Review

CRIMSON DAY - Order Of The Shadows10.11.2015

CRIMSON DAY - Order Of The Shadows

CRIMSON DAY - Order Of The Shadows

verfasst von Karla the Fox

Da hat sich die Füchsin etwas in die Irre führen lassen. Vielleicht durch Crimson Idol von W.A.S.P. oder wodurch auch immer, dachte ich, den Namen Crimson Day schon des öfteren gelesen zu haben. Dann stellt sich aber raus, dass es sich um absolute Newcomer handelt, die man bisher wenn überhaupt um ihre Heimatstadt Tampere herum kannte. Die finnischen Jungs haben sich 2013 gegründet, damals gleich eine EP rausgebracht und Order Of The Shadows ist ihr erster Longplayer. Was habe ich da also vorgefunden? Kurz gesagt old school Heavy Metal mit viel Melodie. Man bewegt sich in Richtungen von Gamma Ray, Judas Priest und Blind Guardian, soll heißen, Leadsänger Valtteri Heiskanen legt viel Wert auf große Gesangslinien in hohen Tonlagen. Seine Stimme ist noch nicht ganz so gefestigt wie die seiner Idole, bewegt sich aber deutlich dort hin und hat einen sehr coolen Unterton. Im Introtrack "Enter The Order" ist er noch gar nicht zu hören, dann geht es mit "Stormborn", nachdem sich nochmal die Gitarren etabliert haben, mit dem ersten langen Scream schon los. Über das komplette Album lassen weder die Energie noch der Einfallsreichtum weg, denn auch wenn sie Crimson Day stilistisch und idealistisch sehr sehr eng an ihren Idolen bewegen, bekommen sie es immerhin auf die Reihe, eigenständige Songs zu schreiben und niemanden zu kopieren.

Als Highlights sind mir "Sandstalker" sowie das langsamere "Far From Serenity" aufgefallen, weil diese beiden sich noch einmal aus dem sonst durchgehende druckvollen Rhythmus abheben mit orientalischem beziehungsweise Balladencharakter. Dass sich die Finnen erst vor so kurzer Zeit zusammen gefunden haben, merkt man echt nicht. Dass sie aber auch nicht schon seit den 70ern gemeinsam musizieren, erkennt man daran, dass sie weder abgedroschen noch nach Legenden klingen. Es sind einfach fünf junge Männer, alle ausgestattet mit einem Instrument oder ihrem Stimmorgan, die niemandem was vor machen wollen und auf den bekannten Pfaden des guten Heavy Metal wandeln. Für meine persönlichen Vorlieben sind sie beinahe zu normal. Glücklicherweise verleihen Twin Gitarren mit starken Riffs immer gut Pfeffer und die Rhythmussektion macht durch die Mischung von Double Bass und punktierteren Schlägen, beziehungsweise mehr oder weniger durchdringenden Bassspuren, ihre Sache gut und sauber.

Ich habe eigentlich gar nichts zu meckern und suche nach den Ecken und Kanten. Gut, wie gesagt, dass sie noch nicht seit 20 Jahren in Stadien spielen hört man den Jungs an. Es gibt aber auch nichts, was sie ganz klar verkackt haben. Hier liegen einfach 10 (plus Intro) ordentliche Songs vor, die Können im Heavy Metal beweisen sowie fünf spielfreudige Männer, die gerne einmal durch Europa touren dürfen, denn diese Art von Musik wird eigentlich überall anerkannt und gehört. Was noch meine Aufmerksamkeit hat, sind die Songtitel. Auch wenn im Image der Band kein allzu konkreter Bezug hergestellt wird, muten Namen wie "Lies About Paradise" oder "Blessed Be Thy Hate" stark biblisch an. Noch bin ich nicht dahinter gestiegen, ob Crimson Day das ernst meinen und 'glauben' oder ob sie nur darüber singen oder gar kritisch sind. Weiß da jemand mehr? Denn auch wenn ich es schon zu Anfang in Bezug auf Crimson Idol erwähnt habe, erkenne ich in der Musik der Band keine Verbindung zu Blackie und Konsorten. Hinweise also erwünscht.

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