Review

CRYSTAL BALL - LifeRider29.05.2015

CRYSTAL BALL - LifeRider

CRYSTAL BALL - LifeRider

verfasst von Karla the Fox

LifeRider? Auf dem Leben reiten, so wie mit dem Surfboard über Wellen? Oder eine Liste der Dinge, die man für´s Leben braucht, weil man sonst Diva spielt und nicht auf die Bühne geht? Scheint insgesamt wohl ein Link zum Album TimeWalker von 2005 sein. Ja, es ist wahr, Crystal Ball gibt es schon seit 16 Jahren und sie haben mit LifeRider schon ihr 8. Studioalbum fertiggestellt. Fleißig, produktiv und beständig ist diese Band also (wenn man über die kleine Schaffenspause zwischen 2007 und 2013 hinweg sieht).

Beim ersten Durchhören hat das Album bei mir nicht anständig gezündet. Das mag daran gelegen haben, dass ich müde war und die Musik von Crystal Ball eher für die wachen Stunden gedacht ist. Je öfters ich die 15 Songs, die sich auf der Digipack-Version befinden, durchhöre, desto mehr bleibt im Gedächtnis und desto mehr kommen die Songwritingskills der Schweizer zum Vorschein. Die Schweiz ist ein kleines Land und man kennt von dort vor allem die Namen Gotthard, Krokus und Shakra, wenn man von der Musik spricht, in die sich auch Crystal Ball einreihen. Sie spielen melodischen Metal, mit kreativen Elementen gespickt, aber nichts "out of the ordinary".

Crystal Ball kommen viel herum, spielen mit Headlinern aus ganz Europa (Pretty Maids, The Poodles, Axxis,...) und haben sich mit Noora von Battle Beast auch einen internationalen Gaststar ins Studio geholt. Sie leiht ihre raue Rockstimme bei den Songs "Eye to Eye" und als Backup bei "Mayday!" aus, welche by the way zwei Highlights der Platte bilden. Zweiter Gast ist Stefan Kaufmann aus Solingen, der bei Accept und U.D.O. die Gitarre geschwungen hat. Für LifeRider singt er ein bisschen bei "Gods of Rock" mit und spielt die wunderschöne Akustikgitarre zu "Memory Run". Diese zwei Songs sind weitere Hightlights. Fehlen noch "Bleeding" (traurige Ballade) sowie "Paradise" zu dem es einen offizellen Videoclip gibt.

Der Rest des Albums, das in der Bonusversion knapp 70 Minuten lang ist, ist mal mehr mal weniger stark. Persönlich sehr interessant, wenn ich auch nicht genau sagen kann wieso, finde ich den Bonustrack "Sign of the Southern Cross". Das Kreuz des Südens ist ein Sternzeichen und irgendwie mag ich es, dass eine Hardrockband sich so eine ungewöhnliche Sache als Inspirationsquelle nimmt. Der letzte Song auf dieser Version heißt "Not Like You" und da haben es die Käufer der normalen Version wahrscheinich besser, denn "Memory Run" ist eine unschlagbare Nummer, gerade als Abschluss, mit der Tragik zu Beginn und der Power, die zum Schluss kommt. "Mayday!" dürfte deswegen so stark sein, weil es so ein schöner Mitbrüller bei Lifeauftritten sein dürfte. Habe gesehen, dass sich die schweizer Jungs für eine Releaseparty bis nach Mannheim begeben haben und wäre wenn nicht gleichzeitig das Maifeld Derby gelaufen wäre, mal vorbei gekommen, einfach um zu sehen, wie die Zuschauer und die Band drauf waren. Mich lässt nämlich das Gefühl nicht los, dass Crystal Ball mehr eine Life- als eine Studioband sind. Sie legen nicht viel Wert auf Nachbearbeitung, sondern sie zeigen was sie draufhaben in rein handwerklichem Geschick.

Fazit: Wenn es auch Gruppen gibt, die mehr aus dem großen Feld herausstechen, denke ich, dass Crystal Ball noch lange auf den Bühnen unterwegs werden. Weil sie gut sind, weil sie funktionieren, weil sie Rock´n´Roll sind, weil es ihnen offensichtlich Spaß macht und sie viel Erfahrung haben. Die Sache mit den Gastmusikern gefällt mir besonders gut. Wenn euch mehr davon einfällt, macht es. Das rüttelt dann immer auch die Fans der anderen Bands auf und der Name Crystal Ball lässt sich dadurch wunderbar verbreiten.

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