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CORTE DI LUNAS - Lady of the Lake21.06.2015

CORTE DI LUNAS - Lady of the Lake

CORTE DI LUNAS - Lady of the Lake

verfasst von Karla the Fox

Aus Italien kommen immer viele interessante Bands, emotionale Musik, viele kleine Ecken und Winkel, hohe Kunst und grandiose Ideen. Mit Corte di Lunas hat das mediterrane Land einen weiteren Mitspieler gefunden im Reigen der phantasievollen Schöpfungen. Die Band mit der verschnörkelten Logoschrift, welche sogar Feenflügel hat, liebt die Renaissance, das große Zeitalter der Ideen und Kreationen und spielt äußerst melodischen Folk Rock. Das Gespann besteht aus sechs Leuten mit einer Frau als Sängerin sowie einer  am Keyboard. Doch mit Bass, Gitarre und Schlagzeug hören die übrigen Instrument nicht auf, nein, die Folkinstrumente dürfen auf keinen Fall fehlen. Dudelsack, Flöte, Bouzouki, akustische Gitarre, ja tatsächlich sogar ein Didgeridoo! Mit dieser Ausstattung begeben sich Corte di Lunas auf ihre Reise ins Innenohr der Zuhörer. Lady of the Lake. So haben die Italiener dieses Album betitelt. Das 'Artwork' ist ein kleines Meisterstück. Das Bild ist einfach von der Struktur, stark von der Aussage und mit all dieser etwas unheimlichen Schönheit vergangener Zeiten. Wer ist diese Lady am See, fragt man sich. Eine Meerjungfrau kann sie ja nicht sein. Man kommt ins Grübeln, ob man nicht doch ein paar mehr Bücher mit Mythen und Legenden lesen sollte, nur um zu wissen, von wem die Rede ist und was diese geheimnisvolle Frau in ihrem Leben getan hat. Deshalb widmen Corte di Lunas ihr einen Titelsong, in den ihr ganz genau reinhören müsst, um die Geschichte über diese Dame zu erfahren.

Das Geschichtenerzählen können Corte di Lunas gut. Ihre beste Glanzleistung ist der vielseitige Einsatz noch vielseitigerer (oder vielsaitigerer, je nachdem) Instrumente über das komplette Album hinweg. Diese verrückte kleine Didgeridoo, so gar nicht italienisch, das dürfte in der Renaissance dort keiner gekannt haben und doch, oder genau deswegen, passt es so zauberhaft zum Rest der Musik.

Giordana und ihre Gilde erzählen mithilfe ihrer Stimmen, Gitarren und verschiedener Flöten von Feuer und Eis ("Fire and Ice"), dem Mond ("The Moon") und "Valhalla", verlaufen sich im Feenland ("Lost in Fairy Land") und finden schließlich in "Lights" mysteriöse Lichter. Während dieser ganzen Reise klingen sie gut und professionell und gut gelaunt, melodisch, friedliebend und fantasievoll. Nur Halt - irgendwas fehlt doch. Richtig, in jeder guten Fantasystory gibt es Action. Drama, das Fiese, Bösewichte, Schicksalsschläge, Schlachten, Hass und Eifersucht, ohne diese Zutaten habe ich noch keine Sage gehört. Und genau dieser Punkt fehlt mir bei Corte di Lunas. Jedes einzelne Lied ist schön so wie es ist, lädt zum Verweilen ein, geht ins Ohr und ins Herz, aber Keines wühlt wirklich auf. Corte di Lunas schreiben keine Schlachten der fünf Heere, sie erzählen die Geschichten der Feen und Einhörner. Das sollte einem nur bewusst sein, dann klappt das auch mit dem Augen zu machen, zuhören, genießen.

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