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COSMIC WHEELS - Cosmic Wheels04.05.2015

COSMIC WHEELS - Cosmic Wheels

COSMIC WHEELS - Cosmic Wheels

verfasst von Jana W.

Ende des Monats ist es soweit, dass wir dieses ganz besondere Stück Musik in Händen halten dürfen. COSMIC WHEELS heißt die Band, falls das Projekt sich als solches bezeichnen lässt. Denn eigentlich sind es nur die Brüder Paul und Vincent Marrone, die hinter dem Namen und dem gleichnamigen Album stehen, dass am 29. Mai auf den Markt kommt. Während das Projekt selbst eigentlich noch in den Kinderschuhen steckt, spiegelt der Gesamteindruck der Scheibe aber eine ganz andere Zeit wieder. Das Artwork erinnert an die Cover einiger Bands aus den sechziger und siebziger Jahren, und gibt ebenso einen eindeutigen Ausblick auf das, was dahinter zu erwarten ist. Die Marrone Brüder bieten schweren, rohen Psychedelic Rock und Heavy Psych, der wie die Aufmachung des Albums glatt den späten 60er Jahren entsprungen sein könnte.

Der erste Song ist genau das, psychedelisch, heavy und wie aus den wilden Zeiten des letzten Jahrhunderts. Wild nicht im fetzigen, schnellen und aufgeregten Sinne; das Intro ist eher das Gegenteil, schwerfällig und langsam, mit dem Gitarrensound der frühen  70er, etwas wie die übersteuerten und surreal klingenden Gitarren, die einmal Jimi Hendrix Markenzeichen waren. Der Riff ist simpel, aber absolut fesselnd. Als dieser dann ausklingt folgt keine Entladung der aufgebauten Spannung, keine Temposteigerung, es setzt auch kein Gesang ein. Stattdessen folgt ein abrupter Bruch, fast wie der Übergang zu einem neuen Song. Es ist aber der Selbe, der nun viel leichter und schneller klingt. Der schwere Sound bleibt dennoch, nur eben in der Light- Version, erinnernd an heutige Psychedelic Rock Bands wie KADAVAR. Ein weiterer Bruch, und es sind Bongos zu hören, noch ein Bruch, und der vorherige Sound ist wieder zu hören. Die zahlreichen Elemente, derer sich COSMIC WHEELS bedienen sind wie Gitarrenriffs und Melodien virtuos und anspruchsvoll in Szene gesetzt.

Diese Detailfokussierte Komposition setzt sich fort in den folgenden Songs fort, Abwechslung und Überraschungen gibt es zur Genüge, nur mit dem Gesang wird auf der Scheibe gegeizt. Nur an wenigen Stellen wird die ohnehin schon grandiose Musik mit einigen Zeilen gewürzt, allerdings hat das Album eine gesangliche Untermalung kaum nötig. Musikalisch ist es abwechslungsreich und anspruchsvoll, mit ständigen Tempowechseln und plötzlichen Brüchen zwischen den einzelnen Fragmenten. Ab und zu blitzen Riffs oder Bruchstücke auf, die nur allzu vertraut klingen. Beispielsweise der Riff aus Black Night von DEEP PURPLE, wenn auch auf ganz eigene Weise interpretiert und gefärbt von dem weitaus schwereren Sound des Albums. Zwischen den Wiederholungen des Riffs erklingt dann ein grandioses Schlagzeugsolo, das neben den anderen Soli Paul Marrones auf dem Album sein können wirklich unter Beweis stellt.

Fazit:
Grandios! Manch einer mag sich vielleicht daran stören, dass Cosmic Wheels beinahe komplett instrumentell ist; und das vielleicht sogar zurecht, denn der Psychedelic Rock zeichnet sich nicht zuletzt durch seine unheimlich Talentierten Sänger aus (man siehe nur BLUES PILLS oder KADAVAR), aber dieses Album benötigt nun wirklich keine Gesangsspur. Die Komposition ist voll auf die Musik selbst fokussiert, und die Songs sind mit so vielen Details und Raffinessen versehen, dass einem glatt der vermeintlich fehlende Gesang entgehen kann.

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