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DARK SARAH - Behind The Black Veil25.04.2015

DARK SARAH - Behind The Black Veil

DARK SARAH - Behind The Black Veil

verfasst von Kalle

Gut drei Jahre hat es nun gedauert, bis aus einer kleinen Idee ein ganzes Album geworden ist. Nach ihrem Austritt bei Amberian Dawn hat sich die finnische Sängerin Heidi Parviainen ihrem Soloprojekt gewidmet und lange daran gewerkelt, damit es zu dem Album wird, was mir jetzt nicht mehr aus den Ohren geht. Schon vor einiger Zeit gab es auf Youtube einen Clip zu bestaunen, der einen ersten Eindruck vermitteln sollte, was die Fans erwartet. Das war im Januar 2014, als sie mit Manuela Kraller (Ex-Xandria) den "Track Memories Fall" vorgestellt hat. Es hat jetzt über 1 1/2 Jahre von da an gedauert, bis jetzt alles fertig ist und dabei ist Manuela nicht die einzigste Gastsängerin:

Insgesamt erwaret euch ein Album mit 14 Songs in einem Genre, was viele gerne als Female Fronted Metal einordnen würden. Aber die Damen mögen es selbst nicht so bezeichnet zu werden und daher gehe ich auch eher in die Richtung, dass es melodischer Metal mit einem sehr theatralischen und filmischen Touch ist. Viele der Song erzählen eine Geschichte und haben epische Melodien zu bieten. Herausstechend dabei ist natürlich die Stimme von Heidi, die eine engelsgleiche Stimme vorweisen kann. Das ist schon aus Zeiten bei Amberian Dawn klar gewesen. Nun entfaltet sie ihre volle Klangfarbe in ihren eigenen Songs. Und bevor ihr beim ersten anhören gleich meckert, warum ich das Album als Metal bezeichne, müsst ihr auch schon mehr als die ersten drei Songs hören. Denn zu Beginn ist es doch eher ruhig und besinnlich, aber nicht langweilig, was ihr zu hören bekommt. Viele Instrumente sind zu vernehmen, viele epische Klänge sind eingebaut in "Save Me", "Poison Apple" und "Hide and Seek". Im vierten Song geht es dann erstmal in die kräftigere Soundauswahl, und hinzu kommt noch bombastischer Effektsound. Die Opernstimme von Heidi lässt mir einen kleinen Gänsehautschauer über den Rücken laufen. Es ist auch der erste Track, der eine Gaststimme beinhaltet. Wie ihr eingangs gelesen habt, mit Manuela Kraller. Hier treffen zwei Stimmgewalten aufeinander, die wie schon im Video zu sehen, sich irgendwie gleich und doch so verschieden sind. Ein absoluter Knallersong der mir schon seit damals nicht mehr aus den Ohren gehen will. Die harten Riffs, der kräftigen Drums und diese orchestralischen Klänge mischen sich so einmalig geil zusammen, dass man sich vor dieser Komposition nur verbeugen kann. Und diese druckvollen Riffs und Melodien dürfen gleich vorgeführt werden bei "Evil Roots". Hier kommt die zweite Gaststimme zum Einsatz, die ebenfalls aus Deutschland kommt. Es ist keine geringere Rockröhre als die von Inga Scharf. Kennt ihr nicht? Dann hört doch mal, wer bei Van Canto die weibliche Stimme singt und ihr wisst, wer hier mitmischt. Inga hat mir in einem Interview mal verraten, dass sie sich sehr in dieser Art von Musik wohlfühlt und sehr gerne singt. Hier beweist sie eindrucksvoll im Duett mit Heidi warum. Der Song ist beiden wirklich auf dem Leib geschnitten. Ich finde zuätzlich das Gitarrensolo und die Tempowechsel im Song sehr gelungen und daher hier eine weitere absolute Hörempfehlung.

Zu "Violent Roses" komme ich mir ein wenig so vor, als würde Disney auf Metal laufen. Der Song hat ein wenig was von Alice im Wunderland, denn er wirkt etwas verspielt und hat doch diesen Hauch von düsteren Situationen in sich. "Hunting The Dreamer" ist eine absolute Metalnummer. Bestechend mit gutem Tempo, satten Riffs und durch diese interessanten Chöre wird dieser Song auch nach mehrmaligen lauschens nicht Pfad, sondern gewinnt mehr und mehr an Kraft. "Fortress" ist dann eher eine gute Midtemponummer, die als Highlight diesen geilen Solopart hat. Den würde ich gerne einmal Live erleben, wenn Gitarre und Keyboar sich ein klein wenig duellieren und die Doublebass dahinter so ein Feuerwerk abdrückt. "Silver Tree" würde ich als einen Mix aus Xandria, Epica, Delain und Nightwish beschreiben. Hier treffen soviele Elemente aufeinander, vereint in einem flotten Tempo, dass Fans des Genre auf ihre Kosten kommen. In "Sun Moon And Stars" beweist Heidi mit ihrer Stimme, wie lange sie manch Töne sie absolut perfekt halten kann. Viele Songpassagen und Wörter sind sehr langgezogen von ihr, was den Song aber in keinem Fall schlecht macht, eher beeindruckt mich das, was mit dem menschlichen Organ so möglich ist. "Light In You" bringt dann die dritte und letzte Gaststimme des Albums zum Vorschein. Dieses Mal ist es aber eine männliche Stimme, die hier zu hören ist. Sie gehört dem finnischen Sänger Tony Kakko und der gehört bekanntlich zu Sonata Arctica. Hier zeigt er sich einer sehr gefühlvollen Art und Weise, denn bevor der Song an Fahrt aufnimmt ist er doch sehr gemütlich. Hier spührt man diesen theatralischen Einfluss extrem stark, denn der Track könnte durchaus auf einer Musicalbühne aufgeführt werden. Sehr toller Aufbau mit dem Übergang von Ballade hin zu ordentlich Druck. "Sarah´s Theme" ist als kleines Zwisschenspiel zu betrachten, denn es wird beherscht von Streichern, sanften Kören und einem tollen Klaviersound. Ein Song der zum träumen einlädt, auch wenn man eigentlich die Story hinter Sarah kennen müsste, um zu wissen, dass es ansich gar keine so fröhliche Story ist. Das sagt ansich schon der Name DARK Sarah. Sie wurde am Traualtar von ihrem Mann im Stich gelassen und dieses Album erzählt die Geschichte, wie sie mit dieser Trennung fertig wird. In dieser Trennungsphase kommt, in der eigentlich fröhlichen Sarah, die dunklere Seite hervor und sie verändert sich zu Dark Sarah und wird daher ein anderer Mensch.

Der Song mit der Nummer 13 ist ein bekannter Song, denn er war schon einmal an vierter Stelle zu finden. "Memories Fall" erschallt noch einmal, dieses Mal jedoch in einer Orchester Version. Der Song war schon in der kraftvollen Metalversion genial, jetzt ist er einfach nur episch. Und was wartet am Ende auf euch? Ich hab beim ersten Mal hören schon etwas schmunzeln müssen, denn ihr bekommt den Song "A Grim Christmas Story" zu hören. Im lustigen Takt führt euch Heidi hier durch eine kleine Geschichte. Die Melodie ist angelehnt an ein bekannten Weihnachtssong, doch der Inhalt dieser Version ist nicht ganz so fröhlich, wenn man genau hin hört. Dennoch ein absolut toller Abschluss eines umwerfenden Albums. Was Heidi und ihre Musiker hier auf die Beine gestellt haben - dafür hat sich das Warten wirklich gelohnt. Ein episches Album was seine Fans finden wird und einer davon bin ich!

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