Review

CRUADALACH - Rebel Against Me08.06.2015

CRUADALACH - Rebel Against Me

CRUADALACH - Rebel Against Me

verfasst von Kalle

Prag ist eine sehr schöne Stadt und von dort kommt auch das Symphonie Orchestra Prague, welches die Rock meets Classic Tour Jahr für Jahr begleitet. Das Allein ist ja schon rockig, aber wenn ich euch jetzt sage, es gibt ein Metal Orchestra und es kommt auch aus Prag und es spielt einen Mix aus Folk Metal und Hardcore Punk... würdet ihr mir das glauben?

Ihr solltet lieber, denn hier kommen Cruadalach, eine achtköpfige Band, die sich selbst als ein solches Orchestra betitelt. Warum auch nicht, vereint man doch viele Elemente die ein richtiges Orchestra auch hat. Egal ob Violinen, Flöten oder Drums... hier wird fröhlich gemischt. Gleiches gilt für die Musik, die von der recht jungen Band kommt. 11 Tracks werden hier insgesamt auf ihrem zweiten Longplayer zelebriert und jedes Lied hat so einen Hauch Heimat in sich, jedenfalls wenn man aus Tschechien kommt. Die Folkelemente sind klar zu erkennen und darauf wird auch der Fokus gelegt. Diese interessante Mischung mit dem Hardcore Punk lässt sich in jedem Fall an den brettharten Riffs und dem brachialem Gesang festmachen. Man bleibt aber die meiste Zeit des Albums im englischen Sprachgebrauch, so dass die Musik international verständlich ist. Die Platte trägt ja den Namen "Rebel Against Me" und genau so müsst ihr euch auch die Songs vorstellen. Rebellisch und komplett gegen den Strom. Ein ziemlich flottes Album, was an netten Passagen nicht geizt. Das liegt im Großen und Ganzen natürlich an den zwei Violinen und dem damit verbundenem Folksound.

Das Klassik und Metal nun einmal gut harmonieren ist kein Geheimnis mehr. Cruadalach schaffen hier ein tolle Symbiose auf anderer Ebene. Man könnte fast sagen, hier treffen Arkona, Eluveitie, Ensiferum und Korpiklaani aufeinander... nur halt etwas jünger. Ich persönlich bin ja kein großer Freund von Hardcore oder Ableitungen davon, aber hier mache ich mal eine klare Ausnahme, denn diese Andersartigkeit mit dem Folk gefällt mir einfach schlicht. Es kommen ja noch weitere Instrumente zum Einsatz, wie zum Beispiel ein Dudelsack oder Shawms (mittelalterliche Flöteninstrumente). Die Stimme von Sänger Jan Vrobel (Randal) hat diesen so typischen Akzent, wenn Tschechen auf Englisch singen und dennoch ihre Muttersprache im Satzbau durch kommt. Das wertet das Album aber nicht ab, sondern macht es authentischer. Man spührt die Verwurzelung der Band zu ihrer Heimat und doch die Sehnsucht zur Moderne. Musik und Melodie spiegeln das durchaus wieder. In den gut 41 Minuten, die das Album lang ist, werdet ihr bestens unterhalten und könnt mal mächtig Dampf ablassen oder mal einfach nur genießen. Es bleibt ganz euch überlassen. Von mir bekommt die Scheibe in jedem Fall ein Daumen nach Oben.

1. Revolt Without a Name
2. Shiva World Dance Party
3. Stuff That Matters
4. Earth Café
5. Rebel Against Me
6. Wolves at the Gates
7. Life-Worshipping Bastards
8. Satyros
9. Karma to Burn
10. The Astralnaut
11. Ziemie Niczyje

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