieder.

Die Kopfhörer hattest du dir noch vor der Nachtruhe aufgesetzt. Ein Bekannter gab dir dieses Album - Falling Back To Earth von Daylight Robbery. Falling Back To Earth - wie passend. Der kalte Schauer der Realität fährt dir noch durch die Knochen. Dein Freund sagte, er mag die fünf Jungs aus Birmingham. Ihr Musik sei etwas ganz und gar Ungewohntes - er nennt es: Heavy Melodic Rock. Auch das ist deiner Meinung nach passabel als Beschreibung. Doch was bedeutet dieser Traum? Laut deiner Uhr hast du etwas über drei Stunden geschlafen. Das heißt, du hast das Machwerk circa dreimal unterbewusst wahrgenommen. Zunächst kannst du dir keinen Reim darauf machen. Geh auf Spurensuche, sagt dir dein Kopf. In Traumdeutung warst du nie besonders stark und es gibt dir auch nichts. Astrologie ist für dich wie Biomüll - es stinkt nach Überreifung. Diese kleine Gruppe hat also schon davor eine CD herausgebracht. Das zweite Album nun soll ihre Karriere fortsetzen. Was also tun? Du hörst es dir an. Einmal. Zweimal. Eines wird dir schnell bewusst: der Klang ist glasklar. Es wirkt poliert und rund. Die Verantwortlichen hinter der Technik haben demnach schon mal ihre Aufgabe erfüllt und aus dem vorhandenen Material eine hörbare Sache gemacht. Jedoch hilft dir das nicht sonderlich. Auch die Instrumente und gerade der Gesang bietet etwas Familiäres. Er wirkt sicher. Du hast diesen kräftigen Gesang schon bei anderen Bands gehört. Irgendwann hast du aufgeschnappt, dass man die Umgebung in seine Träume einwebt. Könnte es sein? Natürlich.

Dieses Grau hattest du sonst nur selten vor Augen. Diese Leere, die du gefühlt hast. Es kam nicht aus dir selbst, sondern von diesem Album. Dieses vermaledeite Album. Beim wachen Hören hast du es bemerkt - die Monotonie. Die Lethargie hatte sich von Anfang bis Ende hingezogen. Apathisch hast du es über dich ergehen lassen. Ohnmächtig stehst du im Sumpf seiner Bedeutungslosigkeit. Es scheint hier und da ein Glimmer von Originalität hindurch, der jedoch von purer Selbstüberschätzung überstrichen wird. Deine Motivation zum Takt zu wippen war nicht existent. Das Grauenhafte ist nicht der Inhalt oder die Aufmachung - es ist dir schiere Faulheit, sich ein wenig aus dem Fenster des Fortschritts zu lehnen. Deine Abscheu richtet sich gegen diese Homogenisierung, in der du keinen Ausreißer nach oben oder unten spürst. Das ganze Werk geht im Überschuss seinesgleichen, der Einheitlichkeit, unter.

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